Definition
Es sei
eine C*-Algebra. Ein Prä-Hilbert-
-Modul ist ein Rechts-B-Modul
zusammen mit einer Abbildung
, so dass
ist sesquilinear (konjugiert linear in der ersten Variablen)
für alle 
für alle 
für alle
, wobei
die durch die positiven Elemente definierte Ordnung auf
sei.
für alle
.
Die offenbare Analogie zur Definition eines Hilbertraums lässt sich weiter ausbauen. Man zeigt die Cauchy-Schwarzsche Ungleichung
für alle
(ohne Verwendung der fünften Bedingung)
und erhält so eine Halbnorm

auf
, die wegen der 5. Bedingung sogar eine Norm ist. Ist der Prä-Hilbert-
-Modul bezüglich dieser Norm vollständig, so nennt man ihn einen Hilbert-
-Modul.
Der wesentliche Unterschied zu Hilberträumen besteht darin, dass man keinen Projektionssatz beweisen kann, das heißt, es gibt Unter-Hilbert-
-Moduln, die nicht stetig projizierbar sind.
Konstruktionen
Algebren von Operatoren
Für zwei Hilbert-
-Moduln
und
sei
die Menge aller Operatoren
, für die es einen Operator
gibt, so dass
gilt für alle
und
. Man zeigt, dass solche Operatoren
-linear sind und einen abgeschlossenen Unterraum der stetigen, linearen Operatoren
bilden.
ist mit der Operatornorm und der Involution
eine C*-Algebra. Im Spezialfall
ist
isomorph zur Multiplikatorenalgebra von
.
Gewisse Operatoren aus
lassen sich wie folgt in Analogie zu den eindimensionalen Operatoren auf Hilberträumen definieren. Sind
und
, so sei
. Man bestätigt leicht die Formel
und somit
. Den von diesen Operatoren erzeugten, abgeschlossenen Unterraum bezeichnet man mit
und nennt seine Elemente die kompakten Operatoren von
nach
, auch wenn es sich im Allgemeinen nicht um kompakte Operatoren im Sinne der Banachraumtheorie handelt. Leicht bestätigt man
für ein
, woraus
folgt, und ganz ähnlich auch
. Damit ist
ein zweiseitiges Ideal. Offenbar ist
das Ideal der kompakten Operatoren auf
.
Diese Konstruktionen hängen wie folgt zusammen:
Für jede C*-Algebra
und jeden Hilbert-
-Modul
ist
isomorph zur Multiplikatorenalgebra
. Insbesondere gibt es einen *-Isomorphismus
, der
auf
abbildet.
Unitäre Äquivalenz
Zwei Hilbert-
-Moduln
und
heißen unitär äquivalent, in Zeichen
, wenn eine bijektive, lineare Abbildung
gibt mit
für alle
.
Innere Tensorprodukte
Es seien
ein Hilbert-
-Modul,
ein Hilbert-
-Modul und
ein *-Homomorphismus. Durch die Formel
wird
zu einem Links-
-Modul und man kann daher das algebraische Tensorprodukt
bilden, das durch die Definition
zu einem Rechts-
-Modul wird. Durch die Formel
- :=\langle y_{1},\varphi (\langle x_{1},x_{2}\rangle _{E})(y_{2})\rangle _{F}}

erhalten wir mittels linearer Ausdehnung eine Sesquilinearform auf
, die alle Regeln aus der Definition des Prä-Hilbert-
-Moduls erfüllt bis auf eventuell Punkt 5, das heißt, es kann Vektoren der Länge 0 geben. Indem man den Raum
der Vektoren der Länge herausdividiert, das heißt zum Faktorraum nach
übergeht, und anschließend vervollständigt, erhält man einen Hilbert-
-Modul, den man mit
bezeichnet und das innere Tensorprodukt der Hilbert-C*-Moduln nennt.
Äußeres Tensorprodukt
Es seien wieder
ein Hilbert-
-Modul und
ein Hilbert-
-Modul. Dann ist das algebraische Tensorprodukt
mittels der Definition

ein Rechts-
-Modul und man erhält mittels linearer Ausdehnung aus
- :=\langle x_{1},x_{2}\rangle \otimes \langle y_{1},y_{2}\rangle }

eine Sesquilinearform. Ist
das räumliche Tensorprodukt der C*-Algebren, so konstruiert man durch Herausdividieren von Vektoren der Länge 0 und durch Ausdehnen auf die Vervollständigungen einen Hilbert-
-Modul, den man mit
bezeichnet und das äußere Tensorprodukt der Hilbert-C*-Moduln nennt.
Pushout
Ist
ein Hilbert-
-Modul und
ein surjektiver *-Homomorphismus, so definiere
. Ist
die Quotientenabbildung, so wird
durch die Definitionen
, wobei
mit 
- :=\varphi (\langle x,y\rangle )}
,
deren Wohldefiniertheit zu zeigen ist, ein Hilbert-
-Modul, den man den Pushout von
bzgl.
nennt. Man kann zeigen, dass
, indem man
als Unteralgebra von
auffasst.
Graduierte Hilbert-C*-Moduln
Besonders für die KK-Theorie werden Hilbert-C*-Algebren mit einer Zusatz-Struktur, einer sogenannten Graduierung, genauer einer
-Graduierung verwendet. Es sei
eine graduierte C*-Algebra mit Graduierungsautomorphismus
, das heißt, es ist



Dann ist
die direkte Summenzerlegung zur
-Graduierung.
Ein graduierter Hilbert-
-Modul ist ein Hilbert-
-Modul
zusammen mit einer linearen Bijektion
, so dass

für alle 
für alle 
Wieder erhält man eine direkte Summenzerlegung
, wobei


und es folgt
und
für alle
.
Durch den Automorphismus
erhalten dann auch
und
eine Graduierung.
Graduierte Hilbert-C*-Moduln heißen unitär äquivalent, wenn sie als Hilbert-C*-Moduln unitär äquivalent sind mit einem unitären Operator, der die Graduierung erhält.
Dies verallgemeinert die oben eingeführten Begriffe ohne Graduierung, denn jede C*-Algebra kann mittels
trivial graduiert werden und ebenso jeder Hilbert-
-Modul mittels
.
Um auch
zu graduieren, hat man zwei Möglichkeiten, nämlich
und
.
Wir definieren daher
mit der Graduierung
.
Die oben angeführten Konstruktionen lassen sich auch für graduierte Hilbert-C*-Moduln definieren, wobei das graduierte Tensorprodukt zu nehmen ist und alle auftretenden Morphismen mit den Graduierungen verträglich sein müssen. Die hiermit zusammenhängenden Einzelheiten sind sehr technisch und werden hier übergangen.