Helge Gerndt

Helge Gerndt (* 16. September 1939 in Dresden) ist ein deutscher Volkskundler.

Leben

Gerndt studierte zunächst Volkskunde, Germanistik und Geografie an den Universitäten Kiel und Wien. 1966 promovierte er an der Kieler Universität mit der Dissertation Fliegender Holländer und Klabautermann. Sagengestalten der See. Ende der 60er Jahre verfasste Gerndt eine der ersten ideologiekritischen Arbeiten der volkskundlichen Forschung in der Zeit des Nationalsozialismus. 1973 folgte die Habilitationsschrift an der Universität München: Vierbergelauf. Gegenwart und Geschichte eines Kärntner Brauchs. 1979 wurde er Professor für Volkskunde an der Universität Regensburg. Bereits im darauf folgenden Jahr berief man ihn auf den Volkskunde-Lehrstuhl an die Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2004 ist er dort emeritiert.

Zwischen 1987 und 1991 war er erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV), seit 1994 ist er Mitherausgeber der Enzyklopädie des Märchens.

Gerndt publizierte zur kulturwissenschaftlichen Theorie und Methodik, Wissenschaftsgeschichte, Erzähl- und Brauchforschung, Alltagskultur der Gegenwart sowie zur kulturellen Bedeutung von Bildern.

2021 wurde Gerndt für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Märchenpreis ausgezeichnet.

Publikationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Süddeutsche Zeitung: Volkskundler Helge Gerndt erhält Preis für sein Lebenswerk. Abgerufen am 2. September 2020.
  2. ↑ Pressemitteilung der Märchen-Stiftung vom 11. Mai 2020 abgerufen am 14. Mai 2020
  3. ↑ Daniel Drascek: Laudation zum Europäischen Märchenpreis 2021 auf Prof. Dr. Helge Gerndt. In: maerchen-stiftung.de, abgerufen am 2. Dezember 2023.
Personendaten
NAME Gerndt, Helge
KURZBESCHREIBUNG deutscher Volkskundler
GEBURTSDATUM 16. September 1939
GEBURTSORT Dresden