








Hermann Steinfurth (* 18. Mai 1823 oder 1824 in Hamburg; † 7. Februar 1880 ebenda) war ein deutscher Maler und Grafiker der Düsseldorfer Malerschule und der Hamburger Schule.
Hermann Steinfurth wurde als Sohn des Eisen- und Kurzwarenhändlers Friedrich Steinfurth am 18. Mai 1823 oder 1824 in Hamburg geboren. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er von Gerdt Hardorff dem Älteren, der an der Gelehrtenschule des Johanneums Zeichenlehrer war. 1841 reiste er nach Düsseldorf, wo er als Privatschüler bei Karl Ferdinand Sohn Porträtmalerei studierte und danach an der Kunstakademie Düsseldorf bei Friedrich Wilhelm von Schadow in der 1. Malklasse. Es folgte eine Studienreise nach Belgien und in die Niederlande, wo er Bildnisse von Anthonis van Dyck kopierte, um seine Fertigkeiten in der Porträtkunst zu verfeinern. 1847 kehrte er nach Hamburg zurück. Er hatte sein Atelier in der Straße Herrengraben 97 am Herrengrabenfleet, wo auch das Geschäft seines Vaters nach dem Großen Brand von 1842 war (das alte Wohn- und Geschäftshaus Mühlenbrücke 139 brannte ab) und auch sein Bruder Friedrich wohnte.
1848 gewann Hermann Steinfurth einen vom Hamburger Künstlerverein veranstalteten Wettbewerb und bekam dadurch den Auftrag, das dreiteilige Altarbild für die neue Hauptkirche Sankt Petri zu malen. Um Studien für das Altarbild zu machen, reiste er nach München und Düsseldorf und malte schließlich das dreiteilige Altarbild in Düsseldorf, wo er im Jahr 1850 in der Meisterklasse von Josef Wintergerst wieder an der Kunstakademie Historienmalerei studierte. Als er mit dem Auftrag fertig war, lieferte er das Bild ab, das 1851 vom Hamburger Künstlerverein der Hauptkirche Sankt Petri gestiftet wurde. Auf dem Mittelteil befand sich die Auferstehung Christi. Das Mittelteil wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem der Luftangriffe der Operation Gomorrha zerstört. Die Kirche selbst blieb aber sonst weitgehend unbeschadet. Auch die Seitenteile blieben unbeschadet. Auf dem linken Teil ist der Apostel Petrus abgebildet, nach der Apostelgeschichte 10,14, und auf dem rechten Teil Paulus, nach Römer 14,17. Unten auf dem Bild von Paulus befindet sich die Inschrifttafel mit der Inschrift:
„Als Altarbild gestiftet in die Sanct Petrikirche vom Hamburger Künstlerverein Anno Domini 1851“
1851 trat er eine längere Reise durch Deutschland, Österreich und Italien an. Seit 1853 wirkte er in Hamburg, nur durch gelegentliche kleine Reisen unterbrochen. 1863 hatte sein Vater das Geschäft aufgegeben und Hermann Steinfurth hatte nun sein Atelier in der Bohnenstraße 17, wohnte aber Bohnenstraße 3. 1867 wohnte er dort immer noch, hatte aber sein Atelier in der Fuhlentwiete 92. 1870 bis 1877 wohnte und arbeitete er Koppel 93 und 94. Von 1877 bis zu seinem Tod wohnte und arbeitete er dann in der Lüneburger Straße 3 (jetzt Stralsunder Straße 3) am Hansaplatz im zweiten Stock.
1877 bot er an, an der 1862 von der Patriotischen Gesellschaft gegründeten Gewerbeschule, die sich im Gebäude des Museums für Kunst und Gewerbe befand und die Vorläuferin der heutigen Hochschule für bildende Künste Hamburg war, eine Klasse fürs Aktzeichnen zu leiten. Sie sollte zur Vorbereitung für diejenigen sein, die sich auf den Besuch einer Kunstschule vorbereiteten. Das Angebot wurde angenommen und die Klasse eingerichtet mit ihm als Lehrer. Der lebenslang unverheiratet gebliebene Hermann Steinfurth unterrichtete dort bis 1880 und verstarb nach einem schweren Leiden am 7. Februar desselben Jahres im Alter von 56 Jahren in Hamburg. Er vermachte der Hamburger Kunsthalle, der er im Vorjahr schon ein Gemälde schenkte, einige Ölgemälde. Die Kunsthalle ehrte ihn daraufhin mit einer Gedächtnisausstellung.
Hermann Steinfurth war Mitglied des Hamburger Künstlervereins sowie des Kunstvereins in Hamburg und war bei beiden Vereinen eine Zeit lang Vorsitzender. Zudem war er Mitglied im Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten, dessen Vorgängerverein Crignic er seit 1846 auch schon angehörte. Er war Gründungsmitglied und Stellvertretender Vorsitzender des Düsseldorfer Schachvereins, dessen ersteres Schachturnier beim Künstlerverein Malkasten 1855 stattfand. Später gehörte er dem Kuratorium der 1871 gegründeten Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien an. Er war zudem auch Mitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft.
Maße: Breite × Höhe
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Steinfurth, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 18. Mai 1823 oder 18. Mai 1824 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 7. Februar 1880 |
| STERBEORT | Hamburg |