
Takashi Hiraide (japanisch 平出 隆, Hiraide Takashi; * 21. November 1950 in Moji, jetzt Stadtteil von Kitakyūshū, Präfektur Fukuoka) ist ein japanischer Lyriker und Schriftsteller.
Nach Absolvierung der Oberschule in Kokura nahm Hiraide sein Studium an der Hitotsubashi-Universität in Tokyo auf, das er 1976 abschloss. Während des Studiums publizierte er die Gedichtsammlung „Die Braut“ in dem bekannten Literaturmagazin Yuriika (Eureka). 1974 gründete er mit Inagawa Masato und seiner späteren Frau Kawano Michiyo den Verlag Shoki shorin, in dem er mehrere Gedichtbände publizierte.
1978 trat er in den Verlag Kawade Shobo (heute: ~ Shinsha) ein und arbeitete mit an der Herausgabe des Magazins Bungei. Er betreute unter anderem die Schriftsteller Shibusawa Tatsuhiko (1928–1987) und den Kikuchi-Kan-Preisträger Kawasaki Chōtarō (1901–1985).
1985 wurde er zum International Writing Programm der Iowa State University eingeladen und hielt sich drei Monate in den USA auf. 1987 verließ der Kawade Shobo. 1990 nahm er seine Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Tama auf, an der er seit 1998 als Professor (Faculty of Art and Design, Department of Art Science) tätig ist. Er ist zugleich Kernmitglied des dortigen Institute for Art Anthropology.
1995 hielt er einen Vortrag anlässlich einer von Udo Kittelmann organisierten Präsentation des japanischen Künstlers On Kawara „Erscheinen – Verschwinden“ im Kölnischen Kunstverein. 1998 folgte eine Einladung an die Freie Universität Berlin, wo er im Japanologischen Seminar ein Jahr Vorlesungen über Poesie der Gegenwart hielt. Die Beobachtungen dieses Jahres finden sich in den „Berliner Momenten“.
2005 wurde Hiraide eingeladen zu dem Internationalen literarischen Kulturtag „Sprachsalz“ in Hall in Tirol, wo er als eine Art Ziehsohn des Nobelpreisträgers Kenzaburo Oe eingeführt wurde.
Hiraide ist bekannt als Katzenfreund. Zudem hat er Baseball zum Thema einiger Bücher gemacht.
Hiraide veröffentlichte seit seiner Studienzeit Gedichtbände, Erzählungen, Reiseberichte und Essays. Der Vortrag „Die Revolution des Augenblicks. On Kawara als Sprache“, den er 1995 in Köln hielt, wurde auf Japanisch und Deutsch publiziert in
In den „Berliner Momenten“, die in Form eines Tagebuchs, nach Monaten und Tagen gegliedert sind, hielt Hiraide Eindrücke aus dem Berliner Jahr fest. Er skizziert Ortsteile der Stadt, beobachtet Menschen unterwegs und in seiner direkten Umgebung. Einige Personen werden sich (gelegentlich mit Namen genannt) wiederfinden können. Dichter und Schriftsteller der jüngeren Vergangenheit beschäftigen ihn, so Franz Kafka, auf dessen Spuren er sich in Prag und in Berlin begibt, Benjamin, Celan. „Vergangenheitsbewältigung“ ist ein Stichwort, mit dem er sich beschäftigt. Weiter finden sich Reisenotizen u. a. zu Dresden, Warschau, Prag und Paris.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hiraide, Takashi |
| ALTERNATIVNAMEN | 平出 隆 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 21. November 1950 |
| GEBURTSORT | Moji, heute: Kitakyūshū, Präfektur Fukuoka |