Hermann Brandseph

Hermann Brandseph
Hermann Brandseph: Strickende Bäuerin, 1898
Hermann Brandseph: Frau am Brunnen, 1898

Hermann Brandseph (* 10. September 1857 in Stuttgart; † 9. Mai 1907) war ein deutscher Porträtist sowie Landschafts- und Architekturfotograf. Er war der Sohn des Fotografen Friedrich Brandseph.

Leben und Werk

Brandseph war zunächst Lehrling bei den Gebrüdern Matter in Mannheim und bildete sich selbst zum Zeichner aus. Er ging als Volontär zu Fred Boissonnas nach Genf, wo er sich auf dem Gebiet der künstlerischen Fotografie ausbilden ließ und war dann 1879 bei Carl Backofen in Darmstadt und 1880 bei Lombardi & Co in London beschäftigt, bevor er 1881 im Atelier seines Vaters Friedrich Brandseph einstieg. Er wurde Teilhaber und übernahm 1883/84 das Geschäft in der Marienstraße 36 von Stuttgart, das damals als „bedeutendstes in Südwestdeutschland“ galt und 20 Mitarbeiter beschäftigte. Unter seiner Leitung konnte das Atelier weiter expandieren, so dass 1887 schon 37 Mitarbeiter beschäftigt wurden.

Schon 1880 war er zum Königlich württembergischen Hofphotographen ernannt worden. Bald galt er als führender Vertreter seiner Zunft in Deutschland. Nicht nur das württembergische Herrscherhaus, auch vermögende Bürger und Künstler ließen sich von Brandseph ablichten. Darunter waren unter anderem Robert und Anna Bosch sowie deren Kinder, Ludwig Pfau, der armenische Anarchist Alexander Atabekian, Ludwig Uhland, Clara Zetkin und Johann Heinrich Wilhelm Dietz.

Einige seiner Werke erschienen auch auf Postkarten, so 1898 eine Wintersportkarte im Verlag von L. Schaller, Stuttgart.

In dem Nachruf in der Photographischen Chronik wird Brandseph als einer der wichtigsten Vertreter der künstlerischen Photographie im In- und Ausland gelobt, die schon früh eine künstlerische Richtung in der Photographie anstrebten. Als Vertrauensmann des Rechtsschutzverbandes Deutscher Photographen hatte sich Brandseph intensiv für ein Schutzgesetz für die deutschen Fotografen eingesetzt und damit der Berufsfotografie im 20. Jahrhundert den Weg geebnet.

Nach dem frühen Tod von Hermann Brandseph übernahm Paul Mutzig das Atelier unter dem Namen Hofphotograph Hermann Brandseph Nachfolger.

1901 hatte Karl Osterwald vom „Verein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste in Frankfurt a.M.“ eine goldene Medaille für die 40-jährige Mitarbeiterschaft in der Firma H. Brandseph erhalten.

Werke

Auszeichnungen

Sekundärliteratur

Literatur

Commons: Hermann Brandseph – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Fotografische Zeitschriften – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Kurzer Nekrolog, in: Photographische Correspondenz, 44. Jg., 1907, S. 349–350. Zu seinem „Lehrherrn“ C. Backofen gibt es unterschiedliche Lebensdaten: Der Royal Collection Trust verfügt über zahlreiche Photographien (220 Stk., Digitalisat) von „Carl Backofen (1853-1909)“. Das „Stadtlexikon Darmstadt“ benennt im Kapitel „Fotografie in Darmstadt“ „Karl Backofen (1845-1926)“, (Digitalisat).
  2. 1 2 3 4 Hermann Brandseph (Nekrolog). In: Photographische Chronik
  3. 1 2 Bilder machen Leute, 2008, S. 211.
  4. ↑ Rainer Bunz: Bürgertum und Frömmigkeit, Tredition, Hamburg, 2011, ISBN 978-3-8424-2324-4, S. 209
  5. ↑ Otto Borst: Württemberg: Geschichte und Gestalt eines Landes, Stadler, 1978, ISBN 978-3-7977-0036-0, S. 112
  6. ↑ ohne Titel (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. ↑ Photographische Correspondenz, 39. Jg., 1902, S. 110
  8. ↑ R. Neuhauss u. E. Juhl: Photographische Rundschau, 14. Jg., Wilhelm Knapp, Halle/S., 1900, 9. Heft, (letzte Seite ohne Nummerierung), (online).
  9. ↑ Eberhard Fritz: Knecht, Kutscher, Koch, Kammerdiener, König. Zur Sozialgeschichte des königlichen Hofes in Württemberg (1806 bis 1918). In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66/2007. S. 249–292, Digitalisat (Memento des Originals vom 10. April 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Brandseph, Hermann
ALTERNATIVNAMEN Brandsef, Hermann
KURZBESCHREIBUNG deutscher Porträtist sowie Landschafts- und Architekturfotograf
GEBURTSDATUM 10. September 1857
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 9. Mai 1907