Aizpute

Aizpute (dt. Hasenpoth)
Wappen von Aizpute
Aizpute (Lettland)
Aizpute (Lettland)
Basisdaten
Staat:Lettland Lettland
Verwaltungsbezirk:Bezirk Dienvidkurzeme
Koordinaten:56° 43′ N, 21° 36′ OKoordinaten: 56° 43′ 0″ N, 21° 36′ 0″ O
Einwohner: 3.796 (1. Jan. 2024)
Fläche: 6,93 km²
Bevölkerungsdichte: 548 Einwohner je km²
Stadtrecht: seit 1378
Webseite: www.aizpute.lv
Postleitzahl: 3456
Blick auf Aizpute

Aizpute (Hasenpot, Hasenpoth, russisch Айзпуте) ist eine Stadt an der Tebra (Tebber) in der historischen Landschaft Bandava (Bandowe) im Bezirk Dienvidkurzeme (Südkurland) der Region Kurzeme (Kurland) in Lettland. Im Jahr 2024 zählte Aizpute 3.796 Einwohner.

Geschichte

Aizpute wird erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 1248 ließ Dietrich von Grüningen, der Landmeister in Livland des Deutschen Ordens, die Ordensburg Hasenpoth bauen. 1253 wurde das Weichbild der jungen Siedlung geteilt, und zwar in einen dem Orden gehörenden Anteil, Ordens-Hasenpoth genannt, und in einen bischöflichen Anteil, Bischofs-Hasenpoth genannt. So wurde die aufblühende Stadt zum Sitz sowohl von Ordensrittern der Komturei Goldingen als auch des kurländischen Domkapitels. Zudem gab es in Hasenpoth ein Kloster der Franziskanerinnen, das der hl. Klara geweiht war. Es wurde 1484 gegründet, 1523 durch ein Feuer schwer beschädigt und um 1559 aufgelöst. Eine weitere Burg ist die – abgegangene – Bischofsburg Hasenpoth.

Der Reichtum ging zurück, als der Hafen der Stadt nach dem Nordischen Krieg geschlossen wurde und die nahe gelegene Stadt Liepāja (dt.: Libau) die Rolle als bedeutendes Handelszentrum an der Ostseeküste übernahm. Die Stadt gehörte ab 1795 zum Russischen Kaiserreich und war Kreisstadt im Gouvernement Kurland. Während der Russischen Revolution 1905 fand hier ein größeres Gefecht statt.

2009 vereinigte sich die Stadt mit fünf umliegenden Gemeinden zum Bezirk Aizpute mit 10.368 Einwohnern, der 2021 im Bezirk Dienvidkurzeme aufging.

Wirtschaft

In der ehemaligen 1890 gegründeten Kartonagenfabrik Lindenberg befindet sich seit 1960 ein Metall verarbeitender Betrieb. Das Fabrikgebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Nach Geburtsjahr geordnet

Mit Aizpute verbundene Persönlichkeiten

Nach Geburtsjahr geordnet

Städtepartnerschaft

Literatur

in der Reihenfolge des Erscheinens

Commons: Aizpute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Urban and rural population in regions, cities, municipalities, towns and rural territories. Central Statistical Bureau of Latvia, abgerufen am 20. Juni 2023.
  2. ↑ Bernhart Jähnig: Verfassung und Verwaltung des Deutschen Ordens und seiner Herrschaft in Livland (= Schriften der Baltischen Historischen Kommission. Band 16). Lit, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-11005-3, S. 122.
  3. ↑ Santa Sprogev-Valdmane: Aizputes Sv. Jāņa baznīcas vēsture / Die Geschichte der St. Johanniskirche in Hasenpoth. Harro von Hirschheydt, Aizpute 2000, ISBN 9984-9329-3-1, S. 36.
  4. ↑ https://www.redzet.eu/photo/lindenbergas-kartonazas-fabrika-aizpute-V-002-22/view/Lindenbergas_kartonāžas_fabrika Kartonfabrik Lindenberg
  5. ↑ Ernst Seraphim: Baltische Schicksale im Spiegel einer kurländischen Familie 1756–1919, Berlin 1935
  6. ↑ AIZPUTE – unsere Partnerstadt in Lettland (Baltikum). In: schwerzenbach.ch. Abgerufen am 7. August 2021.
  7. ↑ Mirdza Birzniece: Aizpute. Ceļvedis pa pilsētu un tās apkārtni. Aizpute 1996, S. 50