Hermann Klencke

Philipp Friedrich Hermann Klencke (Pseudonyme: Hermann v. Maltitz und E. v. Kalenberg; * 16. Januar 1813 in Hannover; † 11. Oktober 1881 ebenda) war ein deutscher Militärarzt, Privatgelehrter und populärwissenschaftlicher Schriftsteller.

Leben

Klencke besuchte das Gymnasium in Hannover und anschließend die dortige Medizinisch-chirurgische Schule. Er wurde Militärarzt in Minden und gab mit Generalarzt Adolph Leopold Richter das medicinische Militär-Wochenblatt heraus, mit welchem sie eine grundlegende Reform des Militärmedizinwesens im Königreich Preußen anstießen.

1837 wandte sich Klencke nach Leipzig, wo er vollwertig Medizin und Naturwissenschaften an der Universität Leipzig studierte. 1839 ließ er sich als praktischer Arzt in Braunschweig nieder. Dort fiel er auch durch seine naturwissenschaftlichen Vorträge auf und engagierte sich politisch-publizistisch für die Revolution von 1848/49. Seine 1852 erstmals erschienene, populäre Biographie Alexander von Humboldts erlebte mehrere Auflagen.

1855 ging er zurück in seine Heimatstadt Hannover. Dort führte er ein zurückgezogenes, der Wissenschaft und Publikation verschriebenes Leben.

Klencke wurde bereits früh der Titel „Professor“ verliehen. Er war Mitglied in folgenden Akademien der Wissenschaften: Kaiserlich medicinische Societäten zu Wien und St. Petersburg, Königlich Preussische Akademie der Wissenschaften zu Erfurt, Société de Médecine d'Anvers, Societas medicorum Hamburgensium, Naturhistorische Gesellschaft in Hamburg, Wetterauische Gesellschaft für Naturkunde, Natur- und heilwissenschaftliche Societäten zu Göttingen und Dresden.

Infektionstheorie

Klencke gilt als Vorläufer der Infektionstheorie. Aufgrund eigener Experimente, bereits 1843 im Geburtsjahr von Robert Koch, erklärte er die Tuberkulose für verimpfbahr. Er verursachte eine generalisierte Tuberkulose bei Kaninchen, indem er ihnen erfolgreich Material aus einer Miliartuberkulose in Leber und Lunge einimpfte (siehe Untersuchungen und Erfahrungen im Gebiete der Anatomie, Physiologie, Mikrologie und wissenschaftlicher Medicin. Erster und Zweiter Band. Leipzig, Fest’sche Verlagsbuchhandlung, 1843, I.Bd. S. 123). 1846 zeigte er die Möglichkeit der Übertragung von Tuberkulose auf den Menschen durch Kuhmilch (siehe Klencke Ph.: Über die Ansteckung und Verbreitung der Skrophelkrankheit beim Menschen durch den Genuss der Kuhmilch. Leipzig, C.E. Kollmann 1846.).

Ehrungen

1841 wurde er zum Mitglied der Leopoldina (damals Kaiserlich Deutsche Leopoldinische Akademie der Naturforscher genannt) gewählt. Zudem war er Ehrenmitglied des Ärztlichen Regierungsbezirksvereins zu Düsseldorf, beim Deutschen Verein der Tierärzte, beim Centralverein der deutschen Zahnärzte.

Publikationen (Auswahl)

Das Œuvre von Klencke umfasste über 200 Bände. Er veröffentlichte neben wissenschaftlicher vor allem auch populärwissenschaftliche Literatur sowie zahlreiche sozialkritische, kulturhistorische und biographische Romane. Es mag dabei nicht verwunderlich sein, dass ihm mitunter der Vorwurf des Plagiierens entgegengebracht wurde.

Zwei seiner Werke wurden mit Preisen ausgezeichnet:

Weitere Publikationen zum Beispiel, von denen einige in mehreren Auflagen erschienen, außerdem vor allem Romane:

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Andreas W. Daum: Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. Bürgerliche Kultur, naturwissenschaftliche Bildung und die deutsche Öffentlichkeit, 1848-1914. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-56337-8, S. 293, 385, 419 f., 496.
  2. ↑ 1894 8. Auflage von Hauslexikon der Gesundheitslehre für Leib und Seele.
  3. ↑ Mitgliedseintrag von Philipp Friedrich Hermann Klencke bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 2. September 2016.
  4. ↑ Theodore Brieger, Bernhard Bess: Zeitschrift für Kirchengeschichte, Band 106. W. Kohlhammer, Stuttgart 1995, S. 359.
Personendaten
NAME Klencke, Hermann
ALTERNATIVNAMEN Klencke, Philipp Friedrich Hermann (vollständiger Name); Klencke, Friedrich Hermann; Hermann v. Maltitz; E. v. Kalenberg
KURZBESCHREIBUNG deutscher Militärarzt, Privatgelehrter und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 16. Januar 1813
GEBURTSORT Hannover
STERBEDATUM 11. Oktober 1881
STERBEORT Hannover