| Heikegani | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Heikegani (Heikeopsis japonica) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Heikeopsis | ||||||||||||
| Ng, Guinot & Davie, 2008 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Heikeopsis japonica | ||||||||||||
| (von Siebold, 1824) |
Heikegani (Heikeopsis japonica) ist eine Krabbenart aus Japan, deren Rückenpanzer so gefurcht ist, dass er an ein menschliches Gesicht erinnert. Sie kommen hauptsächlich im südwestlichsten Teil der Hauptinsel Honshū in der Shimonoseki-Straße vor. Sie bewohnt Gezeitenzone und Schelf in Tiefen zwischen 15 und 90 m. Wie alle Dorippidae tragen sie mit den beiden hinteren, größenreduzierten Schreitbeinpaaren belebte oder unbelebte Objekte zur Tarnung.
Der Carapax von Heikeopsis japonica wird bis zu 30 mm lang. Die Oberfläche ist mäßig modelliert, die Herzregion glatt, die mesogastrische Region markant. Der Seitenrand trägt einen Kiemenhöcker. Der Carapax ist etwas breiter als lang ist. Die Branchial- und Branchiocardialfurchen sind sehr deutlich ausgeprägt, die Halsfurche ist etwas weniger tief. Die Exorbitalzähne sind gut entwickelt. Bei erwachsenen Männchen ist die rechte Schere deutlich vergrößert, während beide Scheren bei Weibchen und jungen Männchen gleich groß sind. Das zweite und dritte Beinpaar sind sehr lang und schlank. Die Propodi und Dactyli der beiden ersten Schreitbeinpaare (P2 und P3) haben auf den Streck- und Beugerändern Borstenbüschel.

Laut dem Werk Heike Monogatari sollen viele Krieger des in der Seeschlacht von Dan-no-ura am 25. April 1185 besiegten Klans der Heike gemeinsam mit ihrem Anführer kollektiven Selbstmord begangen haben, indem sie sich im Meer ertränkten, bevor sie vom Feind gefangen oder getötet werden konnten. Mit der Zeit entstand der Volksglaube, dass die Krabben Reinkarnationen der toten Heike-Krieger seien und die Rückenpanzer den Gesichtsausdruck eines zornigen Samurai zeigten.
Julian Huxley vertrat 1953 die These, dass diese Krabbenart ein Beispiel für unabsichtliche menschliche Auslese sei: Je mehr der Rückenpanzer einem menschlichen Gesicht ähnelte, desto wahrscheinlicher würden die Fischer eine solche Krabbe wieder lebendig ins Meer zurückwerfen. Durch diese Selektion würden sich die Merkmale des Rückenpanzers im Laufe der Zeit noch deutlicher herausbilden. Die These wurde auch von Carl Sagan in seinem Buch Cosmos popularisiert.
Diese Theorie wird jedoch angezweifelt: Aufgrund der geringen Größe der Krabben (ca. 2–3 cm) sind diese nicht zum Verzehr vorgesehen und werden von den Fischern auch nicht bewusst selektiert. Die charakteristischen Ausbuchtungen des Rückenpanzers sind lediglich verstärkte Ansatzstellen für Muskeln und stellen kein sich eigenständig veränderndes Merkmal dar.
Heikeopsis japonica ist die einzige rezente Art der Gattung Heikeopsis. Daneben gehört die fossile Art Heikeopsis tuberculata (Morris & Collins, 1991) † zur Gattung.
Die Art hat folgende Synonyme Doripe japonica von Siebold, 1824, Heikea japonica (von Siebold, 1824), Heikeopsis arachnoides (Manning & Holthuis, 1986), Neodorippe (Neodorippe) japonicum (von Siebold, 1824), Neodorippe (Neodorippe) japonicum var. taiwanensis Serène & Romimohtarto, 1969 und Nobilum arachnoides Manning & Holthuis, 1986.