Hermann von Gilm zu Rosenegg

Hermann von Gilm zu Rosenegg

Hermann von Gilm zu Rosenegg, eigentlich: Hermann Gilm von Rosenegg (* 1. November 1812 in Innsbruck; † 31. Mai 1864 in Linz), war ein österreichischer Jurist und Dichter.

Leben

Pöstlingberg-Gedicht
Pöstlingberg-Gedicht

Schwäbisch-alemannischer Abstammung, verbrachte er seine Jugend in Vorarlberg, wo er in Feldkirch das Gymnasium besuchte. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck war er ab 1840 Staatsbeamter in Schwaz, Bruneck und Rovereto. 1846 kam er nach Wien und arbeitete zunächst als Konzeptspraktikant in der Hofkanzlei, nach deren Auflösung im k. k. Innenministerium. 1856 wurde er in Linz zum Leiter des Präsidialbüros der Statthalterei ernannt. In seiner Zuständigkeit für das Theaterressort verfasste er Theaterberichte und verhinderte grobe Eingriffe in die Spielpläne und Texte der Stücke.

Hermann von Gilm erntete Lob für seine feinsinnigen Gedichte. In den politischen Liedern spiegelt sich sein erhitztes Gemüt, und als Gegner der Jesuiten schrieb er scharfe Polemiken. Im Umgang mit seinen Werken trat er der Öffentlichkeit gegenüber zurückhaltend auf. Als Liberaler konnte der Beamte seine politische und kirchliche Überzeugung nicht unter seinem Namen publizieren. Zu Lebzeiten erschien nur der Gedichtband Tiroler Schützenleben.

Gottfried Benn schätzte den Dichter. Richard Strauss hat 1885 acht Gedichte aus dem Zyklus „Die letzten Blätter“ (ursprünglich in Sophienlieder veröffentlicht) als sein Opus 10 vertont, unter denen vor allem „Zueignung“ (Nr. 1), „Die Nacht“ (Nr. 3) und „Allerseelen“ (Nr. 8) sich bleibender Beliebtheit erfreuen.

Sein Bruder Hugo von Gilm (1831–1906) wurde Chemiker.

Ehrungen

Werke

Literatur

Commons: Hermann von Gilm zu Rosenegg – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikisource: Hermann von Gilm – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Hermann Gilm’s letzte Augenblicke.. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 12165/1898), 6. Juli 1898, S. 5, unten links. (online bei ANNO).
  2. ↑ Gilmstraße. In: stadtgeschichte.linz.at, Linzer Straßennamen.
  3. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  4. ↑ Kein Exemplar nachweisbar
  5. ↑ Kein Exemplar nachweisbar

Anmerkungen

  1. ↑ Gilms Urgroßvater Franz Joseph Gilm, Untervogt und Rentmeister der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg, wurde 1739 mit dem Prädikat „von Rosenegg“ in den erbländisch-österreichischen Adelsstand erhoben. – Siehe: Gilm v. Rosenegg. In: Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 3: Eberhard – Graffen. Voigt, Leipzig 1861, Textarchiv – Internet Archive.
  2. ↑ Am 29. September 1863 fand in Innsbruck in Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. ein großer Schützenfestzug statt, an dem Hermann von Gilm als „begeisterter Sänger“ mitwirkte. – Siehe: Leider haben wir heute eine Trauerbotschaft zu bringen …. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 122, 1. Juni 1864, S. 1112, erste Zeile. (online bei ANNO).
  3. ↑ Gedenktafel über dem Portal Baumbachstraße 16. – Siehe: Hermann von Gilm / Erinnerungstafeln. In: linz.at. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. September 2012.
Personendaten
NAME Gilm zu Rosenegg, Hermann von
ALTERNATIVNAMEN Gilm von Rosenegg, Hermann
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Jurist und Dichter
GEBURTSDATUM 1. November 1812
GEBURTSORT Innsbruck
STERBEDATUM 31. Mai 1864
STERBEORT Linz