Helmut Lortz wurde als Sohn eines Volksschullehrers in Schneppenhausen geboren. Mit drei Jahren zog die Familie nach Darmstadt-Arheilgen. 1935 bis 1938 absolvierte er eine Lehre an der Fachschule für Elfenbein- und Holzschnitzerei in Erbach. Bis zur Gesellenprüfung 1938 gewann er zweimal den deutschlandweit ausgelobten Reichsberufswettkampf. Daraufhin erhielt er ein Stipendium für ein Studium der Bildhauerei an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin, die 1939 in Staatliche Hochschule für bildende Künste umbenannt werden. Er war dort Schüler des Bildhauers Paul Wynand. Das Studium beendete er mit dem Abschluss Meisterschüler 1940 wegen seiner Einberufung zum Kriegsdienst. Am Ende des Krieges geriet er in tschechische Gefangenschaft, aus der er fliehen konnte.
Helmut Lortz gestaltete Buchreihen, Plakate, Signets, Kalender, Briefmarken und illustrierte Bücher. Das weltweit bekannte Zeichen der Internationalen Funkausstellung Berlin wurde von ihm entworfen. Seine spielerisch-analytischen Skizzen und Zeichnungen wurden in zahlreichen Büchern veröffentlicht. Sein Nachlass befindet sich im Kunst Archiv Darmstadt.
Christof Gassner, Katrin Holst, Ute Schauer (Hrsg.): Helmut Lortz – Gebrauchsgrafiker. Institut für Neue Technische Form e. V., Darmstadt 2020, ISBN 978-3-87390-436-1.
↑Jens Müller, Karen Weiland (Hrsg.):FilmKunstGrafik. Ein Buch zur neuen deutschen Filmgrafik der sechziger Jahre. Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-88799-044-2, S.236.