Heinz Duddeck

Heinz Duddeck (* 24. Mai 1928 in Sensburg; † 18. August 2017) war ein deutscher Bauingenieur.

Leben

Nach der Flucht aus Ostpreußen, Wehrdienst und britischer Kriegsgefangenschaft (bis 1945) begann er eine Maurerlehre in Rastede (Gesellenprüfung 1948), absolvierte das Abitur und studierte von 1949 bis 1955 Bauingenieurwesen an der TH Hannover bei Wolfgang Zerna (und H. Kauderer). Außerdem war er zu einem Studienaufenthalt an der University of Bristol. Er war als Assistent am Lehrstuhl für Stahlbau und wurde 1959 promoviert (Das Randstörungsproblem der technischen Biegetheorie dünner Schalen in drei korrespondierenden Darstellungen). Danach war er mit einem Stipendium der National Academy of Sciences mehrere Jahre an der Stanford University. 1963 habilitierte er sich an der TH Hannover (Die asymptotische Biegetheorie der allgemeinen Rotationsschalen mit schwacher Veränderlichkeit der Schalenkrümmung). Danach war er in der Bauindustrie in Bern und bei Beton- und Monierbau in Düsseldorf. 1966 wurde er ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Statik an der TU Braunschweig (Antrittsvorlesung: Was leistet die Schalentheorie?). 1996 wurde er emeritiert.

Neben Schalentheorie und Flächentragwerken (wie Pilzdecke) befasste er sich mit Tunnelbau (aber auch Statik z. B. von Salzkavernen oder für Studien zu unterirdischen Kernkraftwerken). Zu den Projekten, an denen er beteiligt war, gehören der Elbtunnel (1966, 1985), die Tunnel der Neubaustrecke Hannover–Würzburg der Deutschen Bundesbahn (1979 bis 1990), der Emstunnel Leer und der BEWAG-Tunnel unter der Spree (1995). Er befasste sich auch mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Ingenieuren und allgemein mit Entwurfs- und Berechnungsmodellen von Ingenieuren.

Von 1979 bis 1990 war er Mitglied der Studienreformkommission Bauingenieurwesen.

Er war lange Zeit im wissenschaftlichen Beirat der Daimler und Benz Stiftung.

1988 wurde er Ehrendoktor der Universität Karlsruhe. 1978 wurde er Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, 1993 der Academia Europaea und 2002 der Acatech. Außerdem war er Gründungsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Teilweise veröffentlicht in Österreichisches Ingenieur-Archiv, Band 17, H. 1, 1962, S. 32–57.
  2. ↑ Teilweise veröffentlicht in Ingenieur-Archiv 33 (1964), S. 279–300.