Hayedeh Safiyari (Persisch: هایده صفییاری; anhörenⓘ/?; geboren am 27. Juni1959 in Gorgan) ist eine iranischeFilmeditorin. In ihrer bislang mehr als vierzigjährigen Tätigkeit hat sie an über 90 Spiel- und Dokumentarfilmen mitgearbeitet. Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit vier iranischen Filmpreisen (Simorgh Awards) ausgezeichnet und in die US-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgenommen.
Leben
Hayedeh Safiyari studierte Film an der Hochschule für Fernsehen und Kino in Teheran. Eigenen Aussagen zufolge entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Arbeitsgebiet der Montage, als sie im Rahmen ihrer Abschlussarbeit Filme von anderen Studierenden schnitt. Sie arbeitete nach dem Studium zunächst beim iranischen Staatsfernsehen, dann im Tonschnitt an einem Spielfilm und anschließend an fünf weiteren. Sie wurde Schnittassistentin bei FilmregisseurBahram Bayzai, der seine eigenen Filme selbst editierte neben ausgewählten Projekten für andere Regisseure. Während der Zusammenarbeit mit ihm habe sie weitere Angebote erhalten, die ihr den Einstieg in die iranische Filmindustrie ermöglichten, so Safiyari im Gespräch mit dem Filmmaker Magazine.
Hayedeh Safiyari war mit dem iranischen Drehbuchautor und Filmregisseur Mohsen Abdolvahab verheiratet. Die 1984 geborene gemeinsame Tochter, Sepideh Abdolvahab, arbeitet seit 2006 ebenfalls als Filmeditorin. Ihre Karriere begann sie 2002 als Schnittassistentin ihrer Mutter am Film Verloren im Irak von Bahman Ghobadi. Sie arbeitete in der Folge an weiteren Filmen mit ihr zusammen.
Werk
Seit 1981 ist Hayedeh Safiyari als Filmeditorin tätig. Sie arbeitet ausschließlich an Arthousefilmen und zählt zu den renommiertesten Filmeditoren in Iran. Von 2021 bis 2022 wurde sie in die Jury des Tallinn Black Nights Film Festival in Estland eingeladen.
Im von Ehsan Khoshbakht und Drew Todd im Jahr 2023 herausgegebenen Interview-Buch Asghar Farhadi. Interviews äußert sich Farhadi wiederholt zu seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Hayedeh Safiyari. Im Schnitt entwickelten sie gemeinsam den Rhythmus des jeweiligen Films, den er als eines der wesentlichen Elemente seiner Arbeit ansieht. Viele Details früherer Arbeitsschritte vom Buch bis zum eigentlichen Dreh würden erst beim Editing „harmonisiert, sodass der finale Rhythmus durch den Filter des Schnitts“ laufe.
2021: Bester Schnitt im Internationalen Wettbewerb des Ankara International Film Festival für Brother’s Keeper, zusammen mit Ferit Karahan und Sercan Sezgin
2021: Bester Schnitt Antalya Golden Orange Film Festival für Brother’s Keeper, zusammen mit Ferit Karahan und Sercan Sezgin
2022: Jury Prize beim St. Andrews Film Festival für Naboodan
2023: Bester Schnitt bei den Danish Film Awards für Holy Spider, zusammen mit Olivia Neergaard-Holm
2025: Bester Schnitt in der Kategorie Dokumentarfilm beim Tribeca International Film Festival für An Eye for an Eye, zusammen mit Soren B. Ebbe
Literatur
Ehsan Khoshbakht, Drew Todd (Hrsg.): Asghar Farhadi. Interviews (=Conversations with Filmmakers). University Press of Mississippi, Jackson 2023, ISBN 978-1-4968-4107-0.