Henri Clignet, auch Henry oder Heinrich (* 19. Oktober 1607 in Mannheim; † 31. März 1683 ebenda), war im 17. Jahrhundert Stadtdirektor Mannheims. Er gilt als zentrale Figur bei der Verfassung der Mannheimer Stadtprivilegien von 1652, die nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Migration von Exulanten nach Mannheim ermöglichten.
Henri Clignet wurde 1607 als Sohn von Jakob Clignet und dessen Ehefrau Elisabeth Bannet in Mannheim geboren. Zeitweilig war sein Geburtsort nicht bekannt, so bezeichnete ihn der Historiker Friedrich Walter indirekt als Zuwanderer und als Wallonen. Vorfahren von ihm lebten in der Wallonischen Region darunter Willem Clignet, Bürgermeister von Verviers. Nach der Schlacht bei Nördlingen emigrierte Henri Clignet in die niederländische Stadt Leiden, aus der sein Vater stammte. Dort traf er den im Exil lebenden, späteren Kurfürsten Karl Ludwig und wurde zu einem seiner engsten Berater. Er formulierte die neuen Mannheimer Stadtprivilegien aus, welche Karl Ludwig nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Heidelberg mitbrachte. Die 1652 in Kraft tretenden Privilegien luden „alle ehrlichen Leut von allen Nationen“ dazu ein, sich in Mannheim niederzulassen. Sie gewährten umfassende Steuervergünstigungen, Toleranz in religiösen Angelegenheiten und garantierten städtische Autonomie. So wurde Mannheim attraktiv für wallonische bzw. hugenottische Glaubensflüchtlinge sowie Heimat für jüdische, polnische und ungarische Familien.
Clignet kehrte nach Mannheim zurück, wo er von 1653 bis zu seinem Tod 1683 Stadtdirektor und damit faktisch das Stadtoberhaupt war. Während seiner Amtszeit wurde das im Krieg zerstörte Mannheim wieder aufgebaut. Er gründete Ölmühlen und Ziegeleien, förderte Tuchhandel und Tabakanbau, führte eine neue Zunftordnung für das Handwerk und eine Spitalordnung für Hospitäler ein. Nachdem die Pest 1666 viele Opfer in Mannheim gefordert hatte, setzte er strikte sanitätspolizeiliche Verordnungen durch. Er war ein vermögender Kaufmann und Großindustrieller, der mehrere Wohn- und Geschäftshäuser in Mannheim besaß, eines davon auf dem Grundstück T 2, 14. Diese Gebäude wurden 1688/89 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.
Henri Clignet heiratete 1634 Maria-Élizabeth Herff in Worms. Aus der Ehe gingen 18 Kinder hervor, von denen 1687 noch drei Töchter und zwei Söhne lebten. Clignet starb 1683 im Alter von 75 Jahren in Mannheim.
Bereits zu Henri Clignets Lebzeiten gab es laut einem Plan aus dem Jahr 1663 eine nach ihm benannte „Clignets Gasz“, woraus im 18. Jahrhundert „Klingelsgasse“ wurde.
Im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-Ost wurden 1904 zwei Straßen und ein Platz nach Henri Clignet benannt.
In Altenkirchen (Pfalz) befindet sich auf dem Friedhof ein Gedenkstein, der an das Wirken Clignets erinnert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Clignet, Henri |
| ALTERNATIVNAMEN | Clignet, Heinrich; Clignet, Henry |
| KURZBESCHREIBUNG | Stadtdirektor Mannheims |
| GEBURTSDATUM | 19. Oktober 1607 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 31. März 1683 |
| STERBEORT | Mannheim |