Hartmut Mai

Hartmut Mai (* 29. Mai 1937 in Kamenz) ist ein deutscher evangelischer Theologe, Kirchenhistoriker, Christlicher Archäologe sowie Kunsthistoriker.

Leben und Wirken

Hartmut Mai wurde als Sohn von Irene und Erich (Richard) Mai (1889–1947) geboren. Sein Vater war Lehrer für Naturkunde und Mathematik und Studienrat an der Kamenzer Lessingschule. Nach der Grundschule in Kamenz und Dresden besuchte Hartmut Mai von 1951 bis 1955 in Dresden die Kreuzschule und sang unter Rudolf Mauersberger von 1947 bis zu seinem erfolgreichen Schulabschluss im Kreuzchor. Anschließend studierte er von 1955 bis 1960 an der Universität Leipzig Theologie. Danach war er dort als wissenschaftlicher Aspirant tätig. Von Dezember 1963 bis Juni 1964 absolvierte er das Lehrvikariat der sächsischen Landeskirche in Paunsdorf. Anschließend arbeitete Mai für zwei Monate als Ephoral-Vikar des Kirchenbezirks Leipzig-Land, bevor er als Assistent an die Theologische Fakultät der Universität Leipzig zurückkehrte. 1964 wurde Mai mit der Arbeit Sinn und Geschichte des evangelischen Kanzelaltars promoviert. Gleichzeitig arbeitete er 1964/1965 unter Gottfried Voigt am Predigerseminar St. Pauli. Nachdem Mai die Predigterlaubnis durch das sächsische Landeskirchenamt in Dresden erteilt wurde, erfolgte 1966 die Ordination zum geistlichen Amt an der Marienkirche in Stötteritz. Im selben Jahr wurde er Oberassistent an der Universität und erhielt einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie. 1970 hat sich Mai mit der Arbeit Studien zum Kirchenbau des 19. Jahrhunderts habilitiert. 1981 erhielt er einen Lehrauftrag für Kirchliche Kunst und Konfessionskunde, 1992 wurde Mai zum Ordentlichen Professor für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst berufen. Zusätzlich lehrte er bis zu seinem Ruhestand 2002 an der Universität Leipzig noch Ökumenik und arbeitete ehrenamtlich als Pfarrer an der Stötteritzer Marienkirche.

Neben seinen Lehrtätigkeiten inventarisierte Mai vor allem Leipziger und mitteldeutsche Kirchen. Als Ergebnis der Mitarbeit an dem Projekt erschien 1995 das Standardwerk Stadt Leipzig. Die Sakralbauten, ein Bau- und Kunstdenkmalinventar der Leipziger Kirchen. Zudem publiziert er seit 1963 Kirchenführer. Er war viele Jahre im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für sächsische Kirchengeschichte und ist in der Kommission Kunstgeschichte Mitteldeutschlands Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Er ist seit 1968 mit der Chorleiterin, Sängerin und Musikerin Anne-Kristin Mai, geborene Paul, verheiratet. Das Paar hat eine erwachsene Tochter.

Schriften (Auswahl)

Einzelschriften

Kleinere Einzelschriften zu bestimmten Kirchen

Aufsätze (Auswahl)

Festschriften zu seinen Ehren

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Geburtsurkunde A Dresden 941/1889: geboren am 12. Mai 1889 in Dresden; gestorben 1947 in Kamenz (Sterbeurkunde C 366/1947)
  2. ↑ Willy Muhle: Lessingschule zu Kamenz i. Sa. Bericht über die Schuljahre von Ostern 1916 bis Ostern 1925. Krausche, Kamenz 1915. S. 21 (Digitalisat)
  3. ↑ Hartmut Mai: Sinn und Geschichte des evangelischen Kanzelaltars. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 16. Juni 2025.
  4. ↑ Hartmut Mai: Studien zum Kirchenbau des 19. Jahrhunderts. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 16. Juni 2025.
  5. ↑ Hartmut Mai, Prof. Dr. In: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Abgerufen am 17. Juni 2025.
  6. ↑ Claudio Brand: Anne-Kristin Mai (geb. Paul). In: Anne-Kristin Mai. Sängerin, Chorleiterin und Autorin. Abgerufen am 17. Juni 2025.
Personendaten
NAME Mai, Hartmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theologe, Kirchenhistoriker, Christlicher Archäologe und Kunsthistoriker
GEBURTSDATUM 29. Mai 1937
GEBURTSORT Kamenz