Helmut Jasbar

Helmut Jasbar

Helmut Jasbar (* 16. Februar 1962 in Wien) ist ein österreichischer Gitarrist, Komponist, Autor und Radiomacher.

Leben

Helmut Jasbar lebt in Wien und arbeitet als Gitarrist, Komponist, Autor und Radiomoderator. Sein Durchbruch gelang ihm mit seinem Konzert bei Leo Brouwers International Guitar Festival in Havanna (Kuba), das mit Standing Ovations gefeiert wurde. Seitdem konzertiert er in den USA, Europa und Asien als Solist, mit Ensembles und mit Orchester (z. B. RSO Wien) und gibt Meisterkurse auf Festivals (u. a. Shanghai Guitar Society, Open Strings Festival Osnabrück, Córdoba Guitar Festival, JakJazz Jakarta, University of North Carolina out of Wilmington, Montreal Guitar Society).

Im Januar 2014 wurde seine erste Oper mit Karl Markovics in der Hauptrolle im Theater an der Wien aufgeführt und von Publikum und Kritik enthusiastisch aufgenommen. Eine zweite Oper für sechs Solisten, Kinderchor und das Bruckner Orchester Linz fand 2025 im großen Haus des Linzer Landestheaters statt und wurde international enthusiastisch besprochen.

Seine Kompositionen wurden u. a. auf dem Schleswig-Holstein Festival, beim Carinthischen Sommer, im Brucknerhaus Linz, bei der Echigo-Tsumari Triennale in Japan, an der Julliard School in New York und am Conservatorio Santa Cecilia in Rom uraufgeführt. Werke erscheinen bei Doblinger/Wise Music, AMA, Bosworth, Edition Margaux, Helbling Verlag und Stradivarius. Sein Kurroman Vierundzwanzigster September wurde von Müry Salzmann verlegt.

Jasbar ist Begründer des Ö1-Pasticcio-Preises für interessante musikalische Projekte und Kurator mehrerer Festivals. Für Radio Ö1 gestaltet und moderiert er Sendungen, unter anderem Klassik-Treffpunkt. Essays erschienen in der Wiener Zeitung und in Der Standard.

Ausbildung

Anfänglich Autodidakt und Gitarrist einer Funkband in Mödling, Niederösterreich, begann er mit siebzehn Jahren sein Studium der klassischen Gitarre bei Dr. Robert Wolff am Wiener Konservatorium, wo er auch sein pädagogisches Diplom erhielt. Während dieser Zeit gewann er mehrmals den Musikwettbewerb Musica Juventutis. Im Anschluss und nach längerer Suche, bei der er diverse Meisterkurse besuchte, studierte er Konzertfach bei Hubert Käppel an der Universität Köln. Konzertdiplom mit Auszeichnung. Zudem Studium der Komposition, unter anderem Hans-Werner Henze und Bronius Kutavicius Schon während des Studiums setzte er sich mit Komposition und moderner Improvisationsmusik auseinander.

Seine kompositorischen Arbeiten erscheinen u. a. bei: Ama (Berlin), Bosworth (Köln/London), Edition Margaux (Berlin) und Helbling Verlag (Innsbruck) und sind von vielen etablierten Musikerinnen und Musikern wie dem Gitarristen David Russell, dem Minguet Quartett und dem Brucknerorchester Linz dem Publikum vorgestellt worden.

Berufliche Stationen

Seit 1984 ist er als Gitarrist auf akustischer und elektrischer Gitarre tätig und tritt sowohl als Solist als auch in Ensembles auf. Konzertreisen führten ihn durch Europa, die USA, Kanada, Asien und Südafrika. Seine musikalische Arbeit bewegt sich zwischen Jazz und klassischer Musik sowie zwischen Interpretation und Improvisation. Ergänzend zu seiner Konzerttätigkeit hält er seit 1989 Workshops, Vorträge, Seminare und Masterclasses im In- und Ausland, unter anderem in Montreal, Johannesburg, North Carolina, Fairbanks, Rom und Perugia.

Im Jahr 1987 nahm er eine Lehrtätigkeit in der Abteilung Musikpädagogik am Innsbrucker Standort der Universität Mozarteum auf, die er bis 2006 ausübte.

Parallel dazu begann 1999 seine Tätigkeit für ORF Ö1 in Wien als Radiojournalist, Moderator und Sendungsgestalter. Er arbeitete an Formaten wie Klassik-Treffpunkt, Pasticcio, Spielräume, Intrada, In Concert und Kunstradio. Ab 2000 entwickelte er darüber hinaus als Konzeptautor Sendereihen und Radiofeatures zu musik-, kultur- und geistesgeschichtlichen Themen. Dazu zählen unter anderem Ach, der Zeitenwandel, Richard Strauss – Ein Porträt, Dr. Faustus – Thomas Mann, T. W. Adorno und die Musik, Tombeau, Der Fehler (oder warum alles immer irgendwie schiefgeht), Avantgarde – Musik mit Aussicht? sowie Beiträge zur Geschichte der Popmusik.

2003 übernahm er die künstlerische Leitung des Wiener Gitarrenfestivals im RadioKulturhaus und war dort für Programmgestaltung, Kuratierung und Kooperationen verantwortlich. Im folgenden Jahr initiierte er den Pasticcio-Preis von Ö1 für österreichische Musikneuerscheinungen und wirkte am Aufbau von Medienkooperationen mit. Von 2018 bis 2019 leitete er zudem die Veranstaltungsreihe Welcome To The Fringes im Wiener MuTh.

Darüber hinaus ist er als Moderator, Präsentator und Diskussionsleiter bei Festivals, Symposien und Veranstaltungen in Konzerthäusern tätig und übernimmt dort unter anderem Gesprächsleitungen, Einführungen und Moderationen.

Festival und Konzertstationen (Auswahl)

Als Solist

Rundfunk / Live

Wiener Konzerthaus

Highlights

Werkverzeichnis, Diskografie und Produktionen (Auswahl)

Kammermusik

Gitarre Solo

Gitarrenensembles

Publikationen (Auswahl)

Kritiken und Pressestimmen

„Mit der 34-jährigen Hofmaninger macht der 64-jährige Jasbar eine mild-wilde Musik, die im besten Sinne generationsübergreifend ist. ‚Für mich macht Alter beim Musizieren keinen Unterschied‘, sagt Hofmaninger. Es sind einfach zwei Seelen, die um gemeinsamen Ausdruck ringen.“

– Samir H. Köck, Die Presse, 28. Juli 2026

„eine zeitgenössische Oper von seltener Strahlkraft, […] innovatives Klangdenken mit sinnlicher Musikalität und philosophischem Tiefgang, […] ein künstlerisches Plädoyer für gesellschaftlichen Wandel.“

– Stefan Pieper, Orchestergraben, 3. Februar 2025

„eine packende musikalische Erzählung […] über Zusammenhalt und Mitgefühl in Zeiten des Unheils.“

– Stephi Wild, BroadwayWorld, 24. Dezember 2024

„Die Komposition von Helmut Jasbar entpuppte sich als überraschend problemloses Ineinander barocker und neuzeitlicher Elemente, die gekonnt mit ornamentalen, virtuosen und elektro-akustischen Faktoren wirksam wurden.“

– Balduin Sulzer, Kronen Zeitung, 23. Januar 2014

„Heinz Ferlesch führte das Ensemble Barucco souverän, auch dort, wo er erschwerend auf die eingespielten Tonbänder Rücksicht nehmen musste.“

– Stefan Posch, Die Presse, Printausgabe 20. Januar 2014

„"Wie Ruinen" hat der 51-Jährige wichtige Teile aus Purcells Musik im neuen Werk belassen; bei seiner eigenen Musik war Jasbar Einfachheit wichtig. Tonale Bezüge herzustellen, eine Synthese von Unterschiedlichem zu finden und "trotzdem intelligent" zu komponieren, sei die Absicht seines Unterfangens gewesen.“

– Der Standard, 17. Januar 2014

„Nachrichten über das Ableben des Songs scheinen aus heutiger Sicht stark übertrieben. Eine Wiederverzauberung.“

– Daniel Rab-Saij (2009)

„Wiener Musik auf einen neuen Stand, weit entfernt vom Altertumsschrott.“

– Christian Bakonyi, Jazzzeit (2006)

„Helmut Jasbars Gitarrenspiel braucht keinen Dolmetscher!“

– Kurier (2001)

„Der österreichische Gitarrist Helmut Jasbar ist ein echter Geheimtipp – nicht nur für Fans der klassischen Gitarre. … Und vor diesem Menschen scheint grundsätzlich keine Musik sicher zu sein …“

– Akustik Gitarre, Heft 6/2000

„Simply Great.“

– Farinaz Agharabi, Journal de la Société de Guitare de Montreal (1996)

„Ein neues Talent macht auf sich aufmerksam …“

– Manfred Sack, Die Zeit (1993)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Helmut Jasbar. In: oe1.orf.at. 27. Mai 2024, abgerufen am 2. September 2026.
  2. 1 2 3 Jasbar – Helmut Jasbar. In: jasbar.at. Abgerufen am 2. September 2026.
  3. ↑ Vierundzwanzigster September. In: muerysalzmann.com. Abgerufen am 2. September 2026.
  4. ↑ Releases. In: jasbar.at. Abgerufen am 2. September 2026.
  5. ↑ Gitarrist. In: jasbar.at. Abgerufen am 12. September 2026.
  6. ↑ Cornelia Lehfeldt: Arbeitsbestätigung. In: E-Mail der Personalabteilung des Mozarteums. 22. September 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  7. ↑ Der Ö1 „Pasticcio“-Preis. In: oe1.orf.at. 24. Juni 2019, abgerufen am 12. September 2026.
  8. ↑ Radiomacher. In: jasbar.at. Abgerufen am 12. September 2026.
  9. ↑ Helmut Jasbar, Gitarre. In: konzerthaus.at. 5. Mai 1998, abgerufen am 2. September 2026.
  10. ↑ Do It – Akustik Gitarrenschule von Jasbar Helmut | im... Abgerufen am 1. September 2026.
  11. ↑ Samir H. Köck: „Nur nicht die Magie analysieren“: Lisa Hofmaninger und Helmut... 28. Juli 2026, abgerufen am 2. September 2026.
  12. ↑ Stefan Pieper: Konzertbericht: Helmut Jasbar „Unsere Kinder der Nacht“. In: Orchestergraben. orchestergraben.com, 3. Februar 2025, abgerufen am 2. September 2026.
  13. ↑ Stephi Wild: Unsere Kinder der Nacht Comes to Landestheater Linz. broadwayworld.com, 24. Dezember 2024, abgerufen am 2. September 2026 (englisch).
  14. ↑ Medien – Heinz Ferlesch. heinzferlesch.com, abgerufen am 2. September 2026.
  15. ↑ Stefan Posch: "The King Arthur Seance": Wagemutig, aber partiell... diepresse.com, 19. Januar 2014, abgerufen am 2. September 2026.
  16. ↑ Helmut Jasbars Oper "The King Arthur Seance". derstandard.at, abgerufen am 2. September 2026 (österreichisches Deutsch).
  17. 1 2 3 4 5 6 Die Vögel Wiens. Pressetext. In: Jazzforum Mödling. Abgerufen am 2. September 2026.
Personendaten
NAME Jasbar, Helmut
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Gitarrist, Komponist, Autor und Radiomacher
GEBURTSDATUM 16. Februar 1962
GEBURTSORT Wien