Helwig Garth

Helwig Garth (auch: Helvig Garthe, Helvicius Garthius; * 28. Dezember 1579 /18. Dezember 1579jul. in Kirtorf bei Alsfeld/Hessen; † 25. Novemberjul. / 5. Dezember 1619greg. in Prag) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben

Helwig wurde als Sohn des Kirtorfer Pfarrers Balthasar Garth (* 25. April 1550 in Frankenberg; † 30. Oktober 1598 in Alsfeld) und dessen Frau Katharina (geb. Höltzscher, auch: Hultscher; Hültscher; * 1562; † 28. Oktober 1598 in Alsfeld) geboren. Nach anfänglicher Ausbildung im Elternhaus besuchte er ab 1591 die Schule in Hersfeld. Am 15. Oktober 1594 wurde er an der Universität Marburg immatrikuliert, wo er 1595 das Baccalaurat der Philosophie erwarb und 1597 zum Magister der philosophischen Wissenschaften avancierte. Anschließend begann er bei Johannes Winckelmann und Balthasar Mentzer dem Älteren ein Studium der Theologie. Während der Studienzeit starben seine Eltern, Brüder und Schwestern, so dass er, um über die nötigen finanziellen Grundlagen zu verfügen, eine Stelle als Hauslehrer der Kinder des hessischen Landgrafen Ludwig in Darmstadt annahm. Als des Landgrafen Sohn Heinrich im elften Lebensjahr starb und dessen Bruder Friedrich mit einem anderen Bruder nach Frankreich zog, beendete er dieses Dienstverhältnis.

Garth zog daher 1601 an die Universität Straßburg, um seine theologischen Studien bei Johannes Pappus und Philipp Marbach fortzusetzen. Am 14. Januar 1602 wechselte er an die Universität Tübingen, wo er am 11. Mai 1602 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Daraufhin zog er am 14. Februar 1603 an die Universität Wittenberg. Hier wurde vor allem Ägidius Hunnius der Ältere sein Förderer. Noch im selben Jahr erhielt er eine Berufung als Oberpfarrer und Superintendent in Oschatz. Nachdem er am 6. Juli 1603 an der Wittenberger Stadtkirche ordiniert wurde, trat er am 25. Oktober desselben Jahres die Aufgabe an. Im Dezember 1609 wechselte er als Oberpfarrer an den Freiberger Dom und wurde damit Superintendent in Freiberg. Letztlich zog er 1613 als Pfarrer und Inspektor an die Salvatorkirche nach Prag. In Prag wurde er 1619 noch Konsistorialassessor. Jedoch blieb er in jener Stellung ohne Wirkung, da er noch im selben Jahr starb. Sein Leichnam wurde am 15. Dezember 1619 in der Salvatorkirche beigesetzt.

Von Garth stammen einige theologische Gelegenheitsschriften, Streitschriften, Literatur zur christlichen Erbauung, und Homiletik. Besonders ist er als Herausgeber eines lateinisch-griechischen Wörterbuches seines Vaters zu erwähnen, welches zahlreiche Auflagen erlebte.

Familie

Garth heiratete am 24. April 1604 in Wittenberg Sabine Hunnius (* 3. September 1580 in Marburg; † 20. Oktober 1621 in Wittenberg), die Tochter des Wittenberger Theologieprofessors Ägidius Hunnius des Älteren. Aus der Ehe stammen drei Söhne und zwei Töchter. Von den Kindern kennt man:

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Garth(e, Gartius), Balthasar. In: Oskar Hütteroth, Hilmar Milbradt: Die althessischen Pfarrer der Reformationszeit. Band 1: A–N. Historische Kommission für Hessen und Waldeck, Marburg 1966, S. 96–97 (dfg-viewer.de im Artikel erwähnt: „1. Helwig * Kirtorf 18. 12. 1579“), doi:10.17192/eb2017.0137.
  2. ↑ Garthe (Balthasar). In: Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftstellergeschichte. Band 4: Eu–Goed. Barmeierische Buchdruckerei, Göttingen 1784, S. 296–298 (digitale-sammlungen.de)
  3. ↑ Gabriel Heckmann: Zwo Leichpredigten: Die Erste, Bey dem Chrissttlichen Begräbnuß Weyland des Ehrwirdigen und Wolgelahrten Ehrn Magistri Balthasar Garthen … Die Ander, Bey dem Begräbnuß Weyland der Erbarn unnd Tugentsamen Frawen Catherinae, deß Ehrgedachten Ehrn M. Balthasaris Garthen …. Paul Egenloff, Marburg, 1598 (staatsbibliothek-berlin.de).
  4. ↑ Carl Julius Caesar: Diem Festum propter instantem natalem Faustissimum Augustissimi et Potentissimi, Imperatoris ac Regis Guilielmii. ab Academia Marburgensi. Die XX. M. Martii Anni MDCCCLXXX, Oratione in exedra pristini Hippodromi habenda. Robert Friedrich, Marburg, S. 22 (dspace.ut.ee PDF; 1,8 MB).
  5. ↑ Albert Bürk, Wilhelm Wille: Die Matrikeln der Universität Tübingen. 1600–1710. Universitätsbibliothek Tübingen, 1953, Band 2, S. 10, Nr. 17027 (uni-tuebingen.de).
  6. ↑ Bernhard Weissenborn: Album Academiae Vitebergensis, Jüngere Reihe Teil 1 (1602–1660). Band IV, Ernst Holtermann, Magdeburg, 1934, S. 4, Nr. 33.
  7. ↑ Georg Buchwald, Heinrich Johannes Scheuffler: Die in Wittenberg ordinierte Geistlichkeit der Parochieen des jetzigen Königreichs Sachsen. In: Franz Dibelius, Theodor Brieger: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte. Band 13, Verlag Johann Ambrosius Barth, Leipzig, 1898, S. 107 (slub-dresden.de).
Personendaten
NAME Garth, Helwig
ALTERNATIVNAMEN Garthe, Helvig; Garthius, Helvicius
KURZBESCHREIBUNG deutscher lutherischer Theologe
GEBURTSDATUM 28. Dezember 1579
GEBURTSORT Kirtorf
STERBEDATUM 5. Dezember 1619
STERBEORT Prag