Heinz Butin

Heinz Butin (* 13. April 1928 in Bad Godesberg; † 28. Februar 2021 in Wolfenbüttel) war ein deutscher Phytopathologe und Forstwissenschaftler aus Wolfenbüttel. Er war langjähriger Leiter des Instituts für Pflanzenschutz im Forst der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig. Er hat sich vor allem mit den Krankheiten der Gehölze beschäftigt und ist nicht zuletzt durch sein weit verbreitetes Standardwerk Krankheiten der Wald- und Parkbäume (1983) bekannt.

Leben

Heinz Butin wurde 1954 mit der Dissertation Physiologisch-ökologische Untersuchungen über die Beziehung von Wasserhaushalt und Photosynthese bei Flechten an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn zum Dr. rer. nat. promoviert. Danach arbeitete er an dem von Herbert Zycha geleiteten Institut für Forstpflanzenkrankheiten der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Hann. Münden. Butin arbeitete sich in das Fachgebiet der Forstpathologie und speziell der forstlichen Mykologie ein, wobei er in Zycha einen hervorragenden Lehrer fand, bei dem er sich schließlich an der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen mit der Schrift Untersuchungen zur Ökologie einiger Bläuepilze an verarbeitetem Kiefernholz auch habilitierte.

1969 wurde Heinz Butin zum Wissenschaftlichen Direktor am Institut für Forstpflanzenkrankheiten befördert. Die Forstfakultät der Universität Göttingen, die in dieser Zeit von Hann. Münden nach Göttingen umzog, ernannte ihn zum außerplanmäßigen Professor. 1976 wurde er dann mit der Amtsbezeichnung Direktor und Professor Leiter des Instituts für Pflanzenschutz im Forst der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig, hielt aber im Rahmen der Ausbildung im Fach Waldschutz nach wie vor Forstpathologie-Vorlesungen in Göttingen.

Gemeinsam mit Herbert Zycha veröffentlichte Butin 1973 das Lehrbuch Forstpathologie, das aber nie die Popularität von Fritz Schwerdtfegers Die Waldkrankheiten erlangte, allerdings auch andere Schwerpunkte setzte. Sein erfolgreichstes Buch, das ihn durch verschiedene Übersetzungen international bekannt machte, ist Krankheiten der Wald- und Parkbäume, das erstmals 1983 erschien und bis 2019 fünf Auflagen erlebte. Im Zuge der Debatte um das sogenannte „Waldsterben“ verfasste Butin zusammen mit Günter Hartmann und Franz Nienhaus den Farbatlas Waldschäden (1988), einen reich bebilderten Feldführer zur Diagnose von Baumkrankheiten. Das Buch fand nicht nur bei Forststudenten und Praktikern auf diesem Gebiet weite Verbreitung, sondern auch bei sonstigen um den Wald besorgten Naturfreunden. Das Werk wurde ebenso in mehrere andere Sprachen übersetzt, wie auch der Farbatlas Gehölzkrankheiten: Ziersträucher und Parkbäume (1992), den Butin gemeinsam mit Franz Nienhaus und Bernd Böhmer verfasste. Allerdings richtet sich dieses Buch nicht mehr an Förster und Waldbesitzer, sondern vorrangig an Gärtner und Gartenfreunde.

Daneben hat Butin zahlreiche Beiträge in nationalen und internationalen phytopathologischen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Zu Ehren von Butins 85. Geburtstages wurde ihm 2013 eine Arbeit über den Fichtenparasitischen Pilz Rhizoctonia butinii gewidmet.

Er war Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

Schriften

Zusammen mit Rolf Kehr übersetzte Butin 1994 zudem das Fachbuch Moderne Baumpflege. Grundlagen der Baumbiologie (Modern Arboriculture) von Alex L. Shigo ins Deutsche. Außerdem war er Herausgeber der Waldschutz-Merkblätter der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Franz Oberwinkler, Kai Riess, Robert Bauer, Roland Kirschner, Sigisfredo Garnica: Taxonomic re-evaluation of the Ceratobasidium-Rhizoctonia complex and Rhizoctonia butinii, a new species attacking spruce. In: Mycological Progress. Band 12, 2013, S. 763–776, doi:10.1007/s11557-013-0936-0.
  2. ↑ Rolf Kehr, Karl-Heinz Berendes, Georg F. Backhaus: Gratulation zum Geburtstag. Prof. Dr. Heinz Butin, 90 Jahre. In: Journal für Kulturpflanzen. Band 70, 2018, S. 141.
Personendaten
NAME Butin, Heinz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Phytopathologe und Forstwissenschaftler
GEBURTSDATUM 13. April 1928
GEBURTSORT Bad Godesberg
STERBEDATUM 28. Februar 2021
STERBEORT Wolfenbüttel