Helen Garner

Helen Garner (2015)

Helen Garner (geboren 7. November 1942 in Geelong) ist eine australische Schriftstellerin und Drehbuchautorin.

Leben

Helen Garner studierte Englisch und Französisch an der Universität Melbourne. Sie arbeitete ab 1966 als Lehrerin an verschiedenen High Schools im Bundesstaat Victoria. 1968 heiratete sie den Schauspieler Bill Garner; die Ehe wurde 1971 geschieden; ihre Tochter ist die Schauspielerin Alice Garner. Sie war danach noch mit Jean-Jacques Portail (1980–1985) und mit dem Schriftsteller Murray Bail verheiratet. Garner wurde 1972 aus dem Schuldienst entlassen, als sie den dreizehnjährigen Schülern Sexualkundeunterricht gab, was im Schulplan nicht vorgesehen war.

In erster Roman Monkey Grip weckte 1977 in Australien das Interesse an weiblichen Autoren und sorgte auch dafür, dass Schriftstellerinnen wie Jessica Anderson und Thea Astley wahrgenommen wurden. Garner schrieb seither in verschiedenen Rhythmen Sachbücher, Romane, Kurzgeschichten und Essays. Sie verfasste zu drei Filmen die Drehbücher: Monkey Grip (1982), Regie: Ken Cameron; Two Friends (1986), Regie: Jane Campion und The Last Days of Chez Nous (1992) unter der Regie von Gillian Armstrong.

Ihre Kurzgeschichte The Children's Bach war 2008 für den australischen Komponisten Andrew Schultz die Vorlage für eine gleichnamige Oper. Für ihre True-Crime-Story This house of grief hat Garner sieben Jahre lang einen Mordprozess begleitet, in dem ein geschiedener Ehemann schließlich rechtskräftig verurteilt wurde, weil er seine drei Söhne nach einem Vatertag in einem Baggersee ertränkte.

Garner gewann wiederholt australische Literaturpreise, so für eine im Time Magazine 1993 veröffentlichte Kriminalreportage den „Walkley Award“ für Non-Fiction, den „Melbourne Prize for Literature“, den „Victorian Premier’s Literary Award for Fiction“, den „Queensland Premier’s Award for Fiction“ und den „Barbara Jefferis Award“, zweimal, 2005 und 2015, einen Ned Kelly Award für Non-Fiction und 2016 den „Windham-Campbell Prize for Non-Fiction“. Den britischen Literaturpreis Baillie Gifford Prize for Non-Fiction gewann sie 2025 mit How to End a Story: Collected Diaries. Die Preisbegründung der Jury ist voll des Lobes: "She is a brilliant observer and listener - every page has a surprising, sharp or amusing thought." (Sie ist eine glänzende Beobachterin und Zuhörerin - jede Buchseite bringt einen überraschenden, scharfsinnigen oder humorigen Gedanken.) Die britische Sonntagszeitung The Observer brachte das Statement "the greatest, richest journals by a writer since Virginia Woolf's" (die großartigsten, reichhaltigsten Tagebücher von einer Schriftstellerin seit Virginia Woolf).

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Barbara Möller: Die Kinder sind tot. Rezension. In: Die literarische Welt, 29. Oktober 2016, S. 3
  2. ↑ Helen Garner, bei textpublishing
  3. ↑ 'Addictive' diaries win prestigious non-fiction prize, BBC News vom 5. November 2025, abgerufen am 10. November 2025
  4. ↑ Rachel Cooke: How To End a Story: Collected Diaries by Helen Garner review – the greatest journals since Virginia Woolf’s, theguardian.com vom 17. März 2025, abgerufen am 10. November 2025
  5. ↑ Gerhard Schulz: So macht man das also heute. Rezension, in: FAZ, 16. Juli 2010.
Personendaten
NAME Garner, Helen
KURZBESCHREIBUNG australische Schriftstellerin und Drehbuchautorin
GEBURTSDATUM 7. November 1942
GEBURTSORT Geelong