| Anch | ||||
|---|---|---|---|---|
| Aussprache | ||||
| deutsch | [] | |||
| altägyptisch | [] / [] | |||
| Transkription | ||||
| deutsch | Anch | |||
| englisch | Ankh | |||
| ägyptologisch | Ꜥnḫ | |||
| Kodierung | ||||
| Unicode: U+2625 – ☥ und U+132F9 – 𓋹 | ||||
| Gardiner: S34 | ||||
| „Leben“ | ||||
| ausgeschrieben, altägyptisch |
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Das Anch (☥, 𓋹), im Englischen und Niederländischen Ankh, ägyptisch Ꜥnḫ, ist ein altägyptisches Symbol für das Leben, insbesondere für das Weiterleben im Jenseits.
Das Symbol wird auch als Anch-Symbol, Anch-Kreuz, ägyptisches Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel oder koptisches Kreuz (als Symbol der koptischen Kirche) bezeichnet. Die lateinische Bezeichnung lautet Crux ansata.
Als Hieroglyphe ist das Zeichen eine Abkürzung für Leben, aber auch ein Logogramm für Sandalenriemen.
Die genaue Herkunft des Symbols ist nicht abschließend geklärt. Alan Gardiner deutete es in seiner Egyptian Grammar als Darstellung einer Sandalenbindung (Zeichen S34). Demgegenüber hält Ludwig Morenz das Zeichen ursprünglich für eine Schleife und nicht für einen Sandalenriemen. Auch das British Museum Dictionary of Ancient Egypt führt die Deutung als Sandalenriemen lediglich als eine von mehreren Interpretationen an.
Das Symbol selbst besteht aus einem T mit einer aufgesetzten Schleife (meist halbe Lemniskate).
Es gibt alte ägyptische Darstellungen, in denen ein Gott das Anch dem Pharao als Zeichen des Lebens überreicht. Dabei ist das Zeichen manchmal in der Nähe der Nase zu finden, um eine Verbindung zwischen Leben und Atem darzustellen.
Die Aussprache ([] oder []) wurde rekonstruiert.
In der Esoterik wurde das Anch früh rezipiert: Die 1875 gegründete Theosophische Gesellschaft nahm es als Crux ansata in ihr Emblem auf, wo es als Symbol für Leben und Unsterblichkeit gedeutet wird. In der populären Kultur kommt es häufig als Symbol für Unsterblichkeit oder Lebenskraft vor – so etwa in Subkulturen wie der Gothic-Szene, wo es gerne als Schmuck getragen wird, in Computerspielen und in Filmen wie Flucht ins 23. Jahrhundert, wo es als ein Schlüssel für eine Zuflucht auftaucht. In dem Vampirfilm Begierde (The Hunger, 1983) – einem Kultfilm der Gothic-Szene – töten die Vampire ihre Opfer mit in Anch-Anhängern verborgenen Klingen. Der Gitarrist Vinnie Vincent trug zu seiner Zeit bei Kiss (1982–1983) bei Konzerten ein Anch als Maske.
Seit den 1960er Jahren fand das Anch als Symbol der afrikanischen kulturellen Identität Verbreitung, insbesondere in der Black-Power-Bewegung und im Afrozentrismus. Auch in neopaganistischen Glaubenssystemen wird es häufig als Lebens- und Schutzsymbol verwendet.