Helmut Lortz

Helmut Lortz (* 25. April 1920 in Schneppenhausen; † 4. Januar 2007 in Darmstadt) war ein deutscher Grafiker, Zeichner und Hochschullehrer.

Leben und Werk

Helmut Lortz wurde als Sohn eines Volksschullehrers in Schneppenhausen geboren. Mit drei Jahren zog die Familie nach Darmstadt-Arheilgen. 1935 bis 1938 absolvierte er eine Lehre an der Fachschule für Elfenbein- und Holzschnitzerei in Erbach. Bis zur Gesellenprüfung 1938 gewann er zweimal den deutschlandweit ausgelobten Reichsberufswettkampf. Daraufhin erhielt er ein Stipendium für ein Studium der Bildhauerei an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin, die 1939 in Staatliche Hochschule für bildende Künste umbenannt werden. Er war dort Schüler des Bildhauers Paul Wynand. Das Studium beendete er mit dem Abschluss Meisterschüler 1940 wegen seiner Einberufung zum Kriegsdienst. Am Ende des Krieges geriet er in tschechische Gefangenschaft, aus der er fliehen konnte.

1948 wurde er Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession. Von 1952 bis 1959 leitete Lortz als Dozent an der Werkkunstschule Darmstadt die Klasse für Gebrauchsgrafik. 1954 wurde Lortz als erster Deutscher in die Alliance Graphique International aufgenommen. 1958 war er Gründungsmitglied der Gruppe novum (Gesellschaft für neue Grafik mbH), zu der Grafikdesigner wie Karl Oskar Blase, Hans Hillmann, Wolfgang Schmidt, Dorothea Fischer-Nosbisch und Günther Kieser gehörten und für die er das Signet gestaltete. 1959 erhielt er den Ruf als Professor an die Hochschule für Bildende Künste Berlin und lehrte dort bis 1986. Er leitete die Klasse für Experimentelle Grafik.

Helmut Lortz gestaltete Buchreihen, Plakate, Signets, Kalender, Briefmarken und illustrierte Bücher. Das weltweit bekannte Zeichen der Internationalen Funkausstellung Berlin wurde von ihm entworfen. Seine spielerisch-analytischen Skizzen und Zeichnungen wurden in zahlreichen Büchern veröffentlicht. Sein Nachlass befindet sich im Kunst Archiv Darmstadt.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jens Müller, Karen Weiland (Hrsg.): FilmKunstGrafik. Ein Buch zur neuen deutschen Filmgrafik der sechziger Jahre. Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-88799-044-2, S. 236.
Personendaten
NAME Lortz, Helmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafiker
GEBURTSDATUM 25. April 1920
GEBURTSORT Darmstadt
STERBEDATUM 4. Januar 2007
STERBEORT Darmstadt