Helge Grabitz

Helge Grabitz, geborene Gottschalk (* 2. August 1934 in Hamburg; † 17. Juli 2003 in Berlin), war eine deutsche Oberstaatsanwältin in Hamburg, die hauptsächlich mit der Aufklärung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen befasst war. Sie publizierte mehrere Werke zur Holocaust- und Genozidforschung.

Leben

Helge Gottschalk wuchs als Tochter des Studienrates und Nationalsozialisten Gottschalk in Hamburg auf und studierte nach dem Abitur ab 1954 an den Universitäten von Tübingen und Hamburg Jura. Zum Jahresbeginn 1966 erhielt sie eine Stelle in der Hamburger Justiz, als diese sechsundzwanzig neue Planstellen zur Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen schuf. 1958 heiratete sie den Juristen und späteren Hochschullehrer Eberhard Grabitz (aus der Ehe ging die Tochter Nicola 1961 hervor). Bis zur Pensionierung im Jahr 1998 – als ihre Abteilung nur noch aus ihr bestand – bearbeitete Helge Grabitz hauptsächlich NS-Ermittlungen. Während der 1960er und 1970er Jahre führte die Hamburger Staatsanwaltschaft unter anderem in vier großen Komplexen (Distrikt Warschau, Distrikt Lublin, Ghetto Riga, Ghetto Radom), in mittleren Komplexen (Ghetto Slonim, Reserve-Polizei-Bataillon 101) und „kleineren“ Verfahren (Bruno Streckenbach, SS-Schule in Bad Rabka) Untersuchungen durch.

Bei Grabitz’ Tätigkeit entstand ein enger Kontakt zu dem Historiker Wolfgang Scheffler, der als Sachverständiger bei Gericht herangezogen wurde. Anfang der 1990er Jahre heiratete sie ihn in zweiter Ehe. Sie hielten gemeinsame Veranstaltungen an der Technischen und der Freien Universität in Berlin ab und publizierten – teilweise gemeinsam – zur Holocaust- und Genozidforschung.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Grabstätte

Einzelnachweise

  1. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Am Grab von Helge Grabitz. Welt, 6. August 2003, aufgerufen am 25. April 2024.
  2. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 398.
  3. 1 2 Boris Burghardt, Annette Weinke: Protagonistinnen der Auseinandersetzung mit NS-Unrecht – Die Hamburger Oberstaatsanwältin und Historikerin Helge Grabitz. Vortrag am Fritz Bauer Institut, YouTube-Film, (Kernaussagen min. 20–40), aufgerufen am 25. April 2024.
  4. ↑ Andreas Seeger: Beitrag über Helge Grabitz-Scheffler, in: Franklin Kopitzsch/Dirk Brietzke (Hrsg.), Hamburgische Biografie - Personenlexikon, Band 8, Wallstein Verlag, Göttingen 2023, S. 170 ff.
Personendaten
NAME Grabitz, Helge
ALTERNATIVNAMEN Gottschalk, Helge
KURZBESCHREIBUNG deutsche Juristin, Hamburger Oberstaatsanwältin für NS-Gewaltverbrechen
GEBURTSDATUM 2. August 1934
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 17. Juli 2003
STERBEORT Berlin