Hermann Hoormann (* 30. Dezember 1933 in Meppen; † 18. Juni 2022 in Bolanden) war ein deutscher Maler und Grafiker des Phantastischen Realismus.
Hermann Hoormann nahm Anfang der 1950er Jahre ein Studium von Kunst und Kunsterziehung, Deutsch und Pädagogik in Mainz auf, wo er seine spätere Frau Christine Rothfuß kennenlernte, die er 1962 heiratete. Nach dem Studium arbeitete er als Kunsterzieher in Hessen, ging mit seiner Frau 1966 in die Pfalz; dort unterrichteten beide am Nordpfalzgymnasiums in Kirchheimbolanden. Ab 1990 waren beide freiberuflich künstlerisch tätig.
Hermann Hoormanns Kunst ist in der Zeitgenossenschaft von Künstlern wie Ernst Fuchs, Arik Brauer oder Rudolf Hausner geprägt von der Verbindung von Realismus und Phantastik mit altmeisterlichen Mal- und Zeichentechniken, die er zu hoher Meisterschaft gebracht hat. Zugleich ist bei ihm der Blick in die Kunstgeschichte immer gegenwärtig mit der Orientierung an Themen und Techniken von Meistern wie Hieronimus Bosch, Pieter Bruegel d. Ä., Arcimboldo, Francisco Goya oder Surrealisten wie Salvador Dali. Typische, immer wiederkehrende Motive sind das Narrenschiff, Puppen, Harlekine, bunt zusammengewürfelte Szenerien und Ding-Konglomerate („Quodlibet“) sowie turbulente Umzüge und Paraden, oft getragen vom satirischen Blick aufs Menschlich-Allzumenschliche, der Lust an Zerrbild und Groteske und am Doppelbödigen. Charakteristisch für seine Malerei sind Detailreichtum, reiche Farbigkeit und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Maltechniken. In späteren Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Landschaftsimpressionen in Pastell.
Daneben entstand ein ebenso umfangreiches grafisches Werk, insbesondere bestehend aus Zeichnungen und Radierungen, die die verschiedenen Aspekte seines malerischen Schaffens aufgreifen und widerspiegeln. Besonders große Anerkennung fanden seine ausdrucksstarken Porträtzeichnungen.
Hermann Hoormanns Ausstellungstätigkeit führte ihn an Orte wie Düsseldorf, Bonn, Mainz, Mannheim oder Worpswede. Wachsende, auch internationale Beachtung belegen Ausstellungen und Beteiligungen in Wien, Paris-Nanterre, Saint Germain-en-Laye, Schloss Riegersburg, Rosendaal oder s'Hertogenbosch. In seinen späteren Schaffensjahren lag Hoormanns Ausstellungsschwerpunkt überwiegend im regionalen Umfeld seiner Wahlheimat. Dazu gehörten regelmäßige Teilnahmen an der jährlichen „art imaginaire“ im Herrenhof Mußbach in den Jahren 2007 bis 2015, wo ihm anlässlich seines 80. Geburtstags eine Sonderausstellung gewidmet wurde oder mit Jahresausstellungen in seinem Heimatort, zunächst im Kloster Hane (1986–1996), später dann im eigenen Atelier- und Galeriehaus.
Für den Lokalteil der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ lieferte er ab 1993 mehr als zwanzig Jahre lang Karikaturen zum lokalen Zeitgeschehen. Andere Periodika stattete er mit Illustrationen und Vignetten aus. Er unterstützte mit seiner Kunst zudem Initiativen wie Amnesty International oder die Kirchheimbolander Friedenstage.
Einzelausstellungen (Auswahl): 1969, München, Galerie Hartmann; 1975, Düsseldorf, Galerie an der Düssel; 1977, Bad Kreuznach, Landratsamt; 1982, Mainz, Johannes-Gutenberg-Universität, Hochschulinstitut für Kunsterziehung; 1986, Worpswede, Galerie Bollhagen; 1988, Worms, Museum Heylshof; 1989, Wachenheim a. d. Weinstr., Ludwigskapelle; 1991, Daun, Kreissparkasse; 1993, Mainz, Innenministerium; 1997/98, Wörth am Rhein, Galerie Altes Rathaus; 1999/2000, Kaiserslautern, Universitätsbibliothek; 2000, Herrenhof Mußbach/Neustadt a. d. Weinstr.; Jahresausstellungen in Bolanden, Kloster Hane, von 1986 bis 1996, danach ab 1998 im eigenen Galerie- und Ausstellungsraum in Bolanden
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 1997, „Realismus am Oberrhein“, Landau, Villa Streccius; 2002, „Parfum de Femmes“, Saint Germain-en-Laye, Manege Royal; 2006 „Meister der Zwischen- und Seelenwelten. Werke der Ars Phantastica“. Malerei. Landau, Villa Streccius; 2007–2015, „Art imaginär“, Mußbach/Neustadt a. d. Weinstr., Herrenhof; 2012, IMAGO Phantastic Art, Schloss Riegersburg/Österreich.
Nach dem Tod des Ehepaars gingen Kunstwerke, Immobilien und Vermögen in die „Hoormann-Stiftung – Kunststiftung im Donnersbergkreis“ über, die im September 2024 ihre Arbeit aufgenommen hat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoormann, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1933 |
| GEBURTSORT | Meppen |
| STERBEDATUM | 18. Juni 2022 |
| STERBEORT | Bolanden |