Hermann Platz

Hermann Platz (* 19. Oktober 1880 in Offenbach an der Queich; † 4. Dezember 1945 in Bonn) war ein deutscher Romanist, Autor und Kulturphilosoph.

Leben und Werk

Der älteste Sohn eines Brauers machte am Humanistischen Gymnasium in Landau in der Pfalz im Juli 1900 Abitur und trat im Oktober 1900 in Würzburg seinen Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim Bayerischen Infanterieregiment Nr. 9 an, aus dem er im März 1901 entlassen wurde. Ab dem Wintersemester 1901/02 studierte er zunächst in Würzburg Theologie, ab dem Wintersemester 1902/03 in München und ab 1904 in Münster Philologie (Germanistik, Anglistik und Romanistik), wo er 1905 das Staatsexamen bestand. Er promovierte 1905 germanistisch in Münster mit der Dissertation Über lautlich-begriffliche Wortassimilationen. Beiträge zur sogenannten Volksetymologie besonders aus dem Gebiete des Rheinfränkischen und war, seit 1905 verheiratet und zum katholischen Glauben konvertiert, ab 1906 Gymnasiallehrer in Düsseldorf und Bonn, unterbrochen von einem vierjährigen Militärdienst in Russland. 1919 war er zum Dozenten an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn berufen worden und unterrichtete daneben mit halber Stundenzahl am Bonner Beethoven-Gymnasium. 1922 habilitierte er sich mit der Monographie Geistige Kämpfe im modernen Frankreich und war ab 1926 ordentlicher Honorarprofessor an der Bonner Universität mit einem Lehrauftrag für französische Geistes- und Gesellschaftsgeschichte, der ihm am 7. März 1935 von den Nationalsozialisten entzogen wurde. Ab 1942 durfte er wegen der Einziehung zahlreicher Hochschullehrer wieder Vorlesungen halten.

Unter dem Einfluss von Marc Sangnier, Carl Sonnenschein und Herman Schell war Platz ein bedeutender demokratisch-pazifistischer Reformkatholik mit dem Ideal der europäischen Einigung. Er engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und war nach Mai 1945, unter Besatzungsrecht, für eine kurze Zeit Leiter der Kulturabteilung der Provinz Nordrhein mit Dienstsitz in Düsseldorf.

Unter Einwirkung von Alois Dempf gründete Platz 1925 die Zeitschrift Abendland. Deutsche Monatshefte für europäische Kultur, Politik und Wirtschaft, die bis 1930 bestand. Ab 1929 gab er die Reihe „Studien zur abendländischen Geistes- und Gesellschaftsgeschichte“ heraus.

Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen KDStV Markomannia Würzburg (seit 1900) sowie zeitweise der KDStV Aenania München und der VKDSt Saxonia Münster, alle im CV.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Klaus-Peter Eich: Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen 1945-1954. Schwann, Düsseldorf 1987, S. 31.
  2. ↑ Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen: Die Ehrenmitglieder, Alten Herren und Studierenden des CV, des Cartell-Verbandes der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen. Wien, 1931, S. 715.
Personendaten
NAME Platz, Hermann
ALTERNATIVNAMEN Queich, Hermann
KURZBESCHREIBUNG deutscher Romanist und Kulturwissenschaftler
GEBURTSDATUM 19. Oktober 1880
GEBURTSORT Offenbach an der Queich
STERBEDATUM 4. Dezember 1945
STERBEORT Düsseldorf