Herbert Breth

Herbert Breth (* 29. Juni 1913 in Wien; † 5. Januar 2006 in Darmstadt) war ein deutscher Bauingenieur. Er war Professor an der damaligen TH Darmstadt.

Leben

Breth besuchte die Hochschule für Bodenkultur in Wien, an der er 1936 seinen Abschluss machte. Danach war er bei der Degebo (Deutsche Gesellschaft für Bodenmechanik) in Berlin, die der TU Berlin zugeordnet war, wo er 1938 promoviert wurde. An der Degebo arbeitete er auch mit Wilhelm Loos, deren Geschäftsführer, über geotechnische Probleme in Zusammenhang mit Straßenbau und an Erddruck-Experimenten.

Breth war schon Anfang der 1950er Jahre anerkannter Experte für Staudammbau und betreute weltweit Projekte auf diesem Gebiet. Insgesamt hatte er 67 große Dammprojekte. Eines davon war der Forggensee im Ostallgäu. Ab 1960 war er Professor in Darmstadt, wo er ab 1961 bis zu seiner Emeritierung 1980 das Institut für Grundbau und Bodenmechanik der damaligen TH Darmstadt (heute TU Darmstadt) und die zugehörige Versuchsanstalt leitete.

Außer durch Dammprojekte machte sich einen Namen bei Bauprojekten in Frankfurt am Main. In den 1970er Jahren untersuchte er an seinem Institut und mit seinem Ingenieurbüro das Verhalten von Hochhausgründungen und tiefen Baugruben im Frankfurter Ton, wobei auch Stoffmodelle für den Ton erstellt und die Berechnung mit Finiten Elementen vorangetrieben wurden. Er verband dies aber mit messtechnischer Überwachung und Überprüfung der Rechenmodelle an den Bauprojekten. Er war in Frankfurt neben Hochhausgründungen auch am Bau der Frankfurter U-Bahn beteiligt. Dort wurde Anfang der 1970er Jahre weltweit erstmals bei der Untertunnelung des Frankfurter Römers die Neue Österreichische Tunnelbauweise (NÖT, siehe U-Bahn-Strecke B (Frankfurt am Main)) innerstädtisch eingesetzt, was Breth geotechnisch betreute.

Zu seinen Studenten zählen Peter Amann (Professor an der ETH Zürich), Rainer Wanninger (Professor an der TH Braunschweig), Ulvi Arslan (Professor in Darmstadt), Rolf Katzenbach (Professor in Darmstadt).

Er war seit 2004 Ehrenmitglied der DGGT.

Sonstiges

Breth ist der Vater der Theaterregisseurin Andrea Breth.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Breth, Loos, K. Endell Zusammenhang zwischen kolloidchemischen und bodenphysikalischen Kennziffern bindiger Böden und Frostwirkung, Forschungsarbeiten aus dem Straßenwesen, Band 16, Berlin, 1939, Breth, Loos Die Berechnung elastisch gebetteter Balken und Platten: eine kritische Betrachtung des Bettungszifferverfahrens, Bremen 1948
  2. ↑ Weiß 50 Jahre Degebo, Mitt. Degebo 1978, S. 39
  3. ↑ zum Beispiel Breth Stand- und Entwicklungsrichtungen des Talsperrenbaus, Planen und Bauen 1950, Breth Grundsätze bei der Planung und Ausführung von Staudämmen, Straßen- und Tiefbau, Band 17, 1963, S. 811, Breth, G. Kückelmann Der Porenwasserdruck in Erddämmen, Bautechnik, 1954, Heft 1
  4. ↑ Katzenbach, Kirsch, Nachruf, Geotechnik 2006
Personendaten
NAME Breth, Herbert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bauingenieur
GEBURTSDATUM 29. Juni 1913
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 5. Januar 2006
STERBEORT Darmstadt