Heidenhofen

Heidenhofen
Grüner Wappenschild mit goldenem Balken und blausilbernen Wolkenfeh-Schildrand
Koordinaten: 47° 59′ N, 8° 34′ OKoordinaten: 47° 59′ 2″ N, 8° 33′ 57″ O
Höhe: 742 m
Fläche: 2,67 km²
Einwohner: 266 (Aug. 2025)
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 78166
Vorwahl: 0771
Kirche St. Hilarius in Heidenhofen
Kirche St. Hilarius in Heidenhofen

Heidenhofen ist ein über 1250 Jahre altes Dorf auf der Baar und heute der kleinste Stadtteil der Großen Kreisstadt Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg. Zusammen mit dem Nachbarort Biesingen ist Heidenhofen die älteste, urkundlich erwähnte Ortschaft des Schwarzwald-Baar-Kreises. Das Dorf zählt 266 Einwohner (Stand 31. August 2024).

Geographie

Heidenhofen liegt bei 47° 59' nördlicher Breite und 8° 34' östlicher Länge auf einer durchschnittlichen Höhe von 742 m über Normalnull. Die Gesamtgröße der Gemarkung beträgt 267 ha, davon sind 185 ha Felder, 23 ha Wiesen, 25 ha Wald, 33 ha nehmen die Siedlungsfläche und Verkehrswege ein und 1 ha sonstige Flächen. Das geologische Fundament des Ortes bildet der zum Schwarzen Jura zählende Arietenkalk. Da der westliche Nachbarort Aasen noch auf dem weicheren Keuper liegt, lässt sich der Wechsel im Gesteinsuntergrund anhand einer scharfen Geländekante, welche im Laufe von Jahrmillionen durch Erosion entstanden ist, heute mit bloßem Auge zwischen den beiden Ortschaften leicht im Gelände ablesen.

Geschichte

Frühmittelalter

Heidenhofen wurde erstmals 759/60 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt; es ist damit gemeinsam mit Biesingen der älteste urkundlich erwähnte Ort des Schwarzwald-Baar-Kreises. Ursprünglich war Heidenhofen der namengebende Vorort einer Urmark, zu deren Gebiet die Orte Aasen und Biesingen gehörten.

Mittelalter

Im Jahr 1284 kam Heidenhofen in den Besitz der Edlen von Sunthausen. Im Jahre 1477 erfolgte der Verkauf an die Landgrafen zu Fürstenberg.

Die St.-Josefs-Bruderschaft zum guten Tod wurde im Jahr 1694 auf Betreiben von Pfarrer Michael Greysing gegründet.

Neuzeit

Im Jahr 1806 wurde das Fürstentum zu Fürstenberg aufgelöst. Die fürstenbergischen Gebiete und damit auch Heidenhofen fallen an das neu errichtete Großherzogtum Baden.

Am 1. April 1972 wurde Heidenhofen in die Stadt Donaueschingen eingemeindet.

Ortsname

Der Name Heidenhofen, im Verlauf der Geschichte auch villa Heidenhouuen und villa Heidinhova, wurde von der bisherigen Forschung im Sinne von ‚Siedlung beim Hof des Haido‘ gedeutet.

Wappen

Der grüne Wappenschild mit goldenem Balken ist angelehnt an das Wappen der Herren von Sunthausen, denen Heidenhofen bis 1477 gehörte. In diesem Jahre verkauften die Sunthausener den Ort an die Fürstenberger. Die Zugehörigkeit Heidenhofens zum Fürstentum Fürstenberg wird durch den blausilbernen Wolkenfeh-Schildrand symbolisiert. Mit der Eingemeindung am 1. April 1972 ist das Wappen offiziell erloschen.

Sehenswürdigkeiten

Kirche St. Hilarius

Umgeben vom Friedhof steht die katholische Kirche St. Hilarius im Zentrum von Heidenhofen. Die Heidenhofener Hilariuskirche zählte zu den Urkirchen der Baar und wurde bereits am 28. April 857 in einem Diplom König Ludwigs des Deutschen erwähnt.

Die Anlage der heutigen Kirche stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Der massive Kirchturm trägt die Jahreszahl 1581 und beherbergt drei Glocken. Das deutlich ältere Langschiff hat barocke Züge, während der Chor im gotischen Stil erbaut wurde.

Die Orgel von St. Hilarius wurde 1733 ursprünglich für die Stadtkirche Donaueschingen erbaut und befindet sich seit 1787 in der Heidenhofener Pfarrkirche. Die Orgel von St. Hilarius ist die älteste, noch spielbereite Orgel der Baar.

Dorflinde

Winterlinde Heidenhofen

Die mächtige Dorflinde vor der Kirche St. Hilarius hat heute einen Umfang von 4,50 m und wurde im Jahre 1959 zum Naturdenkmal erklärt. Gepflanzt wurde diese Winterlinde (Talia cordata) um das Jahr 1670. Sie ist damit der älteste Lindenbaum im gesamten Landkreis.

Backhiesli

Gesellschaftlicher Mittelpunkt ist in Heidenhofen das Backhiesli mit angrenzendem Dorfplatz. Das Backhiesli ist ein Veranstaltungsort für bis zu 12 Personen und verfügt über einen traditionellen, holzbefeuerten Backofen, der regelmäßig zum Backen von Brot genutzt wird. Auf dem Dorfplatz finden alljährlich das Backhieslifest und der Weihnachtsmarkt statt.

Politik

Liste der Vögte und Bürgermeister (1598–1832)

Liste der Bürgermeister (1833–1972)

Liste der Ortsvorsteher (seit 1972)

Sagen

Mehrere Sagen umranken das sich auf der Heidenhofener Gemarkung befindliche „Bettelhansenkreuz“.

Literatur

Commons: Heidenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Zahlen & Fakten | Donauquellstadt Donaueschingen. Abgerufen am 27. August 2025.
  2. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen (2010), in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 33.
  3. ↑ Zahlen & Fakten | Donauquellstadt Donaueschingen. Abgerufen am 27. August 2025.
  4. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen (2010), in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 14.
  5. ↑ Herbert Weiß: Das Fundament des Dorfes, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 20.
  6. ↑ Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen, hrsg. v. Hermann Wartmann, Bd. 1, Zürich 1863, Nr. 25, S. 28f. u. Bd. 2, Zürich 1866, Anhang Nr. 1, S. 381f.
  7. ↑ Die Urkunden zur Ersterwähnung von Dorf, Urmark und Urkirche Heidenhofen aus dem Mittellateinischen von Thomas H. T. Wieners, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen, 44-47, hier S. 44f.
  8. ↑ Thomas H. T. Wieners: „Würdigung der Wörter“. Zur Ersterwähnung der Heidenhofener Urmark und Urkirche in Diplom Nr. 81 König Ludwigs des Deutschen von 857, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 33–43, hier S. 33.
  9. ↑ Thomas H. T. Wieners: „Würdigung der Wörter“. Zur Ersterwähnung der Heidenhofener Urkirche und Urmark in Diplom Nr. 81 König Ludwigs des Deutschen von 857, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 33–43.
  10. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen – Hof des Alemannen Haido, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 48
  11. ↑ Tarcisio Stramare: Eine alte St. Josefsbruderschaft in Heidenhofen in Deutschland aus dem Italienischen von Thomas H. T. Wieners, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 155–157, hier S. 155.
  12. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 495 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  13. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen – Hof des Alemannen Haido, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 32
  14. ↑ Herbert Weiß: Beschreibung des Wappens von Heidenhofen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 17.
  15. ↑ Die Urkunden der deutschen Karolinger, Bd. 1: Die Urkunden Ludwigs des Deutschen, Karlmanns und Ludwigs des Jüngeren (= Monumenta Germaniae historica. Diplomata regum Germaniae ex stirpe Karolinorum, Bd. 1: Ludowici Germanici, Karlomanni, Ludowici Iunioris Diplomata), hrsg. v. Paul Kehr. Berlin 1932–34 (ND 1980), Nr. 81, S. 118f.
  16. ↑ Die Urkunden zur Ersterwähnung von Dorf, Urmark und Urkirche Heidenhofen aus dem Mittellateinischen von Thomas H. T. Wieners, ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 44–47, hier S. 45f.
  17. ↑ Herbert Weiß: Unsere Kirche, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 158
  18. ↑ Herbert Weiß: Unsere Kirche, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 159
  19. ↑ Ortsteil Heidenhofen | Donauquellstadt Donaueschingen. Abgerufen am 27. August 2025.
  20. ↑ Herbert Weiß: Die Heidenhofener Dorflinde, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 21
  21. ↑ Wolf Hockenjos: Die Linden. Baumoriginale im Schwarzwald-Baar-Kreis (Teil 5), in: Almanach 2011. Heimatjahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises. F. 35, S. 256–263, hier S. 260
  22. ↑ Hermann Frey: Heidenhofen. Eine kleine Heimatkunde (= Schriftenreihe des Landkreises Donaueschingen, Bd. 20), Freiburg i. Br. 1968, S. 85
  23. ↑ Hermann Frey: Heidenhofen. Eine kleine Heimatkunde (= Schriftenreihe des Landkreises Donaueschingen, Bd. 20). Freiburg i. Br. 1968, S. 85f.
  24. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen, ein Stadtteil von Donaueschingen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier. Donaueschingen 2010, S. 17
  25. ↑ Herbert Weiß: Heidenhofen, ein Stadtteil von Donaueschingen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 17.