Hermann Loew

Hermann Loew

Friedrich Hermann Loew (* 19. Juli 1807 in Weißenfels; † 21. April 1879 in Halle (Saale)) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Insektenforscher.

Leben

Hermann Loew studierte an der Universität Halle und war Lehrer für Mathematik und Naturgeschichte am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Posen und arbeitete später als Professor und Direktor der Realschule in Meseritz.

Außerdem engagierte er sich politisch und gehörte vom 18. Juni 1848 bis zum 20. Mai 1849 der Frankfurter Nationalversammlung (in der auch sein Bruder Friedrich Loew vertreten war) und von 1874 bis 1876 dem Preußischen Abgeordnetenhaus an. 1868 gab er seinen Lehrerberuf auf, zog nach Guben und widmete sich der Entomologie. 1876 erlitt er einen Schlaganfall und war danach zunehmend gelähmt und außerdem nicht mehr zu geistiger Arbeit fähig.

Zu seinen wissenschaftlichen Leistungen zählen insbesondere seine Arbeiten über Fliegen (Insecta: Diptera). Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten von 1840 bis 1878 und beschrieb rund 4000 neue Arten.

Loew hat unter anderem zahlreiche Raubfliegen (Asilidae) erstmals beschrieben. Der größte Teil seiner Sammlung (meist Dipteren aus Europa) befindet sich heute im Museum für Naturkunde in Berlin. Sie wurde nach dem Tod von Loew durch den Preußischen Staat aufgekauft und umfasste nach dem damaligen Kurator Paul Stein rund 60.000 Exemplare von 7.500 Arten.

Er arbeitete eng mit Carl Robert Osten-Sacken über Dipteren Nordamerikas zusammen. Eine gemeinsame Sammlung ging an das Museum of Comparative Zoology in Harvard. In der Zusammenarbeit überließ Osten-Sacken die Erstbeschreibungen meist Loew und übersetzte dessen Schriften ins Englische.

Er war ab 1834 verheiratet. Die Ehe hielt bis zum Tod von Loew. Von seinen sieben Kindern überlebten ihn drei Söhne. Er liegt in Halle begraben.

Schriften

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Bernhard Mann (Bearb.) unter Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 250–251; zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 228–231.