Herbert Bessel

Herbert Bessel (* 10. Dezember 1921 in Hamburg; † 25. März 2013 in Rasch (Altdorf bei Nürnberg)) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Werdegang

Herbert Bessel wurde nach dem Abitur 1941 zum Kriegsdienst eingezogen. Nach Kriegsende nahm er 1946 ein Studium als Zeichner und Maler an der Landeskunstschule in Hamburg-Lerchenfeld auf und belegte dort Zeichenkurse bei Willem Grimm. Weitere Anregungen erfuhr er als Atelierschüler von Erich Wessel. Von 1947 bis 1954 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg, u. a. in der Meisterklasse für Wandmalerei und figürliche Komposition bei Otto Michael Schmitt. In den fünfziger Jahren machte er sich mit der Gestaltung von Kirchenausstattungen und Kunst am Bau einen Namen. Seit 1964 lebte und arbeitete Herbert Bessel in seinem Atelierhaus in Rasch (Altdorf bei Nürnberg). Am 25. März 2013 ist Bessel im Alter von 91 Jahren gestorben.

Werk

Neben der Malerei erschloss sich Bessel zunächst die Techniken des Mosaiks und des Terrakottareliefs. Waren die frühen Arbeiten meist noch figurativ konzeptioniert, trat ab 1962 mit zunehmender Erfahrung die Abstraktion in den Vordergrund. In der Gestaltung farbiger Glasfenster erreichte er eine Meisterschaft, die ihn zu einem gefragten Auftragskünstler in diesem Sujet werden ließ. Rund 40 verschiedene monumentale Glasarbeiten finden sich in Süddeutschland. Für den privaten Raum gestaltete Bessel Kabinettscheiben – autonome Glasbilder, die vor ein Fenster gehängt werden können. Für die Nürnberger Gobelin-Manufaktur entwarf er insgesamt acht Tapisserien. Mit einem großformatigen Gobelin war Bessel in der Jubiläumsausstellung zum 50 jährigen Bestehen der Nürnberger Gobelin-Manufaktur vertreten. Seit 1972 hatte Herbert Bessel ein umfangreiches druckgrafisches Oeuvre geschaffen. Die Museen der Stadt Nürnberg und das Kunstmuseum Bayreuth bewahren größere Konvolute von Druckgrafik. Eine Ausstellung im historischen Rathaus Altdorf, die 2011 von der Stadt zu Ehren des 90. Geburtstags des Künstlers ausgerichtet worden war, galt dem malerischen Spätwerk Herbert Bessels.

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Herbert Bessel. In: Thomas Engelhardt, Werner Heunoske, Gertraud Lehmann (Hrsg.): Die Kunstsammlung des Stadtmuseums Erlangen, Bd. 2,1: Bestandskatalog A–M. Verlag Stadtmuseum Erlangen, Erlangen 2024 (Veröffentlichungen des Stadtmuseums / Stadtmuseum Erlangen; Nr. 71), ISBN 978-3-930035-26-7, S. 201.
  2. ↑ Nachruf auf Herbert Bessel in: klinikum-nuernberg.de (Memento vom 1. Juli 2013 im Webarchiv archive.today)
  3. ↑ Matthias Mende: Die frühen Jahre – 1947 bis 1962. In: Josef Helfrecht, Matthias Mende (Red.): Herbert Bessel. Ein Künstler in Franken. Nürnberg 2001, S. 40–62.
  4. ↑ Birgit Ruf: Poesie der einfachen Form und leisen Töne. Der Maler, Grafiker und Glasbild-Schöpfer Herbert Bessel aus Altdorf starb mit 91 Jahren. In: Nürnberger Nachrichten. 2. April 2013.
  5. ↑ Andrea Brandl: Lyrische Kompositionen in Glas – Die Fenster von Herbert Bessel im sakralen Raum. In: Josef Helfrecht, Matthias Mende (Red.): Herbert Bessel. Ein Künstler in Franken. Nürnberg 2001, S. 74–83.
  6. ↑ Johann Adam Stupp: Glasmalerei – Kabinettscheiben. In: Josef Helfrecht, Matthias Mende (Red.): Herbert Bessel. Ein Künstler in Franken. Nürnberg 2001, S. 90–93.
  7. ↑ Nürnberger Gobelin-Manufaktur in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Textilmuseum Krefeld (Hrsg.): Nürnberger Gobelin-Manufaktur 50 Jahre. Druckhaus Nürnberg, Nürnberg 1992, S. 43 mit Abbildung.
  8. ↑ Elisabeth Rücker: Bessel der Graphiker. In: Josef Helfrecht, Matthias Mende (Red.): Herbert Bessel. Ein Künstler in Franken. Nürnberg 2001, S. 96–97.
  9. ↑ Birgit Ruf: Kunst für Kirchen. Maler und Grafiker: Herbert Bessel aus Altdorf wird 90. In: Nürnberger Nachrichten. 10. Dezember 2011.
Personendaten
NAME Bessel, Herbert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Grafiker
GEBURTSDATUM 10. Dezember 1921
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 25. März 2013
STERBEORT Rasch (Altdorf bei Nürnberg)