Heinrich Kipper leitete den Bukowiner Boten und die Freie Lehrerzeitung (1901–1908). Als Lehrer engagierte er sich auch politisch im Interesse seiner Berufskollegen und zog für die Bukowiner Deutschnationalen in den Czernowitzer Gemeinderat ein. 1914 wurde er zum Mitglied der Deutschen Prüfungskommission für Volks- und Bürgerschulen in Czernowitz ernannt. Raimund Friedrich Kaindl nannte ihn den „bedeutendsten Dialektdichter des Buchenlandes“. Er schrieb in einer stark pfälzisch geprägten karpatenschwäbischen Mundart. Kipper war ein überzeugter Verfechter der Kriegsidee im Ersten Weltkrieg – wie viele Intellektuelle jener Zeit – und wurde im Rang eines Oberleutnants als Bataillonskommandant in seiner Heimat Bukowina am 1. Januar 1915 so schwer verwundet, dass ihm ein Bein amputiert werden musste. Im gleichen Jahr wurde er zum Professor an der Lehrerinnenbildungsanstalt in Czernowitz ernannt.
Verhältnis zum Nationalsozialismus
Kippers 1942 erschienener Roman Deutschland, wir kommen schildert das Leben der Deutschen in der Bukowina und stellt den Nationalsozialismus als das ideale Regime dar. 1948 bestätigte der Verlag Karl Kühne in einem Schreiben an Kipper rechtsverbindlich, dass dieser Roman von ihm unter dem Titel Heimat beim Verlag eingereicht wurde und dass Kipper auf die Wahl des endgültigen Titels keinen Einfluss hatte. Im selben Brief heißt es, dass Kipper mit einer Jüdin verheiratet und kein Nationalsozialist war. Dennoch wird Kipper zu „den ‚volksdeutschen‘ und sich zum Nationalsozialismus bekennenden Heimatdichtern“ gerechnet und als „nazifreundlicher Romanproduzent“ bezeichnet.
Werke
Aus dem Tagebuche eines österreichischen Gendarmen, Eigenverlag, 1912.
Johannes Kardinal von Geissel, Erzbischof von Köln, 1914.
Andrei Corbea-Hoisie: Czernowitzer Geschichten. Über eine städtische Kultur in Mittelosteuropa (= Literatur und Leben. Band 63). Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2003.
Deutsches Literaturlexikon – Biographisches und bibliographisches Handbuch. Begründet von Wilhelm Kosch. Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage – Achter Band: Hohberg–Kober. Francke Verlag, Bern und München 1981.
Dieter Kessler: (K’s Schriften) – enth. in: Dietmar Goltschnigg, Anton Schwob (Hrsg.): Die Bukowina. Francke, Tübingen 1990, S. 89–100 (aus Heiner Schmidt: Quellenlexikon zur deutschen Literaturgeschichte).
Katharina Kilzer: Wandernde Humanisten – Anthologie der Donauschwäbischen Literatur. In: Siebenbürgische Zeitung, 25. September 2010.
Stefan Teppert: Die Erinnerung bleibt – Donauschwäbische Literatur seit 1945 – Eine Anthologie – Band 4 – K–L. Hartmann Verlag, Sersheim 2009, S. 203–218.
Von der Heide: Illustrierte Monatschrift für Kultur und Leben, Organ der Karpatendeutschen. 7.–8. Heft, 8. Jahrgang, Temesvar Juli–August 1916, S. 93–94.
Claudia Wagner: Die Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur. Literaturreinigung auf Österreichisch. Diplomarbeit zur Erlangung des Mag. phil. Universität Wien, 2005, insbesondere S. 51 f.
Udo Peter Wagner: Neue Literatur 37/1986, H. 5, S. 37–42.
↑Claudia Wagner: Die Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur. Literaturreinigung auf Österreichisch. Diplomarbeit zur Erlangung des Mag. phil. Universität Wien, 2005 Archivierte Kopie (Mementodes Originals vom 1. März 2014 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wienbibliothek.at S. 52.
↑Claudia Wagner: Die Zentralkommission zur Bekämpfung der NS-Literatur. Literaturreinigung auf Österreichisch. Diplomarbeit zur Erlangung des Mag. phil. Universität Wien, 2005 Archivierte Kopie (Mementodes Originals vom 1. März 2014 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wienbibliothek.at S. 52.
↑Andrei Corbea-Hoisie: Czernowitzer Geschichten. Über eine städtische Kultur in Mittelosteuropa (= Literatur und Leben 63). Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2003, S. 103 und 131.