| Bergbahn Hochjochbahn | |
|---|---|
| Standort | Hochjoch, Verwall |
| Bauart | Pendelbahn mit Mittelstation |
| Hersteller | Waagner-Biró |
| Baujahr | 1964 – 1966 |
| Inbetriebnahme | 22. Dezember 1967 |
| Höhe der Talstation | 699 m |
| Höhe der Bergstation | 1861 m |
| Höhendifferenz | 1162 m |
| Länge | 3234 m |
| Neigung | 33,80 % |
| Gondeln | 4 |
| Maximale Transportkapazität | 620 Personen/Stunde |
| Maximale Geschwindigkeit | 7 m/s |
Die Hochjochbahn ist eine im Jahr 1966 von Waagner-Biró erbaute Pendelbahn im Montafon im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Talstation befindet sich im Ortsgebiet von Schruns. Die Bahn führt über die Mittelstation Kropfen hinauf zur am Hochjoch gelegenen Kapellalpe.
Die Geschichte der Hochjochbahn ist eng mit dem Aufkommen des Wintertourismus im Montafon in den 1950er- und 1960er-Jahren verbunden. 1949 wurde der erste Sessellift von Schruns bis auf Höhe der heutigen Mittelstation Kropfen eröffnet. 1951 folgte die zweite Sektion bis zur Kapellalpe, womit das heutige Schigebiet Hochjoch erstmals erschlossen wurde.
Aufgrund stark steigender Nächtigungszahlen erwies sich die Förderleistung des Sessellifts zunehmend als zu gering. Zwischen 1964 und 1966 wurde dieser daher durch die noch heute bestehende Pendelbahn von Waagner-Biró ersetzt. Der erste Betriebstag fand bereits am 22. Dezember 1967 statt, die offizielle Eröffnung wurde jedoch erst im Februar 1968 gefeiert.
Der Bau kostete zur damaligen Zeit 39 Millionen Schilling und konnte durch ERP-Kredite mitfinanziert werden. Zum Zeitpunkt der Eröffnung galt die Bahn bezogen auf die beförderten Personen/Höhenmeter als leistungsstärkste Aufstiegshilfe Österreichs.
Bei einem Umbau durch die Firma Doppelmayr im Jahr 1992 wurden die ursprünglich 45-plätzigen Kabinen durch Kabinen mit einer Kapazität von 54 Personen ersetzt und damit die Förderleistung erhöht.
Parallel zur oberen Sektion der Pendelbahn verkehrt der 2er-Sessellift Kropfenbahn.
Bis 2027 soll die Pendelbahn durch eine Umlaufbahn mit 10-plätzigen Kabinen ersetzt werden. Die Förderleistung soll dadurch von derzeit 620 auf bis zu 3000 Personen pro Stunde gesteigert werden. Die Kropfenbahn soll im Zuge des Umbaus abgetragen werden.
Der 462 kW starke Antrieb befindet sich in der Bergstation. Die Abspannung der Trag- und Zugseile ist hingegen in der Talstation untergebracht. Die Tragseile werden über einen 270 t schweren Gewichtswagen gespannt, der auf Schienen schräg in einen Spannschacht einfährt. Die Zugseile werden ebenfalls über Betongewichte in einem Spannschacht gespannt.
Eine Besonderheit der Anlage ist die Ausführung mit einer Mittelstation, an der bei jeder Fahrt umgestiegen werden muss. Auf jedem Tragseil verkehren daher jeweils zwei Kabinen. Die Mittelstation ist genau in der Streckenmitte angeordnet, sodass alle Kabinen bei jeder Fahrt ihre Endposition in der Berg-, Tal- beziehungsweise Mittelstation erreichen. Gleichzeitig ist die Mittelstation Kropfen als Niederhaltestütze ausgeführt.
Die Seile wurden von Felten & Guilleaume geliefert. Die Tragseile haben einen Durchmesser von 67 mm. Aufgrund der Konstruktion kommen bei den Zugseilen drei unterschiedliche Durchmesser zum Einsatz: Das obere Zugseil zwischen den oberen Kabinen hat einen Durchmesser von 36 mm, die beiden mittleren Zugseile 30 mm und das untere Zugseil 24 mm.
Die Bahn verkehrt über sechs Stützen (inkl. Mittelstation). Stütze 4 ist das größte Bauwerk der Strecke: Sie besteht auf der Unterseite aus einem Stahlfachwerk, auf das ein Stahl-Hohlkasten aufgesetzt ist. Diese Konstruktion erhöht die Biege- und Verwindungssteifigkeit des Bauwerks gegenüber Wind- und Seillasten.