



Der Hessenplan war ein von Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (SPD) ab 1951 aufgestelltes umfassendes Entwicklungsprogramm für Wohnen, Soziales, Kultur, Bildung, Wirtschaft und Verkehr in Hessen.
Das nach dem Zweiten Weltkrieg von der Amerikanischen Militärregierung 1945 neu geschaffene Land Groß-Hessen – ab 1946 Hessen – stand vor zahlreichen Problemen:
In kaum einem anderen der neu gegründeten Bundesländer war das Gefälle zwischen Stadt und Land damals so groß wie im noch dazu relativ armen Hessen.
Das Vorbild für den Hessenplan war der sogenannte Schlüchtern-Plan von 1949, quasi als Experiment aufgestellt vom Ständigen Ausschuss für Selbsthilfe, welchem Vertreter von Organisationen wie z. B. Genossenschaften, Gewerkschaften, Sparkassen, Wohnungsämter und Wohlfahrtsverbände angehörten. Es gelang in kurzer Zeit, im Landkreis Schlüchtern 453 Dauerarbeitsplätze und 220 Wohnungen zu schaffen.

Die in Zusammenarbeit mit dem Landesplanungsamt und dem Landesarbeitsamt formulierten Planziele, im September 1950 unter dem Titel „Die Grundgedanken des Hessenplans“ vorgestellt, waren:
Die konkrete Ausformung trug Ministerpräsident Zinn in seiner Regierungserklärung vom 10. Januar 1951 vor.
Organisatorisch baute der Hessenplan auf eine breite Mitarbeit und Eigeninitiative der Gemeinden und der Einwohner auf – Flurbereinigungsverfahren, Ausweisung von Wohnbau- und Gewerbestandorten, niedrige Grundstückspreise und Eigenleistungen im Bausektor sowie auf Neugründung verlorengegangener Gewerbe- und Industriebetriebe aus den Reihen der Flüchtlinge und damit eine Verbesserung der Versorgung aller.
Finanzielle Grundlage für viele Fördermaßnahmen stellten vor allem Maßnahmen des Bundes dar, wie das Soforthilfegesetz (Gesetz zur Milderung sozialer Notstände) von 1949, welches 1953 durch das Bundesvertriebenen- und das Lastenausgleichsgesetz abgelöst wurde.
Unterstützend wirkte, dass im Jahr 1950 ein Bundesplan für die Eingliederung der Heimatvertriebenen entworfen wurde. Der Plan wurde zwar nicht realisiert, doch lieferte er Grunddaten und einen Überblick über in den einzelnen Ländern geplante Maßnahmen.

Aufgrund des Erfolges des Hessenplans trat am 26. April 1965 als Nachfolger der Große Hessenplan in Kraft. Er setzte den Schwerpunkt auf den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, etwa die Errichtung von Schulneubauten, Sportstätten, Bürgerhäusern, Dorfgemeinschaftshäusern etc.