Hermann Weingarten

Hermann Georg Wilhelm Hermann Weingarten (* 12. März 1834 in Berlin; † 22. April 1892 in Pöpelwitz bei Breslau) war ein deutscher evangelischer Kirchenhistoriker.

Leben

Hermann Weingarten besuchte das Berliner Gymnasium zum Grauen Kloster. Seit 1853 studierte er in Jena und Berlin Theologie. Während seines Studiums wurde er 1856 Mitglied der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller. 1862 habilitierte er sich an der Universität Berlin, wo er seither als Privatdozent unterrichtete. 1868 wurde er zum außerordentlichen Professor berufen; zugleich (1858–64) war er Adjunkt am königlichen Joachimsthalschen Gymnasium und bis 1873 Oberlehrer an der Andreasschule. 1873 wurde er als ordentlicher Professor nach Marburg, 1876 nach Breslau berufen.

Größere Verbreitung im damaligen Lehr- und Studienbetrieb fanden Weingartens Zeittafeln zur Kirchengeschichte, die von 1870 bis 1905 in sechs, jeweils erweiterten und veränderten Auflagen erschienen.

Ein besonderes Verdienst erwarb er sich auch mit der Herausgabe von Richard Rothes Vorlesungen über Kirchengeschichte und Geschichte des christlich-kirchlichen Lebens, die 1875 in zwei Bänden erschienen.

Als Kirchenhistoriker galt Weingartens besondere Aufmerksamkeit den religiösen Außenseitern, den wegen ihrer unorthodoxen Prägung gemiedenen und isolierten Einzelgängern. In seinen Publikationen und Lehrveranstaltungen widmete er sich vor allem den Mystikern des Spätmittelalters, den Täufern, den Independenten und Quäkern und den von der Kirche ausgegrenzten Pietisten. Besonders verwandt fühlte er sich dem frommen Skeptiker Blaise Pascal.

Werke

Herausgeber

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Burschenschaftliche Blätter. XIV. Jg., Berlin 1900, S. 281.
Personendaten
NAME Weingarten, Hermann
ALTERNATIVNAMEN Weingarten, Hermann Georg Wilhelm Hermann (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Kirchenhistoriker
GEBURTSDATUM 12. März 1834
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 22. April 1892
STERBEORT Pöpelwitz bei Breslau