Herbert Meschkowski

Eduard Gotthelf Herbert Meschkowski (* 13. Februar 1909 in Berlin-Moabit; † 23. März 1990 in Berlin) war ein deutscher Mathematiker.

Leben

Herbert Meschkowski wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater arbeitete als Gefangenenaufseher im Untersuchungsgefängnis Moabit.

1927 begann er mit dem Studium der Physik und der Mathematik, unter anderem bei Erhard Schmidt und Ludwig Bieberbach an der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, das er 1931 mit einem sehr guten Staatsexamen bei Georg Hamel abschloss. Nach Referendariat (1932–1934) und Assessorenprüfung (1934) unterrichtete er zwei Jahre im Evangelischen Johannesstift Berlin eine Klasse für schwer erziehbare Kinder. Dort lernte er die Erzieherin Magdalena Meitz kennen, die er 1936 heiratete. Im selben Jahr wechselte er als Mathematiklehrer an das Pankower Realgymnasium in Berlin und wurde 1939 Studienrat.

Während der Kriegsjahre arbeitete er überwiegend als Meteorologe im Dienst der Wehrmacht.

1950 promovierte er bei Alexander Dinghas mit dem Thema Über die konforme Abbildung gewisser Bereiche von unendlich hohem Zusammenhang auf Vollkreisbereiche. Meschkowski war Professor an der Freien Universität Berlin und der Pädagogischen Hochschule Berlin. Von 1962 bis 1964 war er Rektor der Pädagogischen Hochschule Berlin. Er befasste sich mit Funktionentheorie und Funktionalanalysis, Fachdidaktik und Fachgeschichte und veröffentlichte zahlreiche Lehrbücher.

Meschkowski befasste sich auch mit Mathematikgeschichte, gab die Briefe von Georg Cantor heraus, schrieb dessen Biographie und eine Geschichte der Mathematik in Berlin. Er schrieb mehrere sich an einen breiteren Leserkreis wendende Bücher über Mathematik. An interdisziplinären Vorhaben nahm er ebenfalls teil: Die Vorlesung „Das Welt- und Menschenbild der modernen Naturwissenschaft“ hielt er zusammen mit den PH-Dozenten Auguste Hoffmann (Humanbiologie), Walter Bünger (Physik), Volkmar Denckmann (Botanik), Martin Hengst (Ernährungswissenschaft) und Reinhold Scharf (Chemie).

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Geburtsregister Standesamt Berlin 12b, Nr. 443/1909
  2. ↑ Sterberegister Standesamt Zehlendorf von Berlin, Nr. 763/1990
  3. ↑ Beiträge zur Geschichte der Pädagogischen Hochschule Berlin. Im Auftrag des Rektors herausgegeben von Gerd Heinrich (= Band 6 der Abhandlungen aus der Pädagogischen Hochschule Berlin.) Berlin 1980, S. 204.
  4. ↑ Mitteilungen der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik: Zum 100. Geburtstag von Herbert Meschkowski. (PDF; 774 kB) Ausgabe: 88, Januar 2010, S. 15–21.
  5. ↑ Herbert Meschkowski im Mathematics Genealogy Project (englisch) abgerufen am 11. August 2024.
  6. ↑ siehe Pädagogische Hochschule Berlin (Hrsg.): Festschrift für Volkmar Denckmann als Sonderband der Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 1976, S. 15.
Personendaten
NAME Meschkowski, Herbert
ALTERNATIVNAMEN Meschkowski, Eduard Gotthelf Herbert (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mathematiker
GEBURTSDATUM 13. Februar 1909
GEBURTSORT Berlin-Moabit
STERBEDATUM 23. März 1990
STERBEORT Berlin