Harz-Heide-Netz

Das Harz-Heide-Netz ist ein geplantes Vergabenetz für den Schienenpersonennahverkehr in Niedersachsen. Beteiligte ÖPNV-Aufgabenträger sind der Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG).

Geschichte

Die Vorgängernetze der vorgesehenen Linien sind zwei Teillose der seit Dezember 2014 bedienten Dieselnetze Niedersachsen-Südost (DINSO) mit einer Vertragsdauer von 15 Jahren. Diese werden derzeit (2026) durch die Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio Nord (Los 1) und Erixx (Los 2) mit Fahrzeugen des Typs Alstom Coradia LINT bedient.

Seit 2022 ist das Land Niedersachsen für den Zeitraum ab 2025 verpflichtet, Schienenfahrzeuge ausschließlich mit emissionsfreiem Antrieb zu beschaffen. Eine erneute Ausschreibung als Dieselnetz ab 2029 war damit ausgeschlossen.

Im März 2024 bewilligte das Land Niedersachsen den Aufgabenträgern LNVG und RGB einen Zuwendungsbescheid für 70 „Niedersachsen-BEMU“ für die Netze Harz-Heide-Netz und Heidekreuz in Höhe von zusammen 623 Millionen Euro. Der Einsatz im Harz-Heide-Netz war zunächst 2029 in Anschluss an die auslaufenden DINSO-Verträge vorgesehen.

Am 13. Oktober 2026 wurde nach Abschluss der Ausschreibung die Bestellung von 30 dreiteiligen Siemens Mireo Plus B für dieses Netz bekanntgegeben. Die Bestellung für dieses Netz soll durch den RGB erfolgen. Die schrittweise Einführung war zu dieser Zeit ab 2031 vorgesehen.

Infrastruktur

Das Vergabenetz setzt zusätzlich zur bestehenden Infrastruktur folgende Maßnahmen voraus:

In Goslar ist der Neubau eines Bahnbetriebswerks zur Wartung und betriebsnahen Instandhaltung für die Züge der Netze Harz-Heide-Netz und Weser-Leine-Netz für einen Zeitraum von 30 Jahren vorgesehen.

Für die Erweiterung des Netzes gegenüber der im DINSO vorhandenen Schieneninfrastruktur sind zusätzliche Maßnahmen vorgesehen (siehe Abschnitt „Linien“).

Linien

Linie Verlauf Takt (min) Vorgängernetz
RB42 Braunschweig Hbf – Wolfenbüttel – Schladen – Vienenburg – Bad Harzburg 60 Dieselnetz Niedersachsen Südost (DINSO), Los 2
RB43 Braunschweig Hbf – Wolfenbüttel – Schladen – Vienenburg – Goslar 60
RB44 Braunschweig Hbf – Salzgitter-Thiede – Salzgitter-Lebenstedt – Salzgitter-Lichtenberg 1 30 Dieselnetz Niedersachsen Südost (DINSO), Los 1
RB45 Braunschweig Hbf – Wolfenbüttel – Schöppenstedt 30
RB46 Braunschweig Hbf – Salzgitter-Bad – Seesen – Osterode am Harz – Herzberg (Harz) 60
RB47 Braunschweig Hbf – Meine – Gifhorn – Wittingen – Bad Bodenteich – Uelzen 30 (Braunschweig Hbf – Gifhorn Stadt)

60 (Braunschweig Hbf – Uelzen)

Dieselnetz Niedersachsen Südost (DINSO), Los 2
RB48 Braunschweig Hbf – Salzgitter-Bad – Goslar 2 60 (neu)

(Quelle: )

1 
Die Weiterführung der RB44 bis Salzgitter-Lichtenberg setzt die Reaktivierung eines Abschnitts der Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg voraus.
2 
Die vollständige Bedienung der RB48 setzt die Umsetzung der Ringelheimer Kurve für Direktfahrten zwischen Salzgitter-Bad und Goslar voraus.

Einzelnachweise

  1. 1 2 „Vom Diesel zur Batterie“ – Niedersachsen bringt Zukunft auf die Schiene: Zuwendungsbescheide für 70 batterieelektrische Züge. Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH, 22. März 2024, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  2. ↑ Verkehrsvertrag für Dieselnetz Niedersachsen-Südost unterzeichnet. DB Mobility Networks Logistics, 3. September 2014, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  3. ↑ Art. 12 (Niedersächsisches Klimagesetz - NKlimaG), ab der Fassung vom 6. Juli 2022.
  4. 1 2 Mehr als zwei Milliarden Euro für die Schiene: Niedersachsen bestellt 113 neue Batteriezüge und stärkt Mobilität im ganzen Land. LNVG und Regionalverband Großraum Braunschweig investieren gemeinsam in moderne Fahrzeugflotte für klimafreundlichen Nahverkehr – zentraler Baustein der SPNV-Strategie 2040+. Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, 13. Oktober 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  5. ↑ Strecken-Infrastruktur. Regionalverband Großraum Braunschweig, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  6. ↑ SPNV‐Konzept 2030+ und 2040+. Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH, 11. März 2024, abgerufen am 17. Oktober 2026.