Heinz Isler

Gartencenter Wyss, Zuchwil (1962)
Kilcherschale, Recherswil (1965)
Raststätte, Deitingen Süd (1968)
Pavillon Sicli, Carouge bei Genf (1969)
Naturtheater Grötzingen, Aichtal (1977)
Tennishalle, Grenchen (1978)
Hallenbad, Brugg (1981)
Flieger- und Flabmuseum Dübendorf (1986)
Steinkirche Cazis von Süden (2002)

Heinz Isler (* 26. Juli 1926 in Zollikon; † 20. Juni 2009 in Bern) war ein Schweizer Bauingenieur. Mit über 1400 geplanten und realisierten Schalentragwerken gilt er als der weltweit bedeutendste Schalenbauer. Zusammen mit Robert Maillart, Othmar Ammann und Christian Menn wird er zu den wichtigsten Schweizer Bauingenieuren des 20. Jahrhunderts gezählt.

Leben

Nach dem Besuch einer Kantonsschule in Zürich begann Isler 1945 das Studium des Bauingenieurwesens an der ETH Zürich, welches er 1950 mit dem Diplom abschloss. Anschliessend war er drei Jahre als Assistent an der ETH Zürich bei Professor Pierre Lardy beim Aufbau der Modellwerkstatt des Statiklehrstuhls tätig. Es folgte für neun Monate ein Studium der Kunstmalerei an der Kunstgewerbeschule Zürich, ehe er 1954 in Burgdorf als selbstständiger Ingenieur mit dem Entwurf von Schalen begann.

Aufgrund von Naturbeobachtungen und nicht mit mathematischen Definitionen entwickelte Isler die optimalen Formen von dünnwandigen, allseitig gekrümmten Schalen aus Stahlbeton, die als Dächer verwendet werden. Zum Beispiel ergab sich aus hängenden Tüchern, versteift und umkehrt die Geometrie von Schalendächern mit freier Form, die unter Eigengewicht als Schnittgrössen nur Druckkräfte aufweisen. Aus der aufgeblasenen Membran entstanden Buckelschalen, die Grundrisse von 54 Meter × 58 Meter mit 15 bis 19 Zentimeter dicken Stahlbetonschalen überspannen. Mit diesen Methoden entwarf und konstruierte Isler über 1400 Schalentragwerke. An Modellen wies er meist die ausreichende Standsicherheit nach. Ausserdem legte er den Bauablauf fest, überwachte die Bauausführung und beobachtete jahrelang das Tragverhalten der Schalen. Die Schalenformen weisen überwiegend Druckspannungen auf und bleiben somit praktisch ohne Risse, weshalb auf Beschichtungen meist verzichtet wurde.

Isler gehörte zum Team von Behnisch & Partner, das 1967 mit einem Zeltdachentwurf den Wettbewerb um das Olympiagelände in München gewann. Auch an der Realisierung war er beteiligt. Er arbeitete vor allem an dem massiven Stadionrund mit.

Bauwerke

unter anderem

Rezeption

Das Museum Langenthal widmete Isler im Jahr 2020 eine Sonderausstellung unter dem Titel „Natürlicher Schwung“.

Ehrungen

Im Jahr 1983 hatte Heinz Isler auf Antrag der Abteilung für Bauingenieurwesen die Ehrendoktorwürde der ETH Zürich erhalten und wurde im gleichen Jahr Honorarprofessor an der Architekturfakultät der Universität Karlsruhe. Isler war Ehrenmitglied der Internationalen Vereinigung für Schalenkonstruktionen (IASS), auf deren Gründungskongress 1959 er einen ersten internationalen Vortrag über seine Schalenkonstruktionen hielt. 2006 erhielt er die Freyssinet-Medaille.

Literatur

Commons: Heinz Isler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Isler, Heinz (1926-2009) Great Engineers - Internetlexikon der Bauingenieure.
  2. ↑ Heinz Bösiger: Bildender Künstler und Pionier im Schalenbau. In: Der Bauingenieur 2006, Nr. 8, S. 10–17, ISSN 1661-7037.
  3. ↑ Gesellschaft für Ingenieurbaukunst. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. ↑ Dustin Häßler, Philip Niehoff: Gartencenter Solothurn. Fachexkursion in die Schweiz Sommersemester 2007, TU Cottbus. (Memento vom 2. September 2011 im Internet Archive)
  5. ↑ Ramm, Schunk: Heinz Isler Schalen. S. 62
  6. ↑ Dustin Häßler, Philip Niehoff: Autobahnraststätte Deitingen–Süd an der A1 Bern–Zürich. Fachexkursion in die Schweiz Sommersemester 2007, TU Cottbus. (Memento vom 2. September 2011 im Internet Archive)
  7. ↑ Roman Kramer: Der konstruktive Entwurf von Stabnetzwerken am Beispiel des Naturtheaters Grötzingen. Diplomarbeit 2005, S.20 (PDF; 5,3 MB)
  8. ↑ Ramm, Schunk: Heinz Isler Schalen. S. 99,100
  9. ↑ Ramm, Schunk: Heinz Isler Schalen. S. 68
  10. ↑ Ramm, Schunk: Heinz Isler Schalen. S. 100
  11. ↑ Chilton: Free-form shells. S. 80
  12. ↑ Sonderausstellung Natürlicher Schwung. Museum Langenthal, abgerufen am 29. Oktober 2024.
Personendaten
NAME Isler, Heinz
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Bauingenieur
GEBURTSDATUM 26. Juli 1926
GEBURTSORT Zollikon
STERBEDATUM 20. Juni 2009
STERBEORT Bern