Ernst Heimeran (* 19. Juni 1902 in Helmbrechts; † 31. Mai 1955 in Starnberg) war ein deutscher Autor und Verleger.
Heimerans Eltern waren der Fabrikbesitzer Adalbert Heimeran (1866–1949) und seine Frau Hedwig (1874–1933). Bereits vor dem Abitur 1921 am Alten Realgymnasium in München war Heimeran verlegerisch tätig. Seit 1917 war er Herausgeber der Zeitschrift Der Zwiestrolch. Schrift jugendlicher Offenbarung. Nach dem Abitur studierte Heimeran Kunstgeschichte und promovierte mit einer Dissertation zu Michelangelo zum Dr. phil. Er war Autor heiterer anekdotischer Bücher wie etwa Lehrer, die wir hatten.
Ab 1922 baute er, zunächst im Einmannbetrieb, den Ernst-Heimeran-Verlag im väterlichen Haus in Schwabing auf. Bereits zu dieser Zeit arbeitete er viel mit seinem Schwager, dem Schriftsteller, Karikaturisten und Bildhauer Ernst Penzoldt zusammen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband.

„Als H. seinen Verlag gründete, hatte er nicht daran gedacht, zeitgenössische Belletristik zu verlegen. Von 1933 an stellte er sich zunächst mit seinen feuilletonistischen Einfällen dem Publikum gleichsam als sein eigener Autor vor.“
Obwohl sich seine Bücher sehr gut verkauften, musste er die Finanzierung anfangs durch eine Tätigkeit als Journalist für die Münchner Neuesten Nachrichten stützen. Dort war er Kollege von Eugen Roth. Die beiden gründeten mit Ernst Penzoldt und einem Kreis Gleichgesinnter 1924 die „Argonauten“, die einige Jahre lang das literarische und gesellschaftliche Leben in München belebten. Unter der Naziherrschaft wurde er 1933 als „politisch unzuverlässig“ entlassen. Ernst Heimeran heiratete 1936 seine aus der Schweiz stammende Frau Margrit. Die Familie wurde mit seinen Kindern Christiane, Till und Nele der Mittelpunkt seiner schriftstellerischen Arbeit.
Seit 1923 brachte Heimeran – angeregt durch seinen Geschichtslehrer Franz Burger – die Werke antiker Autoren in handlichen zweisprachigen Ausgaben heraus. Den ersten Band dieser Reihe von Tuskulum-Büchern (die später den Titel Sammlung Tusculum erhielt) mit Oden und Epoden des Horaz gab Burger selbst 1923 heraus. Im Jahr 1940 wurde unter anderem eine zweisprachige Kurzfassung des Neuen Testaments (Das Evangelium) durch Kurt Aland veröffentlicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen etliche bahnbrechende Editionen (Arrian, Anthologia Graeca, Prokopios von Cäsarea, Plinius d. Ä. und viele andere). Das Bändchen Hellas. Ein Führer durch Griechenland nach antiken Quellenstücken (griechisch-lateinisch-deutsch) wurde von Georg von Reutern zusammengestellt. Heute wird die Sammlung Tusculum vom Verlag De Gruyter weitergeführt.
Heimeran starb mit 52 Jahren an einem Gehirnschlag.
In Heimerans ehemaligem Gymnasium, dem heutigen Oskar-von-Miller-Gymnasium in München-Schwabing, gibt es ein sogenanntes „Heimeran-Zimmer“. Darin ist die Schulbücherei als Lern- und Lesesaal für die Oberstufe beheimatet, nachdem die entsprechenden Räumlichkeiten nicht mehr als Direktoren-Wohnung gebraucht wurden. Heimerans Nachlass befindet sich seit 2002 im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heimeran, Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor und Verleger |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1902 |
| GEBURTSORT | Helmbrechts |
| STERBEDATUM | 31. Mai 1955 |
| STERBEORT | Starnberg |