Hellmut Butterweck (* 30. Dezember 1927 in Wien; † 9. September 2026 ebenda) war ein österreichischer Wissenschaftsjournalist, Theaterkritiker, Hörspiel- und Buchautor.
Hellmut Butterweck wuchs in Wien in einer bürgerlichen Familie auf und wurde wesentlich von seiner Großmutter erzogen. Seine Eltern, die er nur in Wochenabständen sah, waren Künstler in Wien und engagierten sich politisch gegen den Nationalsozialismus. Butterweck wuchs bei seiner Großmutter auf und war nach eigenen Angaben anfangs ein „Nazi-Bua“. Durch die Ereignisse der Reichspogrom-Nacht am 9. November 1938, die er in Wien miterlebte, wurde Butterweck „bis 1944 zum totalen Nazi-Gegner“, er durchbrach die massive Nazipropaganda und -begeisterung. In diesem Jahr flog er aus der Schule und wurde daraufhin in getarnten Rüstungsbetrieben in Wien (eine getarnt als Hautsalon in Wien III) eingesetzt. Geprägt durch diese negativen Erfahrungen als Jugendlicher, der in die deutsche Rüstungsindustrie als Hilfsarbeiter dienstverpflichtet wurde, verfasste er nach dem Krieg zahlreiche Essays, Glossen, Satiren und Reportagen gegen antidemokratische, antisemitische und neonazistische Tendenzen. Sie erschienen u. a. in der österreichischen liberal-katholischen Wochenzeitschrift Die Furche ab 1953, ohne dass er selbst jemals Katholik gewesen war.
Zuerst schrieb er jedoch für das Volksblatt, von dem er nach der Wahl 1949 wegen seiner Unterstützung der Demokratischen Union entlassen wurde. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit heuerte er bei der Wochenschrift Die Union als Kulturredakteur an, dem Organ der Demokratischen Union.
Ab den frühen 1960er Jahren schrieb Hellmut Butterweck Theaterstücke, Hörspiele und Bücher. 1982 wurde sein Drama Wunder von Wien im Theater in der Josefstadt uraufgeführt und in Hebräisch und Russisch übersetzt. Im Jahr 2005 wurde seine szenische Dokumentation Drei Jahre für einen Zahn im Großen Schwurgerichtssaal in Wien, in Mauthausen und Ebensee, an Orten von Konzentrationslagern in der NS-Zeit, aufgeführt.
Auch seine Bücher sind von der Auseinandersetzung mit der Unmenschlichkeit als zentrales Thema gekennzeichnet: so zum Beispiel Verurteilt und begnadigt – Österreich und seine NS-Straftäter, Der Nürnberger Prozeß. Eine Entmystifizierung, der Roman Tote im Verhör über den ersten österreichischen Justizirrtum mit antisemitischem Hintergrund nach dem Zweiten Weltkrieg, oder Die Rache des Geldes – Von Wachstumsgrenzen und dem Ende des Neoliberalismus. 2016 erschien Nationalsozialisten vor dem Volksgericht; darin schuf Hellmut Butterweck nicht nur ein lebendiges Bild einer hoch emotionalen, aber fast völlig vergessenen Auseinandersetzung der österreichischen Justiz mit den NS-Straftaten, sondern eröffnete auch einen neuen Blick auf den Alltag in der NS-Zeit.
Bis 1992 war er bei der Furche als Theaterkritiker und Leiter des Ressorts Wissenschaft und Zeitgeschichte und leitete nach seiner Pensionierung noch deren Buchressort.
Butterweck war verheiratet, hatte zwei Söhne und vier Enkel. Er war lebenslang Antifaschist.
Quellen: ARD-Hörspieldatenbank, Ö1-Hörspieldatenbank und HörDat, die Hörspieldatenbank
| Personendaten | |
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| NAME | Butterweck, Hellmut |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Journalist und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1927 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 9. September 2026 |
| STERBEORT | Wien |