Heinrich Steitz (* 24. Januar 1907 in Fürfeld, Kreis Alzey, Großherzogtum Hessen; † 27. September 1998 in Mainz) war ein deutscher evangelischer Theologe.
Von 1927 bis 1931 studierte Steitz in Gießen und Jena Evangelische Theologie, Germanistik und Geschichte. Er trat 1927 dem Gießener Wingolf bei, dem er bis zu seinem Tode tief verbunden blieb. 1928 wurde er Mitglied im Jenenser Wingolf und 1950 im Mainzer Wingolf. Durch den Gießener Wingolf bekam Steitz intensiven Kontakt zu den damals führenden Kirchenhistorikern und Theologen in Hessen wie Ferdinand Kattenbusch, Gustav Krüger und Hans Waitz. An der hessischen Landesuniversität in Gießen legte Steitz 1931 sein erstes und 1932, nach Besuch des Predigerseminars in Friedberg, sein zweites theologisches Examen ab. Die Zulassung für das Lehramt an höheren Schulen erhielt er 1933 in Gießen. Mit einer kirchenhistorischen Arbeit zu den hessischen Kirchen- und Schulordnungen im 16. bis 18. Jahrhundert wurde Steitz 1935 in Gießen zum Lizentiaten (Lic.) der Theologie und 1938 mit einer germanistischen Arbeit über Gemarkungsnamen zum Dr. phil. promoviert.
Nach seiner Ordination im Jahr 1932 wirkte Steitz als Vikar in Kirchengemeinden in Offenbach am Main, Worms und Petterweil (1935/37). Im Herbst 1937 wechselte er als Gymnasiallehrer an das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Er wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und geriet am 9. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft. Die Wohnung der Familie war beim Luftangriff auf Darmstadt in der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 völlig zerstört worden, doch überlebten seine Frau und Tochter. Nach seiner Rückkehr wurde er Ende 1945 Pfarrer in Mainz-Bischofsheim und 1950 Dekan in Groß-Gerau; ab 1956 war er Pfarrer in Mainz-Gonsenheim.
Am Aufbau der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) nach dem Krieg war Steitz besonders engagiert. Er war hierbei als Synodaler und Mitglied des Verfassungs- und Rechtsausschusses tätig und brachte wieder viele volkskirchlich-hessische Traditionen in die EKHN ein.
1957 habilitierte er sich für das Fach Kirchengeschichte in Mainz und wurde 1965 zum außerplanmäßigen Professor, 1971 zum ordentlichen Professor ernannt.
Seine umfangreiche Geschichte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gilt als kirchengeschichtliches Standardwerk. Damit gilt Steitz als einer der bedeutendsten Vertreter der hessischen Kirchengeschichtsforschung. Schon nach dem Krieg rief er 1949 die 1901 gegründete Vereinigung für Hessische Kirchengeschichte wieder ins Leben und wirkte 1950/51 als deren Erster und dann bis 1979 als Zweiter Vorsitzender. 1950 wurde er in die Hessische Historische Kommission Darmstadt berufen.
Steitz war auch in der evangelischen Erwachsenenbildung und im Wingolf aktiv. 1972 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und 1983 den Landesorden von Rheinland-Pfalz. Die Philipps-Universität Marburg zeichnete ihn 1962 mit der Ehrendoktorwürde aus.
Heinrich Steitz verstarb am 27. September 1998 in Mainz. Sein Sohn ist der Arzt Heinrich Otto Steitz, sein Enkel der Historiker Eckhard Wirbelauer.
| Personendaten | |
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| NAME | Steitz, Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1907 |
| GEBURTSORT | Fürfeld, Kreis Bad Kreuznach |
| STERBEDATUM | 27. September 1998 |
| STERBEORT | Mainz |