Helmut Burmeister

Helmut Burmeister (2008) vor dem Porträt Friedrich I. Schweden von Herman Hendrik de Quitter d. Jüngeren (1721)

Helmut Burmeister (* 7. Juli 1940 in Kassel) ist ein deutscher Gymnasiallehrer und Autor regionalgeschichtlicher Werke. Er ist seit 1977 Museumsleiter des Stadtmuseums Hofgeismar. Von 1977 bis 1997 war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Hofgeismar und deren Vorsitzender von 1991 bis 1997.

Leben

Helmut Burmeister wuchs während des Krieges in Kassel auf, wo er auch die Schule besuchte. Sein Vater, Heinrich-August Burmeister, war Hoch- und Tiefbauingenieur. Er fiel im Jahr 1945 an der Ostfront. Seine Mutter, Annemarie Burmeister (geborene Steinbach), war Kontoristin bei einer Kasseler Speditionsfirma. Nach dem Abitur im Jahr 1960 leistete er zunächst seinen Wehrdienst ab, musste allerdings nach drei Monaten aus gesundheitlichen Gründen aus der Bundeswehr ausscheiden. Im Anschluss absolvierte er ein Praktikum bei der Firma Henschel. 1962 begann Burmeister ein Lehramtsstudium in Marburg für die Fächer Deutsch und Englisch. Daneben belegte er Seminare in Volkskunde, Altnordischen Sprachen, Schwedisch und Niederländisch. Das 1. Staatsexamen legte er im Wintersemester 1966/67 ab, das 2. Staatsexamen im Jahr 1968.

Zum 1. Januar 1969 erhielt Helmut Burmeister eine Anstellung am Albert-Schweitzer-Gymnasium Hofgeismar, auch wenn er bis 1972 noch in Kassel lebte. Er unterrichtete dort, und auch im nahegelegenen Immenhausen, bis zu seiner Pensionierung die Fächer Deutsch und Englisch.

Er ist verheiratet mit Gudrun Burmeister (geborene Groß). Das Paar hat drei gemeinsame Kinder und fünf Enkelkinder.

Wirken

Bereits im Jahr 1967, gegen Ende seiner Studienzeit, wurde Helmut Burmeister Mitglied im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde. 1971 gründete er am Albert-Schweitzer-Gymnasium eine Arbeitsgemeinschaft Archäologie in Verbindung mit dem Regionalmuseum Hofgeismar und dem Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, der Funde aus der Vor- und Frühgeschichte der Heimatregion gelangen. Ab Februar 1981 reaktivierte er den am Ende des Zweiten Weltkrieges erloschenen Zweigverein Hofgeismar des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde und wurde dessen Vorsitzender. In diesem Rahmen gab er ab 1985 die Buchreihe Die Geschichte unserer Heimat heraus. Neben seiner Tätigkeit als Schriftleiter im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde ab 1984 war er gleichzeitig verantwortlicher Redakteur für das Jahrbuch des Landkreises Kassel. Seit 1972 hatte er teilweise, ab 1973 die volle redaktionelle Verantwortung für das Jahrbuch übernommen, welche er bis 2013 innehatte. In den Jahren 1984 bis 1999 zeichnete Burmeister auch redaktionell verantwortlich für die Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde (ZHG), nachdem er bereits ab 1975 in wachsendem Umfang von seinem Vorgänger Aufgaben übernommen hatte.

Im Heimatmuseum Hofgeismar arbeitete er ab 1971 mit, ab 1977 übernahm er die Position des ehrenamtlichen Museumsleiters des Heimatmuseums Hofgeismar. Das Heimatmuseum hieß in der Folge zunächst Städtische Sammlungen, später Regionalmuseum und ab 1986 schließlich Stadtmuseum Hofgeismar. Es zählt heute zu den größten Regionalmuseen in Hessen, mit für die Region bedeutenden Hugenotten- und Judaicaabteilungen, die Helmut Burmeister maßgeblich mit aufbaute und erweiterte. 1991 erhielt er den Förderpreis des Hessischen Kulturpreises für diese Leistung.

Abweichend von anderen Regionalmuseen entwarf Helmut Burmeister für das Stadtmuseum Hofgeismar ein Ausstellungskonzept unter der Fragestellung, welche Persönlichkeiten und Ereignisse die Stadt Hofgeismar in Geschichte und Gegenwart besonders geprägt haben. In diesem Zusammenhang veranlasste er gezielt den Erwerb von Originalobjekten. Auf seine Initiative hin wurden Werke bedeutender Künstler der Region erworben und ausgestellt. Darunter besonders erwähnenswert ist der Düsseldorfer Maler Theodor Rocholl, der um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert als Militär- und Schlachtenmaler bekannt wurde und später in der Region, im Reinhardswald an der Sababurg, Landschafts- und Pferdebilder schuf. Das Museum verfügt über rund 700 Originalwerke und erforschte Leben und Werk des Malers.

Burmeister griff im Museum in Sonderausstellungen Themen auf, die weit über die Region hinaus wahrgenommen wurden. Dazu gehörten Ausstellungen wie China 1900. Der Boxeraufstand, der Maler Theodor Rocholl und das „alte China“ (2001), Friedrich. König von Schweden, Landgraf von Hessen-Kassel (2003) sowie Hessische Prinzessinnen auf Dänemarks Thron. Die Beziehungen zwischen Dänemark und Hessen vom 17.–20. Jahrhundert (2010).

Helmut Burmeister war daneben kommunalpolitisch aktiv: ab 1977 war er Stadtverordneter in Hofgeismar, und in den Jahren 1991 bis 1997 war er Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.

Mitgliedschaften

Preise und Auszeichnungen

Publikationen

Monografien

Herausgaben

Einzelnachweise

  1. 1 2 Hans-Jürgen Kahlfuß: Ehrungen 1998: Der VHG ernannte Helmut Burmeister zum Ehrenmitglied. In: vhghessen.de – Mitteilungen des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde e. V. Kassel. 1. Februar 2000, S. 32–34, abgerufen am 11. März 2023.
  2. ↑ Udo Schlitzberger: Helmut Burmeister – Chronist des Landkreises Kassel. In: Kreisausschuss des Landkreises Kassel (Hrsg.): Landkreis Kassel: Jahrbuch 2014. Kassel 2014, S. 7.
  3. 1 2 3 kil: Bundesverdienstkreuz an Helmut Burmeister. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. Nr. 13, 17. Januar 2000, S. 15.
  4. ↑ Udo Schlitzberger: Helmut Burmeister – Chronist des Landkreises Kassel. In: Kreisausschuss des Landkreises Kassel (Hrsg.): Landkreis Kassel: Jahrbuch 2014. Kassel 2014, S. 6.
  5. ↑ Hans-Jürgen Kahlfuß: Editorial: Vorwort des Vorsitzenden. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Band 105, 2000.
  6. ↑ fau: 30 Jahre Stadtmuseum: Spiritus rector und ein verlässliches Team. In: Land & Leute. 17. Oktober 2007.
  7. ↑ Thomas Thiele: Leistung ist unglaublich: Helmut Burmeister für 40 Jahre ehrenamtliche Leitung des Stadtmuseums geehrt. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 13. November 2017.
  8. ↑ Helmut Burmeister: Theodor Rocholl. In: hofgeismar.de. Stadt Hofgeismar, abgerufen am 1. April 2023.
  9. ↑ fau: China 1900: Rocholls Werke als „roter Faden“. In: ExtraTip. 31. Januar 2001, S. 10.
  10. ↑ Thomas Thiele: Sonderausstellung des Stadtmuseums: König wird neu entdeckt. In: hna.de – Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 12. März 2013, abgerufen am 11. März 2023.
Personendaten
NAME Burmeister, Helmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker
GEBURTSDATUM 7. Juli 1940
GEBURTSORT Kassel