Helmut Baumert

Helmut Baumert

Helmut Baumert (* 15. Juni 1909 in Osnabrück; † 3. November 1980 in Tübingen) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SA-Führer.

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Mittelschule und des Ratsgymnasiums in Osnabrück erlernte Helmut Baumert in Osnabrück den Beruf des Buchhändlers und war von 1928 bis 1933 in Tübingen im Bereich wissenschaftlicher Buch- und Antiquariatshandel bei der Buchhandlung Antiquariat J. J. Heckenhauer als Buchhandelsgehilfe tätig.

Seit 1924 engagierte er sich in der NS-Bewegung. 1926 übernahm er Aufgaben in der Hitlerjugend (HJ) und später als SA-Mann. Zum 1. April 1928 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 80.051). 1930 wurde Baumert Leiter der NSDAP-Ortsgruppe in Tübingen, dann von 1932 bis 1937 Kreisleiter des NSDAP-Kreises Tübingen.

Helmut Baumert (Zweiter von links) als Kreisleiter der NSDAP bei der Grundsteinlegung des „Hauses der Jugend“ in Tübingen, 20. Oktober 1935.

Maßgeblich gefördert von Gauleiter Wilhelm Murr fungierte Baumert 1933 als Adjutant in der Gauleitung von Württemberg-Hohenzollern und seit 1934 als Gaugeschäftsführer. Hinzu kamen Aufgaben als Gauinspekteur und SA-Standartenführer.

Nachdem er sich 1936 vergeblich um ein Mandat bemüht hatte, saß Baumert von April 1938 bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 als Vertreter des Wahlkreises 31 (Württemberg) im nationalsozialistischen Reichstag. Baumert war ab 1941 Gauamtsleiter und Gauinspekteur der NSDAP. Außerdem war er Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP und der HJ. Baumert war in Tübingen maßgeblich an der Verfolgung politischer Gegner, Judenverfolgungen und der Gleichschaltung des öffentlichen Lebens beteiligt. 1942 wurde er Angehöriger der Waffen-SS (SS-Nummer 458.079). Bei Kriegsende leitete er eine Werwolf-Gruppe in Stuttgart.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchte Baumert unter, bis er Ende August 1946 festgenommen wurde. Zunächst im Internierungslager Hohenasperg interniert, kam er im November 1947 in das Internierungslager Balingen. Nach dem Spruchkammerverfahren wurde er im Januar 1949 im Rahmen der Entnazifizierung als "Belasteter" eingestuft und nach zwei Jahren und vier Monaten Haftzeit aus der Internierung entassen. Er durfte fünf Jahre lang keine politischen Ämter mehr bekleiden und muste 17.000 DM zahlen. Danach war er wieder als Buchhändler bei Heckenhauer tätig. Baumert war verheiratet und Vater von fünf Kindern.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1800793
Personendaten
NAME Baumert, Helmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (NSDAP), MdR
GEBURTSDATUM 15. Juni 1909
GEBURTSORT Osnabrück
STERBEDATUM 3. November 1980
STERBEORT Tübingen