Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative Einheiten gegliedert. Der informelle Stadtteil Hoberge-Uerentrup wird heute durch den statistischen Bezirk 39Hoberge-Uerentrup/Wolfskuhle definiert.
Hoberge-Uerentrup liegt im Westen von Bielefeld in einem Längstal des Teutoburger Waldes und grenzt an die Ortsteile Kirchdornberg und Großdornberg aus dem Stadtbezirk Dornberg sowie an die Stadtbezirke Schildesche, Gadderbaum und Brackwede. Außerdem grenzt Hoberge-Uerentrup im Süden an die Gemeinde Steinhagen aus dem Kreis Gütersloh. Der Kamm des Teutoburger Waldes nimmt in Hoberge-Uerentrup Höhen bis circa 300m an. Fließgewässer sind der Johannisbach, der Twellbach und der Paderbach.
Von 1807 bis 1810 gehörten Hoberge und Uerentrup zum Kanton Werther im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen, das von Jérôme, dem Bruder Napoleons regiert wurde. 1811 änderte sich die Verwaltungsgliederung, da der Norden des Distrikts Bielefeld von Frankreich annektiert wurde. Hoberge und Uerentrup verblieben im Königreich Westphalen und gehörten nun zum Kanton Schildesche. Nach der Napoleonischen Zeit gehörten Hoberge und Uerentrup seit 1816 zum Kreis Bielefeld. Im Rahmen der Einführung der neuen Westfälischen Landgemeindeordnung wurde 1843 das Amt Dornberg eingerichtet und 1845 die Gemeinde Hoberge-Uerentrup konstituiert. Hoberge umfasste ungefähr die westliche und Uerentrup die östliche Hälfte der Gemeinde.
Am 1. Oktober 1930 wurde ein Gebiet im Osten der Gemeinde mit der Siedlung Wolfskuhle in die Stadt Bielefeld eingegliedert.
Durch das Gesetz zur Neugliederung des Raumes Bielefeld wurde der größere nördlich des Kammes des Teutoburger Waldes liegende Teil der Gemeinde Hoberge-Uerentrup am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet und ist seitdem ein Teil des Stadtbezirks Dornberg. Der kleinere, südlich des Hauptkammes des Teutoburger Waldes liegende Teil, wurde gemäß § 3 des Bielefeld-Gesetzes der Gemeinde Steinhagen angegliedert. Das Gebiet Wolfskuhle kam zum Stadtbezirk Dornberg.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
Quelle
1799
0584
1812
0372
1822
0413
1843
0625
1864
0647
1885
0639
1910
0857
1939
1195
1950
1873
1961
2127
1966
2391
1970
2434
1972
2564
2008
3502
2014
3570
2019
3640
2024
3627
Bauwerke
Die Markuskirche
Die 1963 erbaute evangelische Markuskirche ist mit ihrer Natursteinfassade das Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde Hoberge-Uerentrup, die 1965 selbstständig wurde.
Von weitem sichtbar ist der Fernmeldeturm Hünenburg auf dem Kamm des Teutoburger Waldes neben der historischen Hünenburg. Der Fernsehturm selbst liegt jedoch unmittelbar hinter der Grenze des Ortsteils in Quelle.
Naturdenkmäler
Eiche beim Golfplatz mit einem Brusthöhenumfang von 7,50 m (2014).
Bildung
Die evangelische Kirchengemeinde unterhält einen Kindergarten mit vier Gruppen. Es werden alle drei Betreuungszeiten (25, 35 und 45 Stunden) angeboten.
Ferner gibt es eine einzügige evangelische Bekenntnis-Grundschule in städtischer Trägerschaft im Stadtteil. Ein Trägerverein nimmt die Aufgaben als Offene Ganztagsgrundschule wahr.
Verkehr
Hoberge-Uerentrup ist über die Dornberger Straße mit der Bielefelder Innenstadt verbunden. Im öffentlichen Nahverkehr stellt die Buslinie 24 eine direkte Verbindung in die Bielefelder Innenstadt her.
↑Carl Ludwig Storch:Geographischer Büchersaal. Hrsg.: Johann Georg Hager. Vierter Band. Johann David Stößels Erben, Chemnitz 1764, Kurzgefasste Nachrichten von der Grafschaft Ravensberg, S.274und286 (google.de).
↑Landkreis Bielefeld (Hrsg.):150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.
↑Martin Bünermann, Heinz Köstering:Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S.97und100.
↑Sozialleistungsbericht 2008.(PDF; 9,5MB)Stadt Bielefeld,31.Dezember 2008,S.185,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am31.Januar 2012;abgerufen am 25.Mai 2010:„Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke 448 Hoberge-Uerentrup und 449 Wolfskuhle“