Henryk Adamus Vater war der Geiger Zenobiusz Adamus. Er war in der Celloklasse des Cellisten Anton Cink (1863–1933) und der Kompositionsklasse von Zygmunt Noskowski am Warschauer Konservatoriums. Daran anschließend war er vom 8. April 1904 bis zum 12. Mai 1905 Schüler von Stephan Krehl (Komposition) und Julius Klengel (Cello) am Konservatorium in Leipzig. Während seines Deutschlandaufenthaltes spielte er im Gewandhausorchester in Leipzig. Zwischen 1899 und 1911 war mit Unterbrechungen Cellist am Teatr Wielki, dem Warschauer Opernorchester. Zwischen 1905 und 1911 war er Solocellist im Warschauer Philharmonischen Orchester. Danach übernahm er vom 15. September 1911 bis 1. September 1914 die Direktorenposition der Musikgesellschaft KMT in Kalisch. Hier gründete er 1913 mit S. Bzowski eine Musikschule deren erster Direktor er wurde. In Kalisz trat er oft als Solist, Kammermusiker und Dirigent auf. Ab 1914 arbeitete er wieder als Orchestermitglieds mit dem Teatr Wielki in Warschau zusammen, ab 1915 als Ersatzdirigent. Schließlich übernahm er zwischen 1919 und 1922 die Leitung des dortigen Opernchores. Von 1921 bis 1929 war er Leiter und Dirigent der Städtischen Musiktheater. Zwischen 1905 und 1914 gab er privaten Cellounterricht. Dabei entstand das Lehrwerk Daumenübungen für das Cello. '
Henryk Konrad Adamus starb 1950 vereinsamt im Alter von 70 Jahren in Warschau und wurde auf dem dortigen Powązki-Friedhof beigesetzt.
Grab von Henryk Konrad Adamus auf dem Powązki-Friedhof in Warschau
Werke (Auswahl)
Adamus schrieb Opern, wie Sumienie (Das Gewissen, 1918) und Rey w Babinie (Der König und das Kind, 1922), die in Warschau uraufgeführt wurden. Darüber hinaus hat er Ballette, symphonische Gedichte, Schauspielmusiken, geistliche und instrumentale Stücke geschrieben, von denen viele verschollen sind und nicht aufgeführt wurden.
Pan Wołodyjowski Kömödie in einem Akt, nach dem Roman von Henryk Sienkiewicz, Libretto und Musik: Henryk Adamus.
Sumienie. [Das Gewissen]. Lyrisches Drama in einem Akt nach den Ereignissen von 1905, entstanden zwischen 1914 und 1915, Uraufführung am 7. Juli 1918 im Teatr Wielki in Warschau, Libretto von Henryk Adamus nach dem Roman von Helena Filochowska (1886–1961), Zdzisław Lubomirski gewidmet
Rey w Babinie [Der König und das Kind], Musikalische Posse in drei Akten, 1922 OCLC838853083
Sezofris, Ägyptisches Drama, Libretto und Musik: Henryk Adamus, 1923
Wieczór w Sorento [Ein Abend in Sorrent], Italienische Suite für Orchester, 1910 OCLC1036368896
La baiser du Sphinx, Pocałunek Sfinksa, Valse du salon für Klavier und großes Orchester, 1915 OCLC1036536867
Faust: Dies irae: Liturgischer Gesang (Bußpsalm), 1922
Aschenputtel, Musik zu einem Märchen von C. A. Görner nach Grimm. Es wurde zwischen 1925 und 1927 vom Polnischen Theater in Warschau am Stadttheater in Łódź aufgeführt OCLC1051280436
↑Mateusz Glinski:Das gegenwärtige, polnische Musikschaffen. In: Signale für die musikalische Welt. Signale für die musikalische Welt, Redepenning & Co, Zeitungsverlag, Berlin 22.Oktober 1924, S.1612ff. (onb.ac.at).