
Hidde Halbertsma Justuszoon (* 30. März 1820 in Bolsward; † 22. November 1865 in Laubach) war ein niederländischer Mediziner.
Hidde war der Sohn des Pfarrers und friesischen Sprachforschers Justus Hiddes Halbertsma (* 23. Oktober 1789 in Grouw; † 14. Februar 1869 in Deventer) und dessen Frau Johanna Iskjen Hoekema (* 6. April 1794 in Workum; † 30. Juni 1847 in Deventer). Die Familie hatte ihre ursprünglichen Wurzeln in Ostfriesland. Da sein Vater beruflich in Deventer tätig wurde, besuchte er dort 1833 die Lateinschule und bezog am 15. September 1837 das dortige Athenaeum. Am 19. September 1838 immatrikuliert als Student der Medizin an der Universität Leiden. Hier absolvierte er bei Kaspar Georg Karl Reinwardt, Pieter Johannes Uijlenbroek, Jan van der Hoeven, Antonius Henricus van der Boon Mesch und Gideon Jan Verdam eine naturwissenschaftliche Ausbildung. Seine prägenden Lehrer in den medizinischen Wissenschaften wurden Gerard Sandifort, Michael Jacobus Macquelijn, Jacobus Cornelis Broers und Cornelis van der Hoeven.
Am 3. November 1843 promovierte er in Leiden mit der historisch medizinischen Abhandlung de Antonii Leuwenhoeckii meritis in quasdem partes Anatomiae microscopicae zum Doktor der Medizin. Anschließend unternahm er eine wissenschaftliche Bildungsreise die ihn im Dezember 1843 nach Paris führte, wo er die Vorlesungen von Jules Germain Cloquet besuchte. Über Straßburg reisend, gelangte er an die Universität Wien. In Wien setzte er sich mit der physischen Diagnostik bei Josef von Skoda und der pathologischen Mikroskopie sowie der Mikroskopie bei Johann Florian Heller auseinander. Nachdem er auch die Vorlesungen von Jakob Henle an der Universität Heidelberg besucht hatte, kehrte er 1845 in seine niederländische Heimat zurück. Hier verteidigte er in Leiden einige spezifische Thesen und erwarb sich am 1. November 1845 das Doktorat der Geburtshilfe und am 3. Februar 1846 das Doktorat der Chirurgie.
Halbertsma bemühte sich auch um einen Lehrstuhl in Leiden, jedoch fand er keinen Zugang dazu, da er vermutlich über zu wenig praktische Erfahrung verfügte. Mit einem staatlichen Stipendium ausgestattet, begab er sich daher 1846 nach Berlin, wo er die Vorlesungen von Johannes Peter Müller und Friedrich Schlemm besuchte. Danach zog er an die Universität Leipzig, wo er die Ausführungen von Ernst Heinrich Weber, Wilhelm Eduard Weber und zur physiologischen Chemie bei Karl Gotthelf Lehmann verfolgte. Sein letztes Reiseziel wurde Prag. In der goldenen Stadt hatte er weitere Anregungen von Franz Dittrich (1815–1859) und Johann von Oppolzer erhalten. Am 22. April 1848 wurde er in Leiden zum außerordentlichen Professor der Anatomie und Physiologie berufen, welches Amt er am 30. September 1848 mit der Antrittsrede de Albini anatomie tractandae methodo, comporata cum eaquam nostva tempora sibi deposeunt übernahm.
Am 24. Juni 1857 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt und war in dieser Eigenschaft 1864/65 Rektor der Alma Mater. Diese Aufgabe legte er mit der Rede de iis quae Academiae Lagduno-Batavae anno 1864–1865 tristia et laeta acciderunt nieder. Als Leidener Hochschullehrer reorganisierte Halbertsma die Ausbildung der Pathologie und Anatomie. Hierzu schaffte er verschiedene Präparate und Instrumente an. Statt der damals gebräuchlichen lateinischen Unterrichtssprache, verwendete er als erster die niederländische. Ab 1850 war er Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Medizin und Chirurgie in Amsterdam, 1853 wurde er Mitglied der provinziellen Utrechtschen Gesellschaft für Künste und Wissenschaften, 1851 außerordentliches, sowie 1855 ordentliches Mitglied der königlich niederländischen Akademie Wissenschaften und er war Mitglied der holländischen Gesellschaft der Wissenschaften in Haarlem. 1864 erkrankte er an Melancholie, was ihn an einer weiteren Wirksamkeit hinderte. Zur Herstellung seiner Gesundheit begab er sich nach Laubbach bei Koblenz, wo er verstarb.
Am 26. Juni 1851 verheiratete Halbertsma sich mit Jacoba Sophia Hamaker (* 10. August 1827 in Leiden; † 2. Februar 1888 in Hilversum), die Tochter des Leidener Professors Hendrik Arent Hamaker (1789–1835). Die Ehe blieb kinderlos.
| Personendaten | |
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| NAME | Halbertsma Justuszoon, Hidde |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 30. März 1820 |
| GEBURTSORT | Bolsward |
| STERBEDATUM | 22. November 1865 |
| STERBEORT | Laubach |