Hella Robels wurde als Tochter von Else Robels (geb. Merzenich) (1892–1945) und deren Ehemann, dem Juwelier Karl Robels (1892–1963), in Köln geboren. Eine städtische Oberschule für Mädchen in Bayenthal verließ sie im März 1941 mit dem Reifezeugnis.
Nach einigen Monaten als „Hilfsassistentin“ am Kunsthistorischen Institut der Kölner Universität war Robels ab Anfang 1951 am Wallraf-Richartz-Museum beschäftigt, zunächst als wissenschaftliche Volontärin und ab 1952 festangestellt. Von 1957 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Februar 1984 war sie Leiterin des Kupferstichkabinetts. Sie forschte, kuratierte und publizierte in dieser Position zu den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Kunstepochen, von der Gotik bis hin zur frühen Graphik des Expressionismus oder zu Louise Rösler. Einige der von ihr konzipierten Ausstellungen wurden international –etwa im Louvre oder der National Gallery of Art in Washington–gezeigt. Ihr Nachfolger Uwe Westfehling würdigte ihre maßgebliche Erschließungsarbeit der Sammlung sowie ihre erfolgreiche Bemühungen, das Kupferstichkabinett im Wallraf-Richartz-Museum „aus dem Verborgenen geholt und ihm Strahlkraft verliehen“ zu haben.
Ihr Hauptforschungsinteresse galt jedoch der Kunst des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden und Belgien. Sie publizierte bereits 1969 zu Frans Snyders; erst im Ruhestand konnte sie sich dann einer „bahnbrechenden“ Monografie zu diesem flämischen Maler zuwenden, die auf ihrer lebenslangen Forschungsarbeit zu dessen Werken beruhte und 1989 erschien. Ihre Expertise zu Urheberschaft und unklaren Zuschreibungen von Snyders-Gemälden wurde von zahlreichen Museen, Auktionshäusern sowie dem Kunsthandel herangezogen.
Bis ins hohe Alter korrespondierte sie zu Frans Snyders, bis eine Alzheimer-Erkrankung sie im Jahr 2000 zur Einstellung ihrer wissenschaftlichen Arbeit zwang. Hella Robels starb 2002 und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.
Sammlung und Nachlass
Die Kunsthistorikerin hatte auch selbst gesammelt: Bereits 1996 ging eine Beweinung Christi von Ernst Deger als Schenkung an das Wallraf-Richartz-Museum, und aus ihrem Nachlass wurden im Jahr 2004 eine Reihe von Zeichnungen im Auktionshaus Lempertz zur Versteigerung gebracht, darunter Stücke von Carl Spitzweg und Franz Ittenbach.
Ihr wissenschaftlicher Nachlass, der hauptsächlich aus ihrer Korrespondenz und Fotografien besteht, wird im RKD-Archiv unter der Signatur NL-HaRKD-0488 aufbewahrt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Als Autorin
Monografien
Die niederländische Tradition in der Kunst des Rubens. Dissertation. Köln 1952.
Christus und Maria. Westdeutsche Kunstwerke der Gotik. Ausstellung veranstaltet zum Katholikentag im Wallraf-Richartz-Museum, Aug./Sept. 1956. Stadt Köln, Köln 1956.
Wallraf-Richartz-Museum (Hrsg.):Aquarelle und Handzeichnungen, Sammlung Haubrich. Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1958.
Aquarelles, dessins rehaussés d’expressionnisme du Musée Wallraf-Richartz de Cologne. Fotos: H. Doppelfeld. Musée Wallraf-Richartz, Köln 1965 (Farbdias: H. Doppelfeld).
Katalog ausgewählter Handzeichnungen und Aquarelle im Wallraf-Richartz-Museum (=Kataloge des Wallraf-Richartz-Museums. Band4). Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1967.
Sehnsucht nach Italien. Bilder deutscher Romantiker. Hirmer, München 1974.
Hella Robels:Niederländische Zeichnungen vom 15. bis 19. Jahrhundert im Wallraf-Richartz-Museum Köln. Hrsg.: Stadt Köln (=Kataloge des Wallraf-Richartz-Museums, Graphische Sammlung. Band1). Köln 1983.
Frans Snyders. Stilleben- und Tiermaler, 1579–1657. Deutscher Kunstverlag, München 1989, ISBN 978-3-422-06052-4.
Aufsätze
Frans Snyders’ Entwicklung als Stillebenmaler. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band31, 1969, ISSN0083-7105, S.43–94, JSTOR:24655920.
Hella Robels:Neues über das Leben und die Werke Johann Anton de Peters’. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band34, 1972, ISSN0083-7105, S.263–306, JSTOR:24656932.
Hella Robels:Ein Skizzenbuch Des Kölner Malers Johann Jacob Schmitz (1724–1801). In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band51, 1990, ISSN0083-7105, S.221–240, JSTOR:44650107.
Als Herausgeberin
Deutsche und niederländische Zeichnungen aus der Sammlung Everhard Jabach im Musée du Louvre, Paris (Cabinet des Dessins). Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum Köln, 11. April – 1. Juni 1975. Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1975.
Rubens und die Tradition der niederländischen Landschaftskunst. Graphik von Hieronymus Cock bis Schelte a Bolswert. (Katalog der) Ausstellung im Museum des Siegerlandes, Oberes Schloß, 28.6. – 31.8.1977. Siegen 1977.
Literatur
Rainer Budde:Personalia [Hella Robels]. In: Karl Ruhrberg (Hrsg.): Museen der Stadt Köln Bulletin. Nr.2/1984. Köln 1984.
Hella Robels.In:FrauenGeschichtsWiki.Kölner Frauengeschichtsverein,2012,abgerufen am 31.Juli 2026.
Anmerkungen
↑im Nachruf Westfehling: Neuere Geschichte, offenbar fehlerhaft, bei Budde analog zu Lebenslauf Mittelalterliche Geschichte
↑Der Lehrbetrieb der Universität war zwischen Oktober 1944 und Dezember 1945 eingestellt.
↑DNB nennt 13. November 1952 als Publikationsdatum, alle angegebenen Publikationen zu Robels und das Original der Dissertation nennen 1950, Datum der mündlichen Prüfung: 31. Juli 1950
↑Kunsthaus Lempertz (Hrsg.):Alte Kunst: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen u. a. aus dem Nachlaß der Kölner Kunsthistorikerin Hella Robels und aus zwei süddeutschen Privatsammlungen. Versteigerung 22. Mai 2004. Köln 2004.