Johann Heinrich Theising (* 2. Februar 1858 in Warschau; † 28. Oktober 1933 in Berlin-Steglitz) war ein deutscher Architekt, der allein und in enger Zusammenarbeit mit Ernst Schwartzkopff, die beide in Groß Lichterfelde bei Berlin wohnten, zahlreiche Wohn-, Geschäfts- und kirchliche Bauten errichteten. Einige ihrer Bauten sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz.
Heinrich Theising war ein Sohn des Fabrikdirektors Heinrich Theising in Chicago und dessen Ehefrau Alwine geborene Kocher. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, aber er ist ab 1878 in Berlin als Bautechniker, Architekt und Maurermeister, später als Baumeister nachweisbar. 1884 heiratete er Maria Stüwe (1861–1921).
Zunächst trat Theising zusammen mit dem erfahrenen Architekten Ernst Schwartzkopff auf. Sie konnten ab Mitte der 1880er Jahre in Groß-Lichterfelde in der Nähe von Schwartzkopffs Wohnungen mindestens drei Wohnhäuser errichten, die gleichzeitig auch Referenzen für ihr Können waren. Theising zog dann um 1890 ebenfalls nach Groß-Lichterfelde. Dort wurde der Sohn Curt Werner geboren. Theising realisierte manche Objekte auch allein.
Heinrich Theising hatte in den Jahren 1894 bis 1898 in der Behrenstraße 14–16 ein Wohn- und Geschäftshaus geplant und errichtet, in dem er fortan sein Atelier unterhielt. Auf der Westseite wurde nach massiven Gebäudezerstörungen im Zweiten Weltkrieg ein mehrstöckiges Parkhaus angebaut, das ab 2019 abgerissen und durch einen Wohn- und Geschäftskomplex ersetzt wurde. Der vorhandene und denkmalgeschützte Altbau heißt nun zusammen mit dem Neubau Palais Theising.
Im Jahr 1888 wurde Theising mit dem Königlichen Kronenorden IV. Klasse ausgezeichnet. Im Jahr 1908 verlieh Kaiser Wilhelm II. dem Privatarchitekten Heinrich Theising aus Groß-Lichterfelde den Titel (=Charakter) eines Baurats.
Beide Architekten verfolgten zur damaligen Zeit verschiedene, meist dem Zeitgeist entsprechende Baustile. Beim Wohnungsbau bevorzugten sie den Reformstil, mit dem gute und preisgünstige Wohnungen für viele Neuberliner entstanden. Sie setzten Schnörkel und Verzierungen nur selten ein, schufen aber durch großzügige Linienführung, Giebel, Erker, vorgesetzte Balkone und gerahmte Loggien sowie mit dem Einsatz seltener Materialien wie eine Verkleidung mit weißen Klinkern dennoch sehr individuelle Bauten. Später schlossen sich Theising und Schwartzkopff mit ihren Entwürfen auch dem Mainstream wie dem Jugendstil oder der Neuromanik an. Ein klarer eigener Stil ist nicht erkennbar.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Theising, Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Theising, Johann Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 2. Februar 1858 |
| GEBURTSORT | Warschau |
| STERBEDATUM | 28. Oktober 1933 |
| STERBEORT | Berlin-Steglitz |