Helga Gebert

Helga Gebert (* 16. Januar 1935 in Freiburg im Breisgau; † 2. September 2026 ebenda) war eine deutsche Illustratorin, Malerin, Autorin und Übersetzerin, die vor allem durch von ihr illustrierte Märchenbücher bekannt wurde.

Werdegang

Gebert wuchs in Freiburg sowie ab dem vierten Lebensjahr gemeinsam mit ihrem Bruder in Lausheim bei ihrer englischen Großmutter auf. Von ihr hörte sie erstmals Märchen, allerdings in englischer Sprache. Von ihrer Tante bekam Gebert in Lausheim ersten Malunterricht. In dieser Zeit begann sie zudem, selbst Gedichte zu schreiben und diese mit Federzeichnungen zu illustrieren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Gebert zu ihren Eltern nach Freiburg zurück und besuchte eine Waldorfschule, die sie jedoch als 14-Jährige ohne Abschluss verließ. Daraufhin wurde sie von ihren Eltern als Au-pair zu einer Familie nach England geschickt. Zurück in Freiburg bestand Gebert im Alter von 15 Jahren die einwöchige Aufnahmeprüfung der Freiburger Kunstakademie und studierte dort in der Folge zehn Semester.

Anfang der 1970er Jahre gehörte Gebert zu den Künstlerinnen und Künstlern, die Hans-Joachim Gelberg für das 1971 neu gegründete Kinder- und Jugendbuchprogramm des Beltz-Verlages gewann. In der Folge erschienen die meisten von Geberts Büchern bei Beltz & Gelberg. Gebert illustrierte zahlreiche Bücher, darunter vor allem viele Märchenbücher, die sie teils selbst ins Deutsche übersetzte, wofür sie Griechisch, Spanisch, Italienisch sowie Arabisch lernte. Zudem verfasste sie auch selbst einige Kunstmärchen, die sie wiederum illustrierte. Stilmerkmal Geberts sind feine Federzeichnungen, Kolorierung in Aquarell sowie oftmals verzierte Rahmen und Vignetten um Bilder herum. Als Malerin schuf sie unter anderem Wandbilder in der Freiburger Kinderklinik und der Schwerhörigen-Gehörlosen-Schule in Stegen.

Mit ihrem Mann, einem Architekten, dessen drei Kindern sowie drei gemeinsamen Kindern lebte Gebert lange in Merdingen bei Freiburg. In dieser Zeit war Gebert in der Anti-AKW-Bewegung aktiv. Als ihr Mann auf eine Farm nach Namibia auswandern wollte, entschied Gebert sich, in Deutschland zu bleiben. 1988 folgte die Scheidung und Gebert kehrte zu ihren Eltern nach Freiburg zurück. Eine Zeit lang arbeitete sie als Gestaltungstherapeutin in einer psychosomatischen Klinik und unternahm Reisen nach Ägypten, Indien und in den Jemen.

Ab den 1990er Jahren engagierte Gebert sich rund 20 Jahre lang stark in der Freiburger Flüchtlingshilfe, konkret beim Südbadischen Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA), wobei ihr ihre Sprachkenntnisse, vor allem des Arabischen, zugutekamen. Als fast 60-Jährige adoptierte sie zwei afrikanische Jungen, die ihre Eltern auf traumatische Weise verloren hatten.

Heute sind die meisten von Geberts Büchern zwar vergriffen, gehören aber zu den Klassikern des Genres. Gebert lebte in Freiburg und malte und zeichnete auch im hohen Alter jeden Tag.

Helga Gebert starb am 2. September 2026 im Alter von 91 Jahren in ihrer Heimatstadt Freiburg im Breisgau.

Bibliographie

Eigene Bücher

Illustrationen zu Büchern anderer Autoren

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Helga Gebert ist gestorben. In: boersenblatt.net. 25. September 2026, abgerufen am 25. September 2026.
Personendaten
NAME Gebert, Helga
ALTERNATIVNAMEN Gebert-Knosp, Helga
KURZBESCHREIBUNG deutsche Illustratorin, Malerin, Autorin und Übersetzerin
GEBURTSDATUM 16. Januar 1935
GEBURTSORT Freiburg im Breisgau
STERBEDATUM 2. September 2026
STERBEORT Freiburg im Breisgau