Hermann Fuchs (* 19. April 1924 in Kassel; † 1999 in Göttingen) war ein Akademischer Musikdirektor, Dirigent, Chorleiter und Komponist in Göttingen. Er trug als Leiter der Akademischen Orchestervereinigung Göttingen (AOV) zwischen 1950 und 1987 wesentlich zum Musikleben der Stadt Göttingen bei.
Den ersten Kompositionsunterricht erhielt Fuchs von 1940 bis 1942 in Kassel bei Bruno Stürmer. 1942 veröffentlichte er mit der Sonatine in C-Dur und der Apfelkantate nach Matthias Claudius im Bärenreiter Verlag erste eigene Kompositionen. Nach der Kriegsgefangenschaft setzte Fuchs seine Studien in Stuttgart bei Karl Marx (Komposition) und Karl Münchinger, Bertil Wetzelsberger und Gustav Koslik (Dirigieren) fort.
Die erste Begegnung von Hermann Fuchs mit der AOV bestand in der Aufführung von Fuchs’ Partita für Streicher durch deren kommissarischen Leiter Werner Berkenkamp, ein Jahr bevor Fuchs 1950 selber zum neuen akademischen Musikdirektor der Georg August Universität Göttingen und Dirigenten der AOV bestimmt wurde.
In der Folge baute Fuchs das Orchester von einem reinen Streichorchester zu einem vollständigen Symphonieorchester mit bis zu 90 Mitgliedern auf. Er leitete zudem den 1946 gegründeten Universitätschor. Von 1963 bis 1979 betreute er auch die Musik des Deutschen Theaters in Göttingen in Zusammenarbeit mit den Intendanten Heinz Hilpert und Günther Fleckenstein.
Fuchs setzte sich besonders für die Aufführung von Werken ein, die in der Zeit des Nationalsozialismus nicht hatten gespielt werden dürfen. Neben Werken von Felix Mendelssohn, Gustav Mahler, Arthur Honegger, Dimitri Shostakovich oder Michael Tippett zählte dazu auch 1972 die Aufführung und Erstaufnahme des Ozeanflugs in der Fassung von Bert Brecht und Kurt Weill.
Als Komponist sind viele seiner Werke im Zusammenhang mit seinem Wirken als Dirigent bzw. ehemaliger Dirigent der AOV entstanden und uraufgeführt worden. In seiner Komposition sind verschiedentlich Anregungen aus dem Jazz erkennbar. Einige nicht veröffentlichte Werke sind in den Beständen der AOV erhalten.
Als Akademischer Musikdirektor forschte er in einem Aufsatz über das Wirken zweier seiner Amtsvorgänger im Göttingen des 19. Jahrhunderts. Ebenfalls im Rahmen seines Amtes als Akademischer Musikdirektor unterrichtete er Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Georg-August-Universität Göttingen und verantwortete auch die Kirchenmusik in der Universitätskirche.
| Personendaten | |
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| NAME | Fuchs, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musikpädagoge, Musikdirektor, Dirigent, Chorleiter und Organist |
| GEBURTSDATUM | 19. April 1924 |
| GEBURTSORT | Kassel, Hessen |
| STERBEDATUM | 1999 |
| STERBEORT | Göttingen |