| Hedychium | ||||||||||||
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Schmetterlingsingwer bzw. Girlandenblume (Hedychium gardnerianum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hedychium | ||||||||||||
| J.Koenig |
Hedychium, auch Zieringwer, Hedychie, Schmetterlingsingwer, Schmetterlingslilie, Kahili-Ingwer oder Ingwerlilie genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört und etwa 100 Arten umfasst. Einige Arten, vor allem die Zucht-Hybriden werden in tropischen Parks und Gärten als Zierpflanzen verwendet.



Hedychium-Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden fleischige, knollig verdickte Rhizome aus. Sie wachsen meist terrestrisch, selten epiphytisch. Die Blattscheiden der Laubblätter formen sogenannte Scheinstämme, die Wuchshöhen von 1 bis 3 m erreichen.
Die wechselständig und zweizeilig (distich) angeordneten Laubblätter sind nie zu grundständigen Rosetten vereinigt. Die Laubblätter besitzen eine Blattscheide und eine einfache, krautige Blattspreite mit erhabener Mittelrippe, von der die Seitennerven parallel abzweigen. Im knospigen Stadium ist die Blattspreite der Länge nach eingerollt. Der Blattrand ist glatt. Es sind auffällige Ligulae vorhanden.
Endständig an den Scheinstämmen werden die zapfenähnlichen, ährigen Blütenstände gebildet, die nur eine bis sechs (mehrere) Blüten, meist 4 bis 6 (2,5 bis 7) cm lange Tragblätter und kleine, röhrige, von den Tragblättern überdeckte Deckblätter enthalten.
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig und zygomorph mit doppelten Perianth. Die drei Kelchblätter sind zu einer relativ schmalen, zylindrischen Röhre verwachsen, die auf einer Seite offen ist und oben dreizähnig oder -lappig ist. Die drei Kronblätter sind an ihrer Basis zu einer langen, engen Röhre verwachsen mit drei linealen Kronlappen, die nach dem Aufblühen zurückgebogen sind. Von den ursprünglich sechs Staubblättern ist nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises fertil; es besitzt meist einen relativ langen, linealen Staubfaden. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien umgebildet. Das mittlere Staminodium des äußeren Kreises fehlt immer. Die beiden seitlichen Staminodien des äußeren Kreises sind kronblattähnlich und größer als die Kronlappen. Die beiden seitlichen Staminodien des inneren Kreises sind zu einem sogenannten Labellum verwachsen; es stellt den auffälligsten Teil der Blüte dar und ist halbkreisförmig und am Ende meist zweilappig. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen (synkarpen) dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. In einer Furche des Staubfadens befindet sich der sehr dünne Griffel und die Narbe befindet sich oberhalb der Staubbeutel. Die einzelnen Blüten verwelken schnell, meist sind sie weniger als einen Tag geöffnet.
Sie bilden dreifächerige, kugelige Kapselfrüchte, die viele Samen enthalten. Die Samen besitzen einen meist gefransten Arillus.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 17.
Die Gattung Hedychium wurde 1783 durch Johann Gerhard König in Anders Jahan Retzius: Observationes Botanicae, 3, S. 73–74 aufgestellt. Typusart ist Hedychium coronarium J.Koenig.
Synonyme für Hedychium J.Koenig sind: Gamochilus T.Lestib., Gandasulium Rumph. ex Kuntze, Brachychilum (R.Br. ex Wall.) Petersen.









Die Gattung Hedychium ist im tropischen bis warm-gemäßigten südlichen Asien und Südostasien (Himalaja) weitverbreitet, außerdem kommt sie in Madagaskar vor. Allein in China gibt es 28 Arten, davon 18 nur dort.
Der botanische Gattungsname Hedychium ist von den griechischen Wörtern hedys für „süß, angenehm“, womit der Duft der Blüten gemeint ist; und chion für „Schnee“, mit Bezug auf die weißen Blüten einer Art hergeleitet; dies wird jedoch selten angezweifelt.
Deutsche Trivialnamen für Hedychium-Arten sind: Zieringwer, Ingwerlilie, Schmetterlingslilie oder Kahili-Ingwer. Englische Trivialnamen für Hedychium-Arten sind garland flower, butterfly ginger, ginger lily oder kahili ginger.
Der Name Kahili-Ingwer kommt vom hawaiianischen Wort kāhili, einem Szepter aus Federn, einem Symbol der Könige im Königreich Hawaii'i. Zur Zeit der Sklaverei wurden dort bspw. der Gelbe Schmetterlingsflieder angesiedelt.
Der Trivialname Schmetterlingsingwer rührt von der Ähnlichkeit einzelner Blüten mit Schmetterlingen.
Der häufig verwendete Trivialname Zieringwer ist allerdings nicht eindeutig, da Arten anderer Gattungen der Ingwergewächse wie Globba oder Alpinia auch unter dieser Bezeichnung beschrieben werden.
Da die Gattung Zingiber mit ihrer bekanntesten Art, dem Ingwer (Zingiber officinale), einige gleichlautende oder sehr ähnliche Artepitheton-Bezeichnungen (Zingiber cylindricum, Zingiber elatum, Zingiber ellipticum, Zingiber gracile, Zingiber griffithii, Zingiber intermedium, Zingiber larsenii, Zingiber longipedunculatum, Zingiber malaysianum, Zingiber marginatum oder Zingiber yunnanense) hat, ist es verwirrend, dass viele Anbieter von Hedychiumpflanzen diese beispielsweise als Roten Ingwer, Tibet-Ingwer oder Kronen-Ingwer listen.
Es gibt etwa 100 Hedychium-Arten:
Allein in Branneys Publikation „Hardy Gingers“ werden über achtzig Hybriden beschrieben.
Hedychium gardnerianum wurde als Zierpflanze schon seit 1824 fast weltweit in entsprechendem Klima kultiviert. Sie ist vielerorts verwildert und als Neophyt wildwachsend etabliert. Als invasive Art bedroht sie die Biodiversität unter anderem auf den Inseln Réunion, Madeira, Jamaika und der Inselgruppe der Azoren. Verwilderungen in zahlreichen anderen Regionen, darunter auch Galicien im Nordwesten Spaniens, gelten derzeit noch als nicht bedrohlich. Auf den Azoren wird Hedychium im Rahmen des europäischen Life-Naturschutzprogramms bekämpft, um die einheimische Flora zu schützen.
Gleiches gilt für die ursprünglich im Himalayagebiet heimische, zur Zeit der Sklaverei nach Brasilien eingeführte Hedychium coronarium (dt. Schmetterlingslilie, auch Weißer Schmetterlingingwer), die dort inzwischen ebenfalls als aggressive, invasive Pflanze betrachtet wird, während sie andererseits als „Flor de Mariposa“ (wörtlich übersetzt „Schmetterlingsblume“) die Nationalpflanze von Kuba ist.
Einige Hedychien-Arten,- Kultivare bzw. -Hybriden wie beispielsweise Hedychium gardnerianum, Hedychium flavescens, Hedychium spicatum, Hedychium greenii oder Hedychium 'Daniel Weeks' sind relativ winterhart und eignen sich u. a. zur Freilandkultur im gemäßigten Klima Mitteleuropas in klimatisch begünstigten Zonen, bspw. in Wein-Anbaugebieten. Ähnlich wie bei den Ingwerorchideen (Roscoea), treibt auch der Zieringwer erst spät im Mai aus. Wichtig ist ein nicht zu sonniger und trockener Standort und eine gute Drainage gegen Winternässe. In rauen Lagen ist ein Winterschutz mit Mulch zu empfehlen. Im Sommer brauchen die Pflanzen dagegen viel Feuchtigkeit. Die Pflanzen sind relativ unanfällig für Schädlinge und Krankheiten, Nässe und Wurzelfäule in der kalten Jahreszeit sind dagegen gefährlich.
Die Vermehrung kann über Aussaat, Rhizomteilung oder über Zwiebelbildung an den Sprossen erfolgen.
Einige Hedychien-Arten haben Bedeutung als Heilpflanzen. So spielt bspw. Hedychium coronarium eine Rolle in der Volksmedizin Indiens, Chinas und Japans, sowie vielen südostasiatischen Ländern. Die Pflanze gilt als fiebersenkend, tonisierend und antirheumatisch u. a. zur Behandlung von Asthma, Bronchitis, Arthritis oder Kopfschmerzen.