Hermann Krone

Hermann Krone, Selbstporträt mit Teilen seiner Ausrüstung, 1858

Hermann Krone (* 14. September 1827 in Breslau; † 17. September 1916 in Laubegast bei Dresden) war ein deutscher Fotograf, Wissenschaftler, Hochschullehrer und Publizist. Er schuf ein umfangreiches fotografisches Werk und gilt als einer der Pioniere der wissenschaftlichen Fotografie.

Leben

Krone, geboren als Sohn eines Lithografen und Enkel eines Buchdruckers, nahm nach dem Besuch des Elisabeth-Gymnasiums in Breslau 1843 ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Breslau auf. Im ersten Semester begann er mit fotografischen Experimenten und dem Bau einer Kamera.

Gedenktafel für Hermann Krone in der Bastei

Ab 1849 studierte er an der Dresdner Kunstakademie und war für kurze Zeit ein Schüler Ludwig Richters. 1851 eröffnete er in Leipzig ein Fotoatelier. Da er dort jedoch als preußischer Staatsbürger Ausländer war, wurde er nach wenigen Monaten ausgewiesen und musste das Atelier an die Fotografin Friedericke Pommer abgeben. Seine Ausweisung war von Konkurrenten durchgesetzt worden, die sich anschließend auch Teile des Atelierausrüstung aneigneten. Krone siedelte daraufhin nach Dresden über, erlangte das Dresdner Bürgerrecht (und damit die sächsische Staatsbürgerschaft) und eröffnete 1853 hier erneut ein Fotostudio sowie eine private fotografische Lehranstalt. Seine 1853 aufgenommene Serie des Elbsandsteingebirges markiert den Beginn der Landschaftsfotografie in Sachsen. In seine fotografischen Exkursionen bezog er auch die Böhmische Schweiz und den schlesischen wie den böhmischen Teil des Riesengebirges ein. Sein Bild des Wirtshauses am Prebischtor von 1853 gilt als erste touristische Fotografie Tschechiens.

Neben seinen epochalen fotografischen Leistungen gelang es Hermann Krone auch, mit seinen genetischen Studien und anthropospeläologischen Arbeiten zu einem Begründer der wissenschaftlichen Höhlenforschung Sachsens zu werden. 1856 fertigte er in der Sächsischen Schweiz eine der weltweit frühesten fotografischen Höhlenaufnahmen. Im wissenschaftlichen Verein ISIS berichtete er zusammenfassend über „Höhlen, Thore und Grottenbildungen in dem Sächsisch-böhmischen Elbtalgebirge“, legte Sinter aus Sandsteinhöhlen vor und machte mittelalterliche Funde in der später nach ihm benannten Kronehöhle (Sächsischer Höhlenkataster Nr. SH-57). Mit einer Reihe von Beispielen erläuterte er seine Gedanken zu einer Art Kondenswasserkorrosion in beschatteten Nischenbereichen.

Hermann Krone arbeitete mit den frühen Verfahren der Daguerreotypie und Kalotypie sowie später mit industriell gefertigten Fotomaterialien. Von 1870 bis 1907 hielt er am Polytechnikum Dresden Vorlesungen und Praktika zur Fotografie. 1895 wurde er zum Professor ernannt. Zu seinen wichtigsten Werken gehört das "Historische Lehrmuseum für Photographie", eine Serie von Lehrtafeln mit Fotografien unterschiedlichster Verfahren, welche die Geschichte der Fotografie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nachzeichnet. 1907 stiftete er das "Lehrmuseum" zusammen mit weiteren Fotografien sowie fotografischen Apparaten dem neugegründeten Wissenschaftlich-Photographischen Institut der Technischen Hochschule Dresden. Seine Stiftung hat sich fast vollständig erhalten und wird als Hermann-Krone-Sammlung noch heute am Institut für Angewandte Physik der TU Dresden verwahrt.

Zusammen mit seinem Sohn Johannes Krone nahm er im Jahr 1874 als Fotograf an einer deutschen Expedition auf die Aucklandinseln teil, die der Beobachtung des Venustransits vom 9. Dezember 1874 diente. Über diese Expedition verfasste er einen unter dem Titel Vater und Sohn auf Weltreise erschienenen Bericht.

Hermann Krone starb 1916 in Laubegast bei Dresden. Sein Grab auf dem Trinitatisfriedhof ist nicht erhalten.

Seit 2017 trägt ein Neubau auf dem Gelände der Technischen Universität Dresden den Namen Hermann-Krone-Bau. Das Gebäude ist Sitz des Instituts für Angewandte Photophysik sowie der Hermann-Krone-Sammlung. Verwaltungsteile des Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) wurden Mitte der 2020er Jahre hier ebenfalls räumlich eingeordnet.

Zitat

„Im Licht. Durchs Licht. Zum Licht.“

– Hermann Krone

Werke

Schriften

  • Die für alle Zeit von praktischem Wert bleibenden photographischen Urmethoden. Nachdruck: Fotokinoverlag, Leipzig 1985
  • Erste photographische Landschaftstour Sächsische Schweiz. Nachdruck: Fotokinoverlag, Leipzig 1997
  • Vater und Sohn auf Weltreise. 1874, 1875 zur Beobachtung des Venus-Durchgangs. Die Robinsonade auf den Auckland-Inseln. Australien. Hendel, Halle an der Saale 1901

Fotografien

Ausstellungen

Auszeichnungen

Commons: Hermann Krone – Sammlung von Bildern

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ laut Hermann-Krone-Sammlung am IAPP der TU Dresden am 27. September gleichen Jahres
  2. ↑ Wolfgang Baier: Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. 2. Auflage, Schirmer / Mosel, München 1980, ISBN 3-921375-60-6, S. 496 ff.
  3. ↑ Sigrid Dauks, Eva Schöck-Quinteros: Grund der Ausweisung: Lästiger Ausländer. Bremen 2007, ISBN 978-3-88722-692-3, S. 147.
  4. ↑ Wolfgang Baier: Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. 2. Auflage, Schirmer / Mosel, München 1980, ISBN 3-921375-60-6, S. 500.
  5. ↑ Abbildung und tschechische Biographie zu Hermann Krone bei dem tschechischen Fotohistoriker Pavel Scheufler www.scheufler.cz (Memento vom 14. Januar 2007 im Internet Archive) (online).
  6. ↑ Wolfgang Baier: Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. 2. Auflage, Schirmer / Mosel, München 1980, ISBN 3-921375-60-6, S. 497.
  7. ↑ Hermann-Krone-Sammlung. Abgerufen am 10. April 2026.
  8. ↑ Wolfgang Baier: Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. 2. Auflage, Schirmer / Mosel, München 1980, ISBN 3-921375-60-6, S. 501.
  9. ↑ Hermann-Krone-Bau im Campusnavigator der TU Dresden
  10. ↑ Wilhelm Horn: Photographisches Journal, 7. Band, S. 33 f.
  11. ↑ Bulletin de la Société Francaise de Photographie, Tome Dix-Septieme, (17. Bd.), 1871, Paris, Gauthier-Villars, 1871, S. 10
  12. ↑ E. Hornig (Hrsg.): Photographische Correspondenz, 10. Jg., Wien, 1873, S. 85 ff. (online)
  13. ↑ Vereins- und Personalnachrichten. In: Photographische Correspondenz. Band 30, 1893, S. 80, (Digitalisat)
  14. ↑ Kleine Mitteilungen. In: Photographische Chronik. 14. Jg., 1907, S. 489 (Digitalisat)