Heiko Bellmann

Heiko Bellmann (2010)

Heiko Bellmann (* 17. März 1950 in Rotenburg (Wümme); † 7. März 2014 in Geislingen an der Steige) war ein deutscher Zoologe. Der Buchautor aus Lonsee hat entomologische und arachnologische Arbeiten veröffentlicht. Bekanntheit hat er auch im Ausland durch seine Bestimmungsbücher über Insekten und Spinnen erlangt, die er mit seinen eigenen Makrofotografien ausstattete.

Leben

Nach dem Abitur studierte Heiko Bellmann an der Georg-August-Universität Göttingen Biologie. Anschließend ging er 1975 an die Universität Ulm und war dort von da an wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1979 wurde er an der Ulmer Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik mit der Untersuchung Zur Ethologie mitteleuropäischer Bauchsammlerbienen (Hymenoptera, Megachilidae), Osmia bicolor, Osmia aurulenta, Osmia rufohirta, Anthidium punctatum, Anthidiellum strigatum, Trachusa byssina promoviert. Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde er dem Publikum durch seine mit Farbfotos versehenen Bestimmungsbücher bekannt. Neben diesen von Gunter Steinbach herausgegebenen Feldführern verfasste Bellmann mit weiteren Co-Autoren ebenfalls die Bände 4 bis 6 der Naturenzyklopädie Europas (1992) des Münchener Mosaik-Verlages mit sowie zusammen mit Reinhard Witt für denselben Verlag auch die zweibändige Naturenzyklopädie der Insekten (1994).

Im Franckh-Kosmos-Verlag veröffentlichte Heiko Bellmann die umfassenden Darstellungen Bienen, Wespen, Ameisen. Hautflügler Mitteleuropas (1995), Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas (1997), Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen (2003) und Der Kosmos-Heuschreckenführer. Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen (2006). Einige dieser Bücher wurden ins Französische, Spanische, Niederländische oder Polnische übersetzt. Zusammen mit Klaus Honomichl führte Bellmann seit 1996 zudem das von Werner Jacobs begründete Standardwerk Biologie und Ökologie der Insekten fort – sowohl in der bekannten Taschenlexikonform als auch erweitert als CD-ROM-Lexikon.

Da sich Bellmann seit 1971 intensiv mit der fotografischen Dokumentation vor allem der heimischen Insekten und Spinnentiere befasste, konnte er alle seine Publikationen mit eigenen Fotos ausstatten, die durch ihre hohe Qualität der wesentliche Erfolgsfaktor seiner Bücher sind. Zahlreiche Bilder entstanden in Mitteleuropa und im Mittelmeerraum. Nach Bellmanns eigenen Angaben umfasste sein Bildarchiv im Jahr 2006 rund 50.000 Dias von etwa 2400 Tier- und 1800 Pflanzenarten, wobei die wichtigsten Tier- und Pflanzengruppen Mittel- und Südeuropas mit Ausnahme der Vögel, der Fische, der Einzeller und der marinen Organismen berücksichtigt sind. Aus diesem reichen Fundus bestückte er auch seine Dia-Vorträge zu verschiedenen Themenbereichen.

Heiko Bellmann starb am 7. März 2014, nachdem er tags zuvor während eines Vortrages in Geislingen an der Steige bei Ulm einen Schwächeanfall erlitten hatte und in das dortige Krankenhaus gebracht wurde.

Schriften (Auswahl)

Commons: Heiko Bellmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Werner Funke, Manfred Ayasse: In memoriam Heiko Bellmann (17.3.1950–7.3.2014) – Naturforscher, Tierfotograf und Buchautor. In: Arachnologische Mitteilungen. Band 50, 2015, S. i-v.
  2. ↑ Nabu trauert um Dr. Heiko Bellmann bei rotenburger-rundschau.de, abgerufen am 29. Mai 2020.