Als Schauspieler werden Akteure bezeichnet, die bestimmte künstlerische und kulturelle Praktiken beherrschen und mit Sprache, Mimik und Gestik eine Rolle verkörpern oder als (Kunst-)Figur mit dem Publikum interagieren. Dazu gezählt werden auch Personen, die beruflich oder als Laien in Theater (Theaterschauspieler, Bühnenschauspieler), Film (Filmschauspieler) oder Fernsehen (Fernsehschauspieler) unter Anweisungen (Drehbuch, Regieanweisung) oder improvisierend in ihrer spezifischen Form der darstellenden Kunst tätig sind.
Der Dramatiker und Kritiker Eric Bentley definierte Schauspiel als: A verkörpert B, während C zuschaut. Bentleys Definition macht deutlich, dass die Darstellung durch den Schauspieler viel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers zu tun hat. Erst in der Wahrnehmung des Zuschauers kann ein Bild der dargestellten Person entstehen.
Gleichzeitig abstrahiert Bentleys Definition von allen historischen oder kulturellen Besonderheiten, die spezifische Formen der Schauspielerei, künstlerische Konventionen des Theaters bzw. Films usw. kennzeichnen. Demnach ist es für einen Schauspieler nicht zwingend, dass er seiner Tätigkeit regelmäßig oder professionell nachgeht, dass er die Darstellung einübt oder systematisch erlernt, dass er sich nach einer vorher festgelegten Anweisung richtet (er kann auch improvisieren oder extemporieren) oder das Schauspielen nur an dafür speziell eingerichteten Orten ausübt.
Der Schauspieler gilt Hegel als Künstler, nicht nur, weil sein Beruf „viel Talent, Verstand, Ausdauer, Fleiß, Übung, Kenntnis, ja auf ihrem Gipfelpunkte selbst einen reichbegabten Genius fordert.“ Die Kunst des Schauspielers liege auch darin, dass der „den Geist des Dichters und der Rolle“ tief erfassen müsse „und seine ganze Individualität im Inneren und Äußeren demselben ganz angemessen machen.“ Er müsse auch „in vielen Punkten ergänzen, Lücken ausfüllen, Übergänge finden und uns überhaupt durch sein Spiel den Dichter erklären.“ Daher lege er die „Meisterzüge“ des Werkes offen und mache das Stück erst „faßbar“.
Spielen wird oft als Bereich der Freiheit angesehen – als eine Aktivität, die von Freude, Fantasie und Flucht aus dem Alltag geprägt ist. Innerhalb dieser Grenzen agieren Individuen außerhalb der unmittelbaren Zwänge der Biologie und sozialer Erwartungen und widmen sich der Erforschung und Selbstentfaltung. Spielen ist keineswegs trivial, sondern dient als wichtiger Kontext für Kreativität, Identitätsbildung und die Entfaltung des menschlichen Potenzials. Insbesondere das Rollenspiel wird mit der Entwicklung der Kreativität bei Kindern in Verbindung gebracht.
In der Geschichte des Theaters wie auch heute sind Schauspieler oft nicht systematisch dazu ausgebildet worden und üben andere Berufe zusätzlich zur Theatertätigkeit aus. Gesellschaftliche saisonbedingte Feste wie die Fastnacht waren Anlässe zum Spiel, wie auch das Schuldrama. Auch an feudalen Höfen wurde viel Theater von Laien gespielt.

Eine Professionalisierung des Theaterspiels fand in Mitteleuropa im 16. und 17. Jahrhundert statt. Zu der Zeit waren die Wanderbühnen englischer Berufsschauspieler einflussreich. Die elisabethanischen Schauspielergesellschaften waren eine professionelle Berufsvereinigung.
Die formale Ausbildung an staatlichen Schauspielschulen ist in Europa etabliert, bildet aber im globalen Kontext die Ausnahme. Bekannte deutsche Beispiele sind die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Berlin) und die Otto-Falckenberg-Schule (München). In den meisten Ländern wird die Schauspielkunst nach dem Meister-Lehrling-Prinzip erlernt.
Postmoderne Theorien des Theaterspiels stellen eine radikale Abkehr von modernistischen Ansätzen dar (z. B. Stanislawskis Betonung des psychologischen Realismus, der emotionalen Wahrheit und eines einheitlichen Charakter-„Selbst“). Diese Theorien, die Ende des 20. Jahrhunderts als Teil einer umfassenderen postmodernen Philosophie entstanden sind, lehnen stabile Identitäten, große Wahrheitsnarrative und die Illusion einer naturalistischen Darstellung ab. Stattdessen betrachten sie Schauspielerei als einen konstruierten, performativen, oft ironischen oder dekonstruktiven Akt, der seine eigene Künstlichkeit offenlegt, die Realität hinterfragt und das Publikum in die Bedeutungsfindung einbezieht.