Helga Königsdorf studierte Physik in Jena und Berlin. Sie promovierte 1963 an der Humboldt-Universität mit der Arbeit Zur Stabilität stochastischer Differentialgleichungssysteme, 1972 erfolgte ihre Habilitation. Von 1961 bis 1990 arbeitete sie am Mathematischen Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR in Ost-Berlin, wo sie die Abteilung für Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik leitete. 1974 wurde sie zur Professorin berufen. 1990 wurde sie aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig emeritiert. Als Mathematikerin veröffentlichte sie unter dem Namen Helga Bunke.
Literarische Karriere
Königsdorf veröffentlichte 1978 in der DDR ihre ersten Erzählungen. Sie setzte sich wie Christa Wolf, Brigitte Reimann und Maxie Wander in den 1970er und 1980er Jahren mit den Folgen der in der DDR praktizierten Gleichberechtigung der Frauen auseinander.
1990 dokumentierte sie den Abschied von der DDR in 18 Gesprächsprotokollen (Adieu DDR) sowie eine Collage aus Briefen, Reden, Zeitungsmeldungen u.a. (1989 oder ein Moment Schönheit) und reflektierte später in mehreren Essays die Geschichte der DDR. Viele ihrer Erzählungen befassen sich mit dem Wissenschaftsbetrieb in der DDR. Königsdorf war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Barbara Lersch-Schumacher: Helga Königsdorfin: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG), im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Julia Petzl:Realism and reality in Helga Schubert, Helga Königsdorf and Monika Maron. In: Historisch-kritische Arbeiten zur deutschen Literatur. Nr.35. Peter Lang, Frankfurt am Main; Berlin; Bern; Bruxelles; New York; Oxford; Wien 2003, ISBN 978-3-631-50101-6 (Zugl.: Queensland, Univ., Diss., 2000).